Joshua Drewlow – «Durch meinen Youtube Kanal erhalte ich auch mal eine Anfrage aus Ägypten»

Joshua Drewlow arbeitet nach seinem Studium der Medizininformatik als wissenschaftlicher Assistent am Institut für Medizininformatik I4MI an der Berner Fachhochschule. Durch die Tutorials, die er von seiner Bachelorarbeit auf Youtube publiziert hat, steht er immer mal wieder in Kontakt mit Expert*innen aus dem Ausland.

Joshua Drewlow

Was sind Ihre Aufgaben als wissenschaftlicher Assistent?

Ich arbeite an verschiedenen Forschungsprojekten mit und betreue Studierende. Gegen Ende Semester häufen sich jeweils die Anfragen von Studierenden. Ich helfe gerne, wenn sie bei Arbeiten nicht weiterkommen und erkläre technische Lösungen oder die Einbettung von von uns erstellten Libraries. Zurzeit arbeite ich an mehreren Forschungsprojekten, bei denen ich in der Erhebung der Anforderungen, der Planung und der Programmierung von Apps mitwirke. Bei einem der Projekte habe ich vor kurzem den Projektlead übernommen.

Was schätzen Sie am BFH-Zentrum Health Technologies, dem das Institut für Medizininformatik angegliedert ist?

Am BFH-Zentrum Health Technologies schätze ich vor allem die Zusammenarbeit über die Departementsgrenzen hinweg. Diese Zusammenarbeit schlägt sich auch bei den Studierendenarbeiten nieder. Es kann sehr gewinnbringend sein, wenn Studierende aus den Bereichen Medizininformatik, Informatik und Gesundheit zusammenarbeiten. Alle können sich stärker auf ihre eigenen Kompetenzen konzentrieren und lernen gleichzeitig von den anderen. Das hätte ich während meines Studiums auch cool gefunden.

Zu welchem Thema haben Sie Ihre Bachelorthesis verfasst?

Ich schrieb meine Bachelorarbeit über Indoor Navigation mittels Augmented Reality in einem Spital. In Zusammenarbeit mit dem Spitalzentrum Biel habe ich mit meinem Mitstudent Michael Däppen eine Smartphone-App für iOS und Android Geräte entwickelt. Das Projekt wurde wegen der Covid-19-Pandemie im Schulgebäude und nicht am Spital durchgeführt. Das Thema beschäftigt mich noch heute. Zwischenzeitlich plante ich auch ein eigenes Start-up in diesem Bereich. Dies ist jetzt wieder auf Eis gelegt. Trotzdem berate ich ab und zu andere Spezialist*innen, die an ähnlichen Projekten arbeiten. Durch die Bekanntheit meines Youtube-Kanals, auf welchem ich Tutorials zu der Navigation mittels Augmented Reality hochgeladen habe, erhalte ich sogar Anfragen aus Ägypten. Anlässlich dem Fachkongress Healthcare of the Future 2022 konnte ich die Resultate der Thesis vortragen und erhielt für das eingereichte Paper sogar den Young Researcher Award.

Wo sehen Sie Ihre berufliche Zukunft?

Mal schauen, wie es weitergeht. Nebst dem Start-up stehen mir auch andere Wege offen. Ich könnte mir vorstellen, in einem Spital zu arbeiten und Prozesse neu zu denken. Oder mich in einem Entwicklungsbüro auf die Entwicklung von Apps im medizinischen Bereich zu fokussieren. Momentan bleibe ich aber sicher noch etwas länger im Institut für Medizininformatik.

Was gefällt Ihnen an Ihrer heutigen Tätigkeit?

Mir gefällt vor allem die interdisziplinäre Arbeit, an neue Projekte heranzugehen und mich mit verschiedenen Stakeholdern auszutauschen. Es ist immer spannend, sich in ein Projekt hinein zu denken und zu lernen, die Probleme der Stakeholder zu verstehen. Es motiviert mich, dass mein Code ein*er Patient*in oder einer Gesundheitsfachperson das Leben erleichtert.

Was raten Sie Studierenden, die sich für die Arbeit in Ihrem Fach interessieren?

Ich rate allen, die Besuchstage zu nutzen und im Medizininformatik-Labor vorbeizuschauen. Es lohnt sich.

Steckbrief

Studienabschluss

BSc Medizininformatik

Departement

Technik und Informatik

Funktion

Wissenschaftlicher Mitarbeiter

Institut

Institut für Medizininformatik