Hier sehen Schweizer Unternehmen die grössten Beschaffungsrisiken

21.05.2019 Das Sourcing im Ausland birgt für Schweizer Firmen nebst vielen Chancen auch Risiken. Die Resultate der Umfrage «Umgang mit internationalen Beschaffungsrisiken» zeigt, wo Schweizer Unternehmen Risiken besonders wahrnehmen. Mit den Umfrageergebnissen wird ein Instrument zum Management von internationalen Beschaffungsrisiken entwickelt.

Die Beschaffung im Ausland birgt nebst den vielen Chancen auch Risiken. Das Umfeld, in welchem sich international tätige Schweizer Firmen bewegen, wird von zunehmender Unsicherheit geprägt. Faktoren wie Wechselkursschwankungen, Zolltariferhöhungen, Streiks oder Know-how-Verluste drohen die Vorteile der internationalen Beschaffung zunichte zu machen.

Im Rahmen des Innosuisse-Projekts «Umgang mit internationalen Beschaffungsrisiken» führte Dr. Paul Ammann, Leiter Forschungsgruppe International Management der BFH, gemeinsam mit Prof. Dr. Ralph Lehmann von der Hochschule für Technik und Wirtschaft HTW Chur und dem Fachverband für Einkauf und Supply Management «procure.ch» bei Schweizer Unternehmen eine Umfrage durch. Teilgenommen haben insbesondere grosse Unternehmen mit teilweise hohen Anteilen internationaler Beschaffung: Ein Fünftel der befragten Unternehmen arbeitete mit über 200 ausländischen Lieferanten zusammen.

Die meistgenannten Risiken der internationalen Beschaffung sind für die befragten Unternehmen die Lieferschwierigkeiten aufgrund von Single Sourcing, Lieferanten oder wirtschaftlichen und politischen Krisen. Länder wie die Türkei, Indien, Rumänien, China und baltische Staaten wurden zudem als risikoreiche Länder für das Sourcing im Ausland eingestuft. Bei den Produkten wurden insbesondere Rohstoffe, elektronische Bauteile, Kaufteile und mechanische Module als risikoreich in der Beschaffung genannt. Überraschend hoch wurde ebenfalls die mangelhafte Umsetzung der vier Phasen des Risikomanagements in den Unternehmen selbst angegeben: Risikoidentifikation, -bewertung, -kontrolle und -überwachung.

Mithilfe der Resultate der Umfrage wird ein Instrument zum Management von internationalen Beschaffungsrisiken entwickelt. Mit diesem sollen Schweizer Unternehmen ihre Risikoexposition im International Sourcing kontrollieren, bewerten und beobachten können.

Die detaillierten Ergebnisse der Umfrage wurden am 15. Mai 2019 in einem Webinar vorgestellt. Die Videoaufzeichnung mit den Ausführungen von Prof. Dr. Ralph Lehmann und Dr. Paul Ammann stehen interessierten Personen zur Verfügung.

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