Analyse junger Menschen in der IV

Psychische und neuropsychologische Krankheitsbilder nehmen bei den 18- bis 25-Jährigen zu. Das Projekt erarbeitet Grundlagen, welche die IV Stelle Kanton Bern bei der Weiterentwicklung von Beratungs und Begleitangeboten unterstützt.

Fiche signalétique

Situation

In den letzten Jahren ist schweizweit ein deutlicher Anstieg von Invalidenrenten aufgrund psychischer Erkrankungen sowie neuroentwicklungsbedingter Störungen zu beobachten. Besonders betroffen ist die Altersgruppe der 18- bis 25-Jährigen. Die gesundheitlichen Beeinträchtigungen stellen eine zentrale Herausforderung für die Invalidenversicherung dar, insbesondere im Hinblick auf Prävention, Beratung und nachhaltige Arbeitsintegration. Junge Menschen mit entsprechenden Beeinträchtigungen sind an zentralen Übergängen besonders gefährdet.
Um auf aktuelle gesellschaftliche Entwicklungen angemessen reagieren zu können, hat die IV-Stelle Kanton Bern den Bereich Beratung und Begleitung neu geschaffen. Mit niederschwelligen, kund*innenorientierten Beratungsangeboten ergänzt der Bereich die bestehenden Leistungen der IV und stärkt frühe Information, Sensibilisierung und Prävention. Ein weiterer Bestandteil des Bereichs ist die verstärkte Vernetzung und Zusammenarbeit mit Leistungserbringenden und weiteren relevanten Akteur:innen. Massnahmen werden kontinuierlich weiterentwickelt und aufeinander abgestimmt, um eine wirksame, bedarfsgerechte und zukunftsorientierte Begleitung sicherzustellen.
Damit diese Vorhaben wirksam, effizient und auf bestehende Strukturen abgestimmt umgesetzt werden können, bedarf es einer fundierten Analyse der Zielgruppen, der bestehenden Angebote und der aktuellen Entwicklungen. Die BFH wurde beauftragt, diese fachlichen Grundlagen zu erarbeiten.

Approche

Um fundierte Entscheidungs- und Entwicklungsgrundlagen für die geplanten Massnahmen im Bereich Beratung und Begleitung der IV Stelle Kanton Bern zu erarbeiten, verfolgt die Zusammenarbeit der BFH mit der IV-Stelle Kanton Bern einen systematischen und praxisorientierten Ansatz. Im Zentrum steht eine integrierte Betrachtung der Zielgruppen, der bestehenden Versorgungslandschaft und der aktuellen Entwicklungen an zentralen Übergängen in Bildung und Arbeitsmarkt.
Das Vorgehen kombiniert die Auswertung bestehender Daten und Studien mit einer gezielten Analyse der kantonalen Angebots- und Akteurslandschaft. Ergänzend werden Perspektiven zentraler Stakeholder aus Verwaltung, Bildung, Sozial- und Gesundheitswesen sowie Wirtschaft einbezogen, um Bedarfe, Herausforderungen und Potenziale aus der Praxis sichtbar zu machen. Dabei werden sowohl strukturelle Rahmenbedingungen als auch konkrete Good-Pratices in der Umsetzung berücksichtigt.