Finanzierung und Vergütung von Care@Home

Care@Home ermöglicht spitaläquivalente Versorgung in den eigenen vier Wänden. Das Projekt untersucht Finanzierungs- und Vergütungsmodelle, um diese innovative Versorgungsform nachhaltig im Schweizer Gesundheitssystem zu verankern.

Fiche signalétique

Situation

Die nachhaltige Finanzierung spitalersetzender akutsomatischer Versorgung von Erwachsenen im häuslichen Umfeld stellt das Schweizer Gesundheitssystem vor spezifische Herausforderungen. Diese Versorgungsmodelle verbinden komplexe, interprofessionelle Leistungen für akutsomatische Episoden , die andernfalls eine Hospitalisierung erfordern würden, und dabei bislang getrennte Vergütungslogiken zusammenführen: stationäre Spitalversorgung über SwissDRG, ambulant-ärztliche Leistungen über TARMED beziehungsweise neu TARDOC und ambulante Pauschalen sowie häusliche Pflege im Rahmen der KLV. Das Projekt untersuchte systematisch, wie solche Versorgungsmodelle in der Schweiz nachhaltig finanziert und vergütet werden können, und zielte darauf ab, evidenzinformierte gesundheitspolitische Empfehlungen für Pilotprojekte, Leistungserbringer, Krankenversicherer und Kantone zu erarbeiten. Die Analyse erfolgte aus der Perspektive öffentlicher und obligatorischer Kostenträger und orientierte sich am Quadruple-Aim-Framework mit den Dimensionen Patientenerfahrung, Gesundheitsergebnisse, Kosteneffizienz und Arbeitsbedingungen des Gesundheitspersonals.

Approche

Das Projekt basierte auf einem Mixed-Methods-Ansatz mit drei komplementären Bausteinen: 1. Internationaler Ländervergleich: Eine vergleichende Policy-Mapping-Analyse untersuchte spitalersetzende akutsomatische Versorgung in sieben Ländern auf Basis eines Regulierungs- und Anreizrahmens und leitete daraus Implikationen für die Schweiz ab. 2. Stakeholder-Einbindung: Interviews und ein Workshop mit relevanten Akteur:innen aus Leistungserbringung, Finanzierung und Politik dienten dazu, bestehende Arrangements, Barrieren und Gestaltungsprinzipien für die Umsetzung in der Schweiz zu erfassen. 3. Schweizer Situationsanalyse: Eine quantitative Analyse der Schweizerischen Medizinischen Statistik der Krankenhäuser (MedStat, 2021–2023) für fünf ausgewählte akutsomatische Erkrankungen untersuchte das Verlagerungspotenzial von Hospitalisierungen in spitalersetzende Versorgung im häuslichen Umfeld.

Résultat

Das Projekt hat eine evidenzbasierte Grundlage für die Weiterentwicklung der Finanzierung und Vergütung spitalersetzender akutsomatischer Versorgung in der Schweiz geschaffen. Dazu wurden internationale Erfahrungen systematisch aufgearbeitet, die aktuelle Situation in der Schweiz analysiert und das Verlagerungspotenzial für ausgewählte akutsomatische Diagnosen quantifiziert. Die Ergebnisse zeigen insbesondere, dass aktuelle Modelle in der Schweiz an den Grenzen eines fragmentierten Vergütungssystems operieren und bislang kein national routinisierter, breit übertragbarer episodenfähiger sektorenübergreifender Vergütungsweg für spitalersetzende akutsomatische Versorgung im häuslichen Umfeld besteht. Auf dieser Basis konnten zentrale Herausforderungen und prioritäre Handlungsfelder für eine nachhaltige Implementierung identifiziert werden. Als Endprodukte des Projekts liegen ein Projektbericht, ein Policy Brief sowie Länderprofile zu den im internationalen Vergleich untersuchten Ländern vor.

Perspectives

Die Projektergebnisse schaffen eine Grundlage für die Weiterentwicklung spitalersetzender Versorgung in der Schweiz. Weiterer Forschungsbedarf besteht insbesondere bei der Entwicklung eines evidenzbasierten Katalogs geeigneter Diagnosen für die häusliche Akutversorgung sowie bei der systematischen Analyse von Patient:innenpräferenzen gegenüber häuslicher versus stationärer Behandlung. Die vorliegenden Ergebnisse können Kantonen, Leistungserbringern, Versicherern und weiteren Akteur:innen als Orientierung für die Weiterentwicklung spitalersetzender Versorgung dienen, insbesondere im Kontext der EFAS-Reform, die ein politisches Fenster für die Weiterentwicklung sektorenübergreifender Vergütungslogiken eröffnet.

Ce projet contribue aux objectifs de développement durable suivants

  • 3: Accès à la santé