Im Brennpunkt der Entwicklungen: Der Schweizerische Tonkünstlerverein 1975–2017

Der 1900 gegründete und 2017 aufgelöste Schweizerische Tonkünstlerverein (STV) war für die Entwicklung zeitgenössischer Musik in der Schweiz zentral. Seine Tätigkeit hat sich in einem umfangreichen Archiv niedergeschlagen.

Fiche signalétique

  • Département responsable Haute école des arts de Berne
  • Institut Institut Interprétation
  • Unité de recherche Intersections de la musique contemporaine
  • Organisation d'encouragement FNS
  • Durée (prévue) 01.08.2021 - 31.07.2025
  • Responsable du projet Dr. Thomas Gartmann
  • Direction du projet Dr. Thomas Gartmann
  • Équipe du projet Dr. Doris Lanz
    Gabrielle Suzanne Weber
    Raphaël Sudan
  • Partenaire Bibliothèque cantonale de Lausanne
    Universität Bern
    Paul Sacher Stiftung
    SRG SSR Schweizerische Radio- und Fernsehgesellschaft

Situation

Ab 1975 erfolgte ein Boom zeitgenössischer Musik (Festivals, Ensembles, Konzertreihen) ; die nichtkomponierte Musik erhielt durch die Gründung der Musikkooperative Schweiz Auftrieb. Weitere Folgen waren der mediale Wandel (Tonträger, TV), eine geschärfte Reflexion zur Ästhetik, aber auch zur politischen Vergangenheitsaufarbeitung sowie die Diskussionen zu Mitbestimmung-, Gleichstellungs- und Ausländerfragen. Vier Teilprojekte widmen sich diesen unterschiedlichen, aber miteinander verflochtenen Aspekten aus verschiedenen Perspektiven : 1. Berücksichtigung aller «Tendenzen»? Begünstigte Komponist*innen und ästhetische Diskurse 2. «Wie politisch darf ein Kulturverband sein?» Gesellschaftspolitische Kontroversen 3. «Ist die freie Improvisation am Ende?» Ein Genre als Katalysator? 4. Neue Musik am Fernsehen : Narrative aus der Nische? Die Untersuchungen setzen am unvermittelten Ende der Vereinsauflösung 2017 an, ausgehend von der These, dass diese nur vordergründig wegen gestoppter Bundessubventionen erfolgt ist, aber in Wirklichkeit symptomatisch vorläufiges Ende und Konsequenz verschiedener Öffnungsprozesse markiert. Ob dies als Scheitern gelesen werden kann oder als erfolgreich abgeschlossene Mission, bei der der STV sich selbst überflüssig gemacht hätte, müssen die geplanten Studien zeigen.

Approche

Die Methoden sind vorwiegend musik- historisch : Das Forschungsteam analysiert Dokumente und Interviews und nimmt eine diskursanalytische Auswertung vor. Im Teilprojekt vier, das sich zusätzlich auf das seit 2019 zugängliche Archiv der Schweizerischen Radio- und Fernsehgesellschaft (SRG) stützt, wird dies verbunden mit einer hermeneutischen Bild- und Filmanalyse.

Résultat

Das Projekt arbeitet die Tätigkeiten des STV und insbesondere die Diskurse zur neuen Musik auf und weitet die nationale Sicht in einem internationalen Kontext. Zudem werden durch den STV einst geförderte oder aber auch abgelehnte Werke auf einen neuen Prüfstand gestellt.