Spital der Zukunft Live SDZL
Dies war ein Multi-Stakeholder Projekt mit 21 Partnern zu einem institutionsübergreifenden digitalisierten Patientenpfad
Steckbrief
- Beteiligte Departemente Technik und Informatik
- Institut(e) Institut für Medizininformatik I4MI
- Förderorganisation Andere
- Laufzeit 01.05.2016 - 31.12.2021
- Projektleitung Prof. Dr. Thomas Bürkle
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Partner
GS1 Switzerland
Inselspital
eHealth Suisse
Grünenthal Pharma AG
HCI Solutions AG
IHE Suisse
IHE Suisse
Johnson & Johnson AG
Kantonsspital Graubünden
Kühne + Nagel AG
Mathys AG
Noser Management AG
Novartis
Spital Zollikerberg
Spitalzentrum Biel AG
Swisscom Health AG
Universitätsspital Basel
Amedis-UE AG
BPM&O GmbH
Continis AG
Stepcom Services GmbH
HCI Solutions AG
Health Care Research Institute
Helmedica AG
Universitätsspital Basel - Schlüsselwörter Elektronisches Patientendossier, Informationsfluss, Prozesse, eHealth
Ausgangslage
Der Aufbau von eHealth-Communities und der Einzug der digitalen Transformation (Health 4.0, Internet of Things) – bergen Chancen für die sachgerechte Digitalisierung des Gesundheitswesens. Die Zusammenführung dieser Technologien kann einen Synergieeffekt bewirken. Zu den Herausforderungen zählen a) die Umsetzung regulatorischer Vorgaben im Kontext von eHealth Suisse b) die Erhöhung der Patientensicherheit durch einen verbesserten Medikationsprozess c) die Rückverfolgbarkeit von Medizinprodukten und Pharmaka d) der sachgerechte Einsatz internationaler Standards e) die Konvergenz bestehender Technologien wie mobile Health, personal Health, aHealth (automatisation) und eHealth. In der Vorstudie «Spital der Zukunft» haben GS1 Schweiz, economiesuisse, BFH und 10 Organisationen aus dem Gesundheitswesen die Optionen einer verbesserten Wertschöpfungskette in einem wichtigen Bereich der Gesundheitsversorgung aufgezeigt. Dies gelingt vor allem durch eine durchgängige, systemische Integration der Informationsflüsse entlang der sektorenübergreifenden Behandlungspfade. Das Anschluss-Projekt Spital der Zukunft Live geht nun den nächsten wichtigen Schritt: Die Realisierung eines durchgängig digitalisierten „Ausschnitts“ aus dem „Spital der Zukunft“ mit Fokus auf die Informationsflüsse entlang eines patientenorientierten Behandlungspfades und die damit verbundene durchgängige Supply Chain unter Berücksichtigung der gesetzlichen Vorgaben, Standards und Digitalisierungsmöglichkeiten
Vorgehen
In der Vorstudie wurde ein Patientenpfad für die fiktive Patientin „Frau Brönnimann“ erarbeitet, die von ihrem Hausarzt wegen einer Hüftarthrose beim Spezialisten zur weiteren Abklärung vorgestellt wird. Begleitend leidet Frau Brönnimann auch unter Herzproblemen und einem bekannten Diabetes mellitus. Dies erfordert weitere medizinische Abklärungen im Hinblick auf Narkose- und Operations-Fähigkeit. Nach entsprechender Vorbereitung wird Frau Brönnimann zur Hüft-TEP (Totale Endoprothese) stationär aufgenommen. Bei Spitaleintritt muss ihre Medikation im Hinblick auf die Spital-Hausliste und die anstehende OP umgestellt werden. Die Hüft TEP links verläuft komplikationslos und Frau Brönnimann kann in eine Reha-Klinik zur weiteren Mobilisierung verlegt werden. Auch hier stehen wieder Medikationsanpassungen an. Im Szenario von 2013 wurde der Ist-Zustand eines solchen Ablaufs zwischen ambulanter Versorgung, stationärer Behandlung und Rehabilitation im Schweizer Gesundheitswesen beleuchtet. Dieser Ablauf war von vielen Medienbrüchen, Informationslücken und Verzögerungen gekennzeichnet. Im aktuellen Projekt sind Schwerpunkte a) die Analyse und prototypische Umsetzung der digitalen Transformation b) ein durchgängiges Medikationsszenario c) ein durchgängiges Management inklusive einer optimierten Supply Chain d) der Aufbau des gesamten Patientenpfades als „Blueprint“ im Labor des I4MI e) die praktische Umsetzung von Teilprojekten bei den Stakeholdern.
Ergebnisse
SdZL begann 2016 mit 21 Partnern, darunter sechs Schweizer Krankenhäusern, vier grossen ICT-Anbietern und eHealth Suisse, dem Koordinator für die Umsetzung der Schweizer eHealth-Architektur. Im Juli 2016 wurde eine Koordinationssitzung durchgeführt, in der Handlungsfelder entlang des Patientenpfades in Form von atomaren Arbeitspaketen (AP) definiert wurden. Zudem wurden die AP priorisiert und in Aktivitäten vor dem Spitalaufenthalt, während des Spitalaufenthalt und nach dem Spitalaufenthalt gruppiert. Die Projekte wurden an fortgeschrittene Studierende der Medizininformatik der BFH verteilt und in Seminaren sowie Living Cases bearbeitet. Dabei hatten die Studierenden die Aufgabe: 1) Anforderungen der relevanten Stakeholder zu sammeln einschließlich aktueller Prozesse und Ideen zum verbesserten Prozessablauf 2) Zielzustände zu spezifizieren 3) Prototypen zu implementieren. Im Abschluss des Projektes wurden Ergebnisse in der ersten Tagung Healthcare of The Future am 5.4.2019 vorgestellt und diskutiert. Es entstand ein Medline gelisteter Tagungsband.
Ausblick
Die Tagung Healthcare of the Future mit aktuellen Themen zur Digitalisierung im Gesundheitswesen wird alle drei Jahre weitergeführt