Partizipation an der Evaluation? Ja, mit einem differenzierten Verständnis!

24.09.2020 Die Beteiligung von armutsbetroffenen und -gefährdeten Personen in Massnahmen und Projekte der Armutspolitik und derer Evaluation hat Wirkungspotenzial. Das hat BFH-Dozentin Emanuela Chiapparini festgestellt – vorausgesetzt werden muss allerdings ein differenziertes Verständnis von Armut und Partizipation.

Um Alibi-Beteiligung an Evaluationen zu meiden sind geeignete Evaluationsinstrumente sowie Indizien zur Messung des Wirkungspotentials grundlegend. Insbesondere eignen sich visuelle Evaluationen oder Einzelinterviews, um die subjektive Perspektive der armutsbetroffenen Personen einzuholen. Ob Wirkung erzeugt wird, kann auch untersucht werden, indem Menschen einschätzen, ob sie auf «Augenhöhe kommunizieren» oder sie ihr Erfahrungs- und Fachwissen tatsächlich einbringen können.

BFH-Dozentin Emanuela Chiapparini präsentierte diese Befunde auf der Basis von zwei Forschungsprojekten (Begleitgruppe des BSV-Projekts «Modelle der Partizipation» und die Evaluation in der Sozialhilfe «PartSoz»), in denen armutsbetroffene und -gefährdete Personen partizipative Projekte und Massnahmen evaluieren.

Die Keynote hielt sie im Rahmen der Tagung «Partizipation an der Evaluation: Illusion oder Notwendigkeit?». Der jährliche Kongress wurde dieses Jahr von der Schweizerischen Evaluationsgesellschaft (SEVAL) und der Groupe romand d’évaluation (GREVAL) organisiert. 
 

Fachgebiet: Soziale Arbeit
Rubrik: Forschung