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Drei praxisnahe Tipps zu interkultureller Zusammenarbeit
03.02.2026 Jacqueline Bürki forscht zu interkultureller Zusammenarbeit. Basierend auf einer neuen Studie gibt sie drei praxisnahe Tipps.
«Interkulturelle Kompetenz wächst durch Reflexion und Awareness», sagt Jacqueline Bürki. Dies gehe auch aus den Resultaten einer neuen Studie hervor. In der Studie wurden interkulturelle Vorfälle an Schweizer Universitäten und der daraus resultierende Schulungsbedarf für Mitarbeitende untersucht.
Bürki forscht am Institut für Marketing & Global Management der Berner Fachhochschule. Wir haben drei Tipps erfragt, wie interkulturelle Zusammenarbeit besser gelingen kann.
Tipp 1: Halte inne, bevor du interpretierst.
Die Studie zeigt, dass interkulturell kompetente Mitarbeitende nicht vorschnell urteilen. Bei interkulturellen Vorfällen hilft eine Pause, um sich zu fragen: «Was könnte dieses Verhalten erklären?» Was wie schlechtes Benehmen aussehen kann, ist teilweise auf verschiedene Sprachen, Kommunikationsstile oder kulturelle Hintergründe zurückzuführen.
Take-home message: Vermute keine Absichten – achte auf den Kontext.
Tipp 2: Baue Beziehungen auf, bevor Probleme auftreten.
«Viele Vorfälle entstehen aus unausgesprochenen Erwartungen in Bezug auf Zusammenarbeit, Hierarchie oder Kommunikation», so Bürki. Die Ergebnisse der Studie heben den Aufbau von Beziehungen als einen wichtigen Einstiegspunkt für interkulturelle Entwicklung hervor. Ist die Zusammenarbeit im Team von Anfang an klar geregelt, reduziert dies Missverständnisse.
Take-home message: Setze klare Rahmenbedingungen.
Tipp 3: Behandle Vorfälle als Lernprozess, nicht als Misserfolg.
Anstatt einen Vorfall lediglich zu klären und dann sofort abzuhaken, empfiehlt Bürki, sich Raum zu schaffen und über das Geschehene nachzudenken. Was ist genau passiert? Warum ist es passiert? Wie hat es sich auf die Zusammenarbeit ausgewirkt? «Es ist wichtig sich mit diesen Fragen auseinanderzusetzen und einen Vorfall als Lernmoment zu nutzen. Das hilft dabei, Empathie und Awareness aufzubauen», erklärt Bürki.
Take-home message: Nimm dir Zeit, um zu reflektieren.
Jacqueline Bürki ist Mitautorin des neuen Artikels im Journal of Studies in International Education (JSIE). Der Artikel ist Open Access und kann hier auf Englisch gelesen werden.