Schokolade neu gedacht

23.09.2026 Kakao wird knapper und teurer. Könnte eine pflanzliche Alternative die Zukunft sein? Zwei BFH-Forscherinnen haben untersucht, wie Konsument*innen auf die Innovation des Schweizer Startups Food Brewer reagieren.

Sie nehmen ein Stück und lassen es auf der Zunge zergehen… Die Süsse stimmt, das Röstaroma auch, kein bitterer Nachgeschmack. Und dann erfahren Sie, dass kein Gramm Kakao drinsteckt. Genau das produziert das Startup Food Brewer: eine Schokoladenalternative auf pflanzlicher Basis, ganz ohne Kakao. Sabrina Stöckli und Elisa Konya-Baumbach vom Institut Marketing & Global Management haben Food Brewer im Rahmen einer Vorstudie, finanziert durch Innosuisse, begleitet. Dabei haben sie untersucht, wie Konsumentinnen und Konsumenten das Produkt wahrnehmen.

Blindtest mit überraschendem Ergebnis

«Viele der Testpersonen beschrieben die innovative Süssigkeit als angenehm süss, mit Röstaroma und als nicht bitter», erzählt Sabrina Stöckli. In Blindtests schneidet das neue Produkt besser ab als viele gängige Marken aus dem Supermarkt. Langzeitstudien über fünf bis sechs Wochen zeigen sogar: Die Akzeptanz stabilisiert sich und nimmt gar zu. Das Produkt lässt sich dauerhaft in den Alltag integrieren. «Entsprechend wurden wir oft gefragt, wo es die Schokoladenalternative denn zu kaufen gäbe», so Konya-Baumbach. Die gute Nachricht: Ab Oktober gibt es die kakaofreie Leckerei «Yodel Bites» – im Co-Branding mit Stella Bernrain – in den Zügen und Restaurants der SBB in der ganzen Schweiz. Bestellungen sind zudem über die Website foodbrewer.com oder via contact@foodbrewer.com möglich.

Lieferketten und ökologischer Fussabdruck

Die Hauptzutaten der Foodinnovation sind Hülsenfrüchte sowie die Früchte des Johannisbrotbaums, die beide aus Nebenströmen der Lebensmittelproduktion stammen. Kombiniert und verarbeitet entsteht eine Basis, die sich zur Kuvertüre weiterverarbeiten lässt. Diese lässt sich dann 1:1 wie konventionelle Schokolade einsetzen, nur eben ohne Kakao als Zutat. Das zeigt gemäss Konya-Baumbach den starken Business-Case und bietet mehrere Vorteile: Der ökologische Fussabdruck ist deutlich kleiner als bei herkömmlicher Schokolade. Zudem sind Kakaoanbaugebiete direkt vom Klimawandel betroffen, was Erntemengen und Preise zunehmend volatil macht. «Food Brewer ist unabhängig von den Kakao-Lieferketten und bietet den Konsument*innen eine umweltfreundliche Alternative zu herkömmlicher Schokolade bei vergleichbarem Geschmackserlebnis. Die Frage ist nicht mehr, ob eine Schokoladenalternative ohne Kakao schmecken kann, sondern wie schnell der Markt die Produkte annimmt», so Stöckli.

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