3 Fragen an Simon Aebischer

12.06.2019 Warum ein Master in Sozialer Arbeit? Diese Frage haben wir einem frischgebackenen Absolventen des Master-Studiengangs in dreifacher Hinsicht gestellt: Was hat ihn motiviert? Was hat es ihm selbst und seiner Arbeit gebracht? Die Antworten gibt Simon Aebischer, Bereichsleiter Erwachsene und Einzelpersonen bei den Regionalen Sozialen Diensten Wohlen.

Was hat Sie motiviert, den Master in Sozialer Arbeit zu absolvieren?


Nachdem ich meinen Bachelor im 2012 abgeschlossen hatte, machte ich erste Berufserfahrungen als Berufsbeistand. Dort habe ich gemerkt, dass sich mir in einigen Bereichen noch grosse Fragezeichen stellen. Deshalb war für mich schnell klar, dass ich diese Fragen beantworten und noch mehr in die Tiefe gehen möchte. Es sollten aber nicht nur spezifische Weiterbildungen sein, bei denen die Verwertbarkeit in der Praxis im Vordergrund steht. Ich wollte in der Sozialen Arbeit, in der ich mich sehr daheim fühle, den Master machen. Am Master-Studium interessierte mich, das, was mir im Praxisalltag begegnet, kritisch zu hinterfragen, über das hinauszudenken, was ist und sich Zeit und Raum zu nehmen, um sich mal von der Praxis abzukoppeln. 

Was bringt ein Master-Studium für den Beruf und war es für Sie eine grosse Herausforderung, das Studium mit Ihrem Beruf zu vereinbaren? 


Fachlich konnte ich substanziell profitieren. Ich habe Sicherheit gewonnen in Bezug auf die theoretischen Zugänge zur Sozialen Arbeit. Ich konnte in meiner Tätigkeit mein Themenspektrum erweitern: Nun kann ich in meinem Dienst Impulse liefern, auch bei Themen, die das Funktionieren der Organisation betreffen. Das habe ich gezielt gesucht und das konnte ich mit dem Master gut verwirklichen. 

Während der Vorlesungszeit konnte ich Beruf und Studium immer gut mit meiner 60%-Tätigkeit kombinieren, auch wenn es dann bei den Leistungsnachweisen jeweils ein wenig intensiver wurde. Während der Master-Thesis hätte ich mir manchmal gewünscht, mich ausschliesslich darauf konzentrieren zu können. 

Wie gut funktioniert für Sie der Transfer vom Studium in den Berufsalltag und wieder zurück in die Hochschule?


Im Nachhinein betrachtet konnte ich diesen Transfer am konkretesten in meiner Master-Thesis leisten. Das Thema meiner Master-Thesis habe ich so gewählt, dass es praxisrelevant und aktuell ist. So fragte ich mich bei der Themenauswahl: Wo müssen wir als Profession noch dazulernen? Da ich im Kindes- und Erwachsenenschutz tätig bin, geriet schnell die Rückplatzierungsthematik in meinen Fokus. Fremdplatzierungen sind ohnehin sehr anspruchsvoll, stark normativ geprägt und gesellschaftlich immer diskutiert. Deshalb habe ich mich in zwei Analysen mit konkreten Fällen aus dem Kindesschutz theoretisch auseinandergesetzt und gefragt, inwiefern das Handeln der Entscheidenden legitim war. In einem zweiten Schritt interessierte mich die Frage, wie sich die Handlungen und Interventionen auf die Menschen auswirken. Für mich war dies eine gute Möglichkeit, eine reflektierende Haltung einzunehmen, die die Praxis befruchtet. Im Berufsalltag hat man die Zeit zu einer so intensiven Analyse nicht. Hier hilft aber die exemplarische Analyse in der Master-Thesis, eine neue Perspektive und Haltung für die Praxis zu gewinnen.

 

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