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Wenn Sporternährung und Essstörungen aufeinandertreffen

03.08.2026 Wie hängen Spitzensport und Essstörungen zusammen? Ernährungsberaterin und Ultraläuferin Kathrin Götz erklärt, weshalb sie den CAS Essstörungen an der BFH besucht und warum Fachpersonen genau hinschauen müssen, wenn aus Leistungsoptimierung ein Gesundheitsrisiko wird.

Das Wichtigste in Kürze

  • Kathrin Götz verbindet ihre Erfahrung als Spitzensportlerin mit dem Fachwissen aus dem CAS Essstörungen der BFH.
  • Im Leistungssport können Leistungsdruck und Körperideale problematisches Essverhalten begünstigen.
  • Die Weiterbildung hilft ihr, Zusammenhänge besser zu erkennen und Menschen noch umfassender zu begleiten.

Kathrin Götz, Sie arbeiten als Ernährungsberaterin mit vielen Sportler*innen. Weshalb haben Sie sich entschieden, den CAS Essstörungen an der BFH zu absolvieren?

Während meines Master-Studiums habe ich mich intensiv mit RED-S, dem relativen Energiedefizit im Sport, beschäftigt. Dabei habe ich Leichtathlet*innen untersucht und auch das Essverhalten erfasst. Rund zehn Prozent gaben ein auffälliges Essverhalten an, das genauer hätte abgeklärt werden müssen. Das deckt sich mit dem, was ich heute in der Praxis beobachte. Als ich gesehen habe, dass die BFH den neuen CAS Essstörungen anbietet, war für mich klar, dass ich diese Weiterbildung machen möchte.

Viele verbinden Essstörungen eher mit der Psychiatrie als mit dem Sport. Weshalb sind diese Themen trotzdem eng miteinander verknüpft?

Tatsächlich entstehen Essstörungen häufig im Zusammenhang mit Sport. Manche Athlet*innen merken, dass sie mit weniger Körpergewicht bessere Leistungen erzielen. Andere stehen unter Druck, einem bestimmten Körperbild zu entsprechen. Daraus kann sich schleichend ein gestörtes Essverhalten entwickeln. Nicht immer handelt es sich sofort um eine klinische Essstörung, aber die Mechanismen dahinter sind oft dieselben. Genau diese Zusammenhänge finde ich spannend.

Kathrin Götz
Kathrin Götz arbeitet als Ernährungsberaterin bei Peak Nutrition in Bern.

Sie waren selbst auf internationalem Niveau im Ultralaufsport unterwegs. Wie prägt diese Erfahrung Ihre Arbeit als Ernährungsberaterin?

Ernährung ist im Ausdauersport natürlich ein entscheidender Faktor. Ich konnte vieles, was ich im Studium zur Ernährungsberaterin gelernt habe, direkt an mir selbst ausprobieren und erfahren, was funktioniert und was nicht. Diese Erfahrungen helfen mir heute in der Beratung.

Was bringt Ihnen das CAS bei Ihrer Arbeit als Ernährungsberaterin?

Ich kann mein Know-how aus der Trainingswissenschaft und aus der Sporternährung mit problematischen Essverhalten verbinden. So heb ich mich ab von einer allgemeinen Ernährungsberatung und kann mich spezialisieren. Auch mein Arbeitgeber Peak Nutrition kann so sein Angebot an der Schnittstelle von Sport und Essstörungen erweitern.

Wie sehen Sie Ihre berufliche Zukunft?

Ich bin ein sehr neugieriger Mensch und möchte mich ständig weiterentwickeln. Deshalb bilde ich mich kontinuierlich weiter und bleibe nahe an der Forschung. Mir gefällt an meiner Arbeit, dass ich nicht ausschliesslich Beratungen mache, sondern auch Workshops durchführe, Referate halte, mir Ärzt*innen oder Physiotherapeut*innen zusammenarbeiten kann. Diese Vielfalt macht meinen Beruf spannend und motiviert mich, immer wieder Neues zu lernen.

Zur Person

Kathrin Götz absolvierte ursprünglich eine Ausbildung zur Lehrerin und war anschliessend im Erwachsenensport tätig. Später entschied sie sich für einen beruflichen Neustart und studierte Ernährungsberatung im Bachelor sowie Trainingswissenschaften und Sporternährung im Master. Parallel dazu war sie als Ultraläuferin auf internationalem Niveau erfolgreich und gewann unter anderem den Eiger Ultra Trail mehrfach. Heute arbeitet die Solothurnerin als Ernährungsberaterin bei Peak Nutrition in Bern.

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