Risikoszenarien im Gesundheitswesen – Sind wir auf Notlagen vorbereitet?

Wie gut ist unser Gesundheitswesen auf grosse nationale Katastrophen vorbereitet? Welche Risiken und Gefahren drohen?

29.08.2019, 13:45-18:30 Uhr bis 30.08.2019, 08:15-15:15 Uhr – Kongresszentrum Weltpostverein, Weltpoststrasse 4, 3015 Bern

Ein Ereignis mit vielen Verletzten, Kranken und auch Toten kann jederzeit stattfinden. Die Konferenz «Risikoszenarien im Gesundheitswesen» widmet sich unter anderem den Fragen: Was kann passieren? Welche Herausforderungen ergeben sich daraus für das Gesundheitswesen? Welche Massnahmen und Kompetenzen sind für Vorsorge und Bewältigung nötig?

Anhand von Beiträgen aus Praxis und Wissenschaft werden Bedrohungen und Gefahren und deren Auswirkungen auf das Gesundheitswesen analysiert. In Workshops werden konkrete Risiken und Massnahmen zu deren Bewältigung diskutiert.

Zielpublikum

Spitaldirektoren/-innen, Sicherheitschefs der Akut-Spitäler, Leitendes Personal Notfallstation, Chefs der Sanitätsnotrufzentralen (SNZ) 144, Kader der Rettungsdienste, Kantonsärztinnen und -ärzte, Leiter der Gesundheitsämter und Stabschefs der kantonalen Führungsstäbe.

Sprachen

  • Referate: Deutsch oder Französisch mit Simultanübersetzung.

  • Workshops: Bei den Workshops gilt die Sprache der Ausschreibung.

KSD-Webseitenbild

Steckbrief

  • Startdatum 29.08.2019, 13:45-18:30 Uhr
  • Enddatum 30.08.2019, 08:15-15:15 Uhr
  • Ort Kongresszentrum Weltpostverein, Weltpoststrasse 4, 3015 Bern
  • Anmeldefrist Die Frist zur Anmeldung ist abgelaufen. Die Konferenz ist ausgebucht.

Kontakt

Donnerstag, 29. August 2019

Moderatorin: Anita Panzer
Anitapanzer Communications

     

Referatsbeschrieb

13.45

Begrüssung
Dr. med. Andreas Stettbacher, Beauftragter des Bundesrates für den Koordinierten Sanitätsdienst (KSD)
Dr. Stefan Brem, Chef Risikogrundlagen und Forschungskoordination, Bundesamt für Bevölkerungsschutz (BABS)

 

 

14.00

Szenarien: Grundlage für die nationale Risikoanalyse von Katastrophen und Notlagen Schweiz
Dr. Stefan Brem, Chef Risikogrundlagen und Forschungskoordination, Bundesamt für Bevölkerungsschutz (BABS)

 

Das BABS hat im Jahr 2015 den zweiten Risikobericht zu Katastrophen und Notlagen in der Schweiz (KNS) publiziert. Der Bericht beinhaltet eine Risikoanalyse mit 33 Gefährdungsszenarien. Im Referat werden der Prozess der Erarbeitung der Analyse erläutert, die Rolle von Szenarien für die Risikoanalyse von Katastrophen und Notlagen sowie die Anwendung der Resultate und Produkte aus der Analyse aufgezeigt.

14.25

Gesundheitsrisiko Hitze: Herausforderungen – Stolpersteine – Ärgernisse – Abhilfen
Prof. Dr. Hans-Peter Hutter, Stellvertretender Leiter Zentrum für Public Health, Medizinische Universität Wien

 

Fest steht: Durch die Klimakrise kommt es in Zukunft zu mehr und intensiveren Hitzeperioden. Diese Prognose wirft etliche gesundheitliche Fragen auf: Wie reagiert der Einzelne und die Gesellschaft auf diese Herausforderungen? Warum werden medizinisch abgesicherten Erkenntnisse und daraus abgeleitete Handlungserfordernisse mancherorts nur zögerlich umgesetzt? Über diverse Hindernisse aber auch über praktikable Lösungsansätze wird im Vortrag berichtet.

14.50

Können Zoonosen zu einer biologischen Gefahr werden?
Dr. med. Vet. Meret Ricklin
Geschäftsführerin Biological Risk Management Network,
Universitäres Notfallzentrum, Inselspital

 

Viele sogenannte Tropenkrankheiten sind nicht mehr nur in fernen Ländern zu finden, sondern stehen vor unserer Haustür. Was sind die Faktoren, die solche Krankheiten zu Gefahren lassen werden können und wie können wir uns davor schützen oder uns darauf vorbereiten? Ich möchte einen kurzen Einblick geben und Sie zum Denken anregen.

15.15 Pause    
15.45

Krisenkommunikation: Dialog als Werkzeug der Führung in der Krise
Christian Gartmann
Unternehmensberater – Krisenkommunikation und Krisenmanagement
gartmann.biz

 

Kommunikation ist keine Einbahnstrasse – und Krisenkommunikation ist nicht nur Medienarbeit: Die Betroffenen einer Krise wollen Ansprechpartner. Im Dialog können sie Vertrauen in die Krisenorganisation entwickeln und die Organisation erhält wichtige Feedbacks. Die Bergsturzkatastrophe Bondo 2017 und der präventive Risikodialog in Brienz/Brinzauls 2019 liefern zwei Praxisbeispiele.

16.10

GHIK / DEKO Container am USZ
Prof. Dr. med. Dagmar Keller Lang
Direktorin Institut für Notfallmedizin, UniversitätsSpital Zürich USZ

 

Gefährliche Hoch-Infektiöse Krankheiten (GHIK) stellen für Notfallstationen eine Herausforderung dar bezüglich Infrastruktur, Triage sowie Sicherheit von Patienten und Personal. Die Lösung am USZ ist ein der Notfallstation vorgeschalteter Container zur Triagierung und Isolierung von Patienten mit GHIK, der zudem für Dekontaminationen eingesetzt werden kann.

16.35

Umzug von sozio-medizinischen Einrichtungen – Herausforderungen und Risiken
Jonas Schneider
Moving Solutions

 

Das Alterszentrum wird neu gebaut: Hanni Wyss muss zügeln – nicht ganz freiwillig – und zusammen mit 62 anderen Bewohner(innen). Wie gestalten wir ihren reibungslosen Umzug? Mit welchen Mitteln beugen wir Sicherheitsrisiken vor?

17.00

Kein Platz für Einzelkämpfer – Kooperation und Dialog als kritische Erfolgsfaktoren 
Edith Graf-Litscher
Nationalrätin und Präsidentin Carnegie-Stiftung für LebensretterInnen

 

Die Politik fordert vom Rettungs- und Gesundheitswesen, dass es jederzeit auf Katastrophen und Notlagen vorbereitet ist. Für die Bewältigung von solchen Grossereignissen, welche eine höhere Komplexität sowie unkonventionelle Muster und Prozesse im Vergleich zum Alltagsereignis aufweisen, ist Kooperation und Dialog mit weiteren involvierten Akteuren für eine erfolgreiche Bewältigung von grösster Bedeutung. Aufgrund ihrer Tätigkeit als langjährige Politikerin, aktive Präsidentin von so verschiedenen Gremien wie der parlamentarischen Verkehrskommission, des Dachverbands für Komplementärmedizin, der Carnegie-Stiftung für Lebensretter sowie Co-Präsidentin der parlamentarischen Gruppe für digitale Nachhaltigkeit, kennt Edith Graf-Litscher die Stärke von heterogenen Netzwerken, offenen lösungsorientierten Dialogen und vorausschauendem Planen und Handeln.

17.30

Apéro

   
18.30 Abendessen (fakultativ)    

Freitag, 30. August 2019

   

Referatsbeschrieb

08.15

Begrüssungskaffee

 
08.45

Begrüssung durch die Moderatorin
Anita Panzer
Anitapanzer Communications

 
09.00

Katastrophenwahn? Eine gesellschaftskritische Sicht
Jörg Meyer
Direktor Bildungszentrum Gesundheit Zentralschweiz XUND

Wie verletzlich ist eine moderne, technologisierte Gesellschaft und wieviel Sicherheit oder Vorsorge ist noch möglich? Wieweit unterliegen wir einer Sicherheitsillusion bzw. einem Katastrophenwahn? Sprechen wir von den grossen, nationalen Katastrophen oder den kleinen, alltäglichen Katastrophen in unseren Gesundheitsinstitutionen? Das Referat wirft eine kritische Sicht auf den gesellschaftlichen Diskurs, unsere Vollkasko-Mentalität und die damit einhergehenden Dilemmas. 

09.25

Risiken im Gesundheitswesen aus dem Blickwinkel der Kantone
Seraina Grünig
Projektleiterin Gesundheitsdirektorenkonferenz GDK

Die Schweizerische Konferenz der kantonalen Gesundheitsdirektorinnen und ‑direktoren (GDK) ist – zum Glück – selten mit der konkreten Bewältigung von Grossereignissen oder Katastrophensituationen konfrontiert. Gleichwohl beschäftigt sich die GDK täglich mit diversen Risiken, welche das aktuelle und künftige Gesundheitssystem vor Herausforderungen stellen und auch im Krisenfall von Bedeutung sein können. Das Referat beleuchtet entsprechende Risiken und präsentiert Lösungsansätze.

09.50

Einführung Workshops

 
10.15 Pause  
10.45

Workshop-Session 1

  • 1) Stefan Katz, Modèle de compétences pour la gestion de situations de crise (FR)
  • 2) Michèle Giroud, Disaster Nursing (DE)
  • 3) Björn Keller, Belastungen senken, Schutz stärken (DE)
  • 4) Jan Frecè / Lucas Schult / Patrick Riesen, Cyberattacke - Das schwächste Glied - der Mensch! (DE)
  • 5) Peter Burkhardt /Simone Blunier, Evakuierung Spital (DE)
  • 6) Jean-Marc Rudaz, Risk Management Spital (FR)
  • 7) Christian Gartmann, Dialog schafft Vertrauen: Moderne Krisenkommunikation ist mehr als nur Medienarbeit (DE)
  • 8) Markus Hohl, Szenarien - Instrument zur Identifikation von Defiziten bei der Ereignisbewältigung (DE)
  • 9) David Hediger, Taktische Medizin im Rettungsdienst (DE)
  • 10) Dr. Claude Danzeisen, Tuerie de masse - Décès évitables, causes et traitements (FR)
  • 11) Walter Ammann, Umgang mit Risiken als Folge des Klimawandels (DE) - Durchführung nur am Vormittag, Session 1

 

12.15

Mittagsessen

 
13.15

Workshop-Session 2

  • 12) Stefan Katz, Kompetenzmodell für Bewältigung von Krisensituationen (D)
  • 13) Michèle Giroud, Disaster Nursing (FR)
  • 14) Björn Keller, Belastungen senken, Schutz stärken (DE)
  • 15) Jan Frecè / Lucas Schult / Patrick Riesen, Cyberattacke - Das schwächste Glied - der Mensch! (DE)
  • 16) Peter Burkhardt / Simone Blunier, Evakuierung Spital (DE)
  • 17) Jean-Marc Rudaz, Risk Management Spital (FR)
  • 18) Christian Gartmann, Dialog schafft Vertrauen: Moderne Krisenkommunikation ist mehr als nur Medienarbeit (DE)
  • 19) Dieser Workshop fällt aus
  • 20) David Hediger, Taktische Medizin im Rettungsdienst (DE)
  • 21) Dr. Claude Danzeisen, Tuerie de masse - Décès évitables, causes et traitements (FR)
  • 22) Jonas Schneider, Sicherheit in der Planung von Umzugs-Grossprojekten: Risiken erkennen und begegnen am Beispiel eines Alterszentrums (DE) -
    Durchführung nur am Nachmittag, Session 2
 
15.00

Abschluss
Stefan Trachsel
Chef Geschäftsstelle Koordinierter Sanitätsdienst KSD

 
Ca. 15.20

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