Training für Physiotherapeut*innen im Kopfschmerz-Management: Teilnehmer*innen gesucht

Kann die Behandlung und Diagnostik von Kopfschmerzen verbessert werden, indem Physiotherapeut*innen spezialisiert geschult werden? Im Rahmen einer randomisierten kontrollierte Studie untersuchen wir genau diese Frage – und suchen engagierte Physiotherapeut*innen, die teilnehmen möchten.

Worum geht es?

Im Rahmen einer randomisierten, kontrollierte Studie untersuchen wir, ob ein spezialisiertes Training für Physiotherapeut*innen die Diagnostik und Behandlung von Kopfschmerzen verbessern kann.

Kopfschmerzen gehören zu den häufigsten Erkrankungen weltweit und führen häufig zu erheblichen Einschränkungen im Alltag. In der klinischen Praxis kommt es häufig zu Fehldiagnosen, insbesondere zur Verwechslung mit zervikogenen Kopfschmerzen oder Spannungskopfschmerzen. Dies führt zu einer verzögerten oder inadäquaten Versorgung. Zusätzlich bleiben Kopfschmerzerkrankungen häufig unerkannt.

Ein wesentlicher Grund hierfür liegt in der unzureichenden Ausbildung von Gesundheitsfachpersonen. Obwohl etwa 30 Prozent der Migränebetroffenen physiotherapeutisch behandelt werden, fühlen sich nur rund 30 Prozent der Physiotherapeut*innen sicher im Umgang mit Kopfschmerzklassifikationen und evidenzbasierten Therapieansätzen.

Ziel dieser Studie ist es, durch gezielte Weiterbildung die Versorgungsqualität für Patient*innen zu verbessern.

Lebensstil App Testpersonen gesucht

Studienaufbau

Die Studie wird als randomisierte kontrollierte Studie (RCT) durchgeführt.
Das bedeutet:

  • Die Teilnehmenden werden zufällig in zwei Gruppen eingeteilt
  • Interventionsgruppe: Teilnahme an einem zweitägigen Kopfschmerz-Training
  • Kontrollgruppe: Behandlung wie gewohnt (ohne zusätzliches Training). Die Kontrollgruppe erhält nach Abschluss der Datenerhebungsphase ebenfalls eine kostenlose Schulung.
  • Anschliessend werden diagnostische Genauigkeit und Untersuchungs-/Behandlungsstrategien zwischen den Gruppen verglichen.

Wer kann teilnehmen?

Wir suchen Physiotherapeut*innen, die:

  • in der Schweiz tätig sind
  • über ausreichende Deutschkenntnisse verfügen
  • bisher keine spezialisierte Fortbildung im Bereich Kopfschmerz absolviert haben
  • bereit sind, Behandlungsverläufe von 8–10 Patient*innen anhand von standardisierten Fragebögen zu dokumentieren

Einschlusskriterien der dokumentierten Patient*innen:

Ärztliche Verordnung mit einer der folgenden Diagnosen: alle Kopfschmerztypen, alle Migränetypen, alle HWS-spezifischen Diagnosen, CMD-Dysfunktionen

Was beinhaltet die Teilnahme?

  • Ausfüllen eines standardisierten Online-Fragebogens (Dokumentation von Diagnosen und angewandten Untersuchungs- und Therapieansätzen)
  • Teilnahme an einem zweitägigen Training (Schulungstermine: 21./22. Oktober 2026 oder 2./3. Dezember 2026)
  • Gesamtdauer der Studie: ca. 12 Monate

Datenschutz und Ethik

Alle erhobenen Daten werden anonymisiert und streng vertraulich behandelt. Die Teilnahme ist freiwillig und kann jederzeit ohne Angabe von Gründen beendet werden.
 

Trainingsprogramm als Studienbestandteil

Ein zentraler Bestandteil dieser Studie ist ein praxisnahes, evidenzbasiertes Trainingsprogramm, das speziell für Physiotherapeut*innen entwickelt wurde. Dauer: 2 Tage (je 8 Stunden). Die Schulungstermine finden am 21./ 22. Oktober 2026 bzw. am 2./3. Dezember 2026 statt.

Tag 1:

  • Diagnostik von Kopfschmerzen, vermittelt durch einen Kopfschmerz-Spezialisten
  • Fokus auf diagnostische Kriterien (z. B. Klassifikation von Migräne vs. andere Kopfschmerzformen) 

Tag 2:

  • Untersuchung und Behandlung, geleitet von spezialisierten Physiotherapeut*innen 
  • Fokus auf evidenzbasierte Assessments und Therapieansätze

Ihr Vorteil:

  • Erweiterung Ihrer Fachkompetenz im Bereich Kopfschmerz
  • Einblick in aktuelle wissenschaftliche Erkenntnisse
  • Beitrag zur Verbesserung der physiotherapeutischen Versorgung
  • Möglichkeit, evidenzbasierte Behandlungskonzepte kennenzulernen

Interesse an Teilnahme?

Kontaktieren Sie uns gerne für weitere Informationen.

heike.kubat@bfh.ch

Projektpartnerschaft

Diese Studie ist Teil eines interdisziplinären Netzwerks aus Expert*nnen, Institutionen und Fachgesellschaften im Bereich Kopfschmerz und Physiotherapie.

Sie wird fachlich begleitet und unterstützt durch die Zusammenarbeit mit:

  • erfahrenen Therapeut*innen aus dem Netzwerk von kopftherapeuten.ch
  • wissenschaftlicher Expertise aus der Physiotherapie, u. a. durch Prof. Dr. Kerstin Luedtke (Universität zu Lübeck), Prof. Dr. Heiner Baur, Dr. Kay Hanusch, Manuela Grieser und Dr. Claudia Poggiolini (Berner Fachhochschule)
  • klinischer neurologischer Expertise, u. a. durch Prof. Dr. Christoph Schankin (Inselspital Bern / Bellevue Medical Group)
  • BFH Departement Wirtschaft (New Work, Prof. Dr. Verena Stahl)

Diese breite Vernetzung gewährleistet eine hohe fachliche Qualität, Praxisrelevanz und wissenschaftliche Fundierung der Studie.

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