FASIS - Fachpersonal-Sicherung im Sehbehindertenwesen

Wie lassen sich Fachkräfte im Schweizer Sehbehindertenwesen gewinnen und halten? Die BFH untersucht Arbeitsbedingungen, Laufbahnperspektiven und Weiterbildung und erarbeitet Empfehlungen für eine nachhaltige Fachkräftesicherung.

Steckbrief

  • Beteiligte Departemente Gesundheit
  • Forschungseinheit(en) Innovationsfeld Gesundheitsversorgung und Personalentwicklung
  • Förderorganisation Andere
  • Laufzeit (geplant) 01.10.2026 - 31.07.2027
  • Projektleitung Prof. Dr. Christoph Golz
  • Projektmitarbeitende Serena Bühlmann
  • Partner Schweizerischer Zentralverein für
    Haute Ecole Arc

Ausgangslage

Menschen mit Sehbehinderung, Blindheit oder Hörsehbehinderung benötigen qualifizierte Beratung, Rehabilitation und Begleitung, um ihren Alltag möglichst selbstständig zu gestalten. Mit der Alterung der Bevölkerung steigt der Unterstützungsbedarf. Gleichzeitig erschweren Personalwechsel und bevorstehende Pensionierungen die Besetzung von Fachstellen. Dies erhöht den Druck auf Fachpersonen und Organisationen. Die Tätigkeit im Sehbehindertenwesen erfordert spezifische kommunikative, soziale, rechtliche und technische Kompetenzen. Die entsprechenden Weiterbildungen dauern mehrere Jahre und verlangen einen hohen persönlichen und zeitlichen Einsatz. Offen ist, wie gut die bestehenden Qualifizierungswege zu den Bedürfnissen der Fachpersonen und Arbeitgebenden passen und welche Rolle sie für den Berufseinstieg und den Verbleib im Berufsfeld spielen. Bislang fehlen systematische Erkenntnisse, die beide Perspektiven zusammenführen. Im Auftrag des Schweizerischen Zentralvereins für das Blindenwesen (SZBLIND) untersucht die BFH gemeinsam mit der HES-SO die Arbeitsbedingungen, Entwicklungsperspektiven und Herausforderungen im Berufsfeld. Ziel sind wissenschaftlich fundierte, praxisnahe Empfehlungen, um Fachkräfte langfristig zu halten, neue zu gewinnen und das Weiterbildungssystem bedarfsgerecht weiterzuentwickeln.

Vorgehen

Das Projekt verbindet eine quantitative Online-Befragung mit anschliessenden qualitativen Gruppendiskussionen. Eine Begleitgruppe mit Fachpersonen sowie Vertretungen aus Bildung und Arbeitgeberorganisationen unterstützt das Forschungsteam. Zunächst werden Fachpersonen und Arbeitgebende im Schweizer Sehbehindertenwesen auf Deutsch und Französisch befragt. Grundlage ist der Fragebogen STRAIN 2.0 mit etablierten Skalen zu Arbeitsbedingungen, Arbeitsorganisation, sozialen Beziehungen und Führung. Ergänzende Fragen erfassen Weiterbildung, Spezialisierung und Laufbahnperspektiven. Untersucht werden auch Zusammenhänge mit Arbeitszufriedenheit und Wechselabsichten sowie Unterschiede zwischen den Einschätzungen beider Gruppen. Anschliessend vertiefen separate Fokusgruppen mit Fachpersonen und Arbeitgebenden in der Deutsch- und Westschweiz die Ergebnisse. Dabei werden insbesondere förderliche Bedingungen und Hindernisse für die Teilnahme an Weiterbildungen beleuchtet. Das Forschungsteam führt die Erkenntnisse zusammen und leitet Handlungsfelder und Empfehlungen ab. In einem Abschlussworkshop diskutieren Führungspersonen und die Begleitgruppe die Lösungsansätze und priorisieren sie nach Relevanz und Umsetzbarkeit. Ein Forschungsbericht dokumentiert die Ergebnisse als Grundlage für die Fachkräftesicherung und die Weiterentwicklung des Weiterbildungssystems.

Dieses Projekt leistet einen Beitrag zu den folgenden SDGs

  • 3: Gesundheit und Wohlergehen