Digitales Kapital im Einsatz: Zur Transformation digitaler Praktiken in der Kunstausbildung

Welche digitalen Praktiken wenden Studierende in der Abschlussphase ihrer Kunstausbildung an, wo haben sie diese gelernt und wie werden sie evaluiert? Vor allem aber: Wie prägen diese ihr studentisches Selbst?

Fiche signalétique

  • Département responsable Haute école des arts de Berne
  • Institut Institut Pratiques et théories des arts
  • Unité de recherche Art comme recherche: processus artistiques et épistemologiques
  • Organisation d'encouragement FNS
  • Durée (prévue) 01.12.2018 - 31.05.2020
  • Responsable du projet Priska Gisler
  • Direction du projet Priska Gisler
  • Équipe du projet Anna Maria Hipp
    Laura Barbara Hadorn
    Eva Allemann
  • Partenaire University of Warwick

Situation

In den Ausbildungen an Kunsthochschulen werden seit einiger Zeit verstärkt Fragen zum Verhältnis zwischen digitalen und analogen Praktiken, zwischen technischem Know-how und künstlerischer Idee sowie zwischen hochschulischen Angeboten und individuellen Handlungsorientierungen diskutiert. Alle drei Diskussionsstränge sind verknüpft mit der digitalen Transformation der tertiären Bildung, die in den Künsten als anwendungsorientierte Disziplinen in enger Verbindung zur gesellschaftlichen Digitalisierung steht. Deshalb untersuchen wir, welche digitalen Praktiken in der Hochschulausbildung der Künste (in den Masterstudienrichtungen Kunst, Design und Kunstvermittlung) wie zum Einsatz kommen und damit das studentische Selbst auf neue Weise prägen. Wir bedienen uns dabei eines sehr weiten Begriffs des Digitalen, worunter wir sowohl technische Fertigkeiten, als auch Medien und Geräte bis hin zu Arbeiten und Produkte verstehen.

Approche

Ausgehend von der Vermutung, dass sich Bourdieus Kapitaltheorie (1982, 1985) um die Dimension des digitalen Kapitals erweitern lassen müsste, formulieren wir folgende Forschungsidee: Anhand von Abschlussarbeiten in den drei Studienrichtungen Kunst, Design und Kunstvermittlung untersuchen wir, welche digitalen Praktiken Studierende einsetzen. Auf welche Kompetenzen und Kenntnisse greifen sie dabei zurück? Wie evaluieren und bewerten ihre Dozierenden, Mentor*innen und die Juries diesen Einsatz? Die Studie basiert auf dem Grundverständnis, dass subjektives Erleben bzw. subjektives Wahrnehmen Sinn stiftet und sich dieser Sinn gleichermassen aus Erfahrungen und Handlungen generiert. Mittels einer Methodenkombination aus qualitativen Interviews und Beobachtungen werden wir deshalb das subjektive Erleben Studierender während ihrer Abschlussarbeiten fokussieren, um Anhaltspunkte über die vermuteten Wirkweisen des digitalen Kapitals in der Ausbildung an Hochschulen der Künste zu erlangen.

Résultat

Das Hauptanliegen der explorativen Studie ist es, zur Frage beizutragen, ob sich Unterschiede in der Ordnung und Hierarchisierung des sozialen Raums hinsichtlich des Einsatzes und der Zirkulation eines digitalen Kapitals ausmachen lassen. Damit generieren wir Erkenntnisse zu den Zusammenhängen zwischen der digitalen Transformation der Gesellschaft und den sozialen Chancen und Handlungsmöglichkeiten von Studierenden an Kunsthochschulen.