Wohnen im Alter im Tscharnergut

Im vierten Lebensalter nehmen oft Einschränkungen zu und der Bewegungsradius wird kleiner. Altersgerechten Wohnangeboten und der wohnortsnahen Gesundheitsversorgung kommt deshalb eine grosse Bedeutung zu.

Fiche signalétique

Situation

Welche Wohnformen und welcher Mix von stationären, ambulanten und intermediären Versorgungsstrukturen zu fördern sind, ist Gegenstand von politischen Debatten in vielen Schweizer Gemeinden und Städten. In diesem Zusammenhang ist auf die Obsan-Studie «Bedarf an Alters- und Langzeitpflege in der Schweiz Prognosen bis 2040» (Pellegrini et al. 2022) hinzuweisen. Gemäss dieser müssen alle Kantone bis 2040 mit einem deutlichen Bedarfsanstieg in der Alters- und Langzeitpflege für die Altersklasse 80+ rechnen. Wurde zwischen 2010 und 2020 ein Wachstum von +25% beobachtet, prognostiziert das Schweizerische Gesundheitsobservatorium Obsan zwischen 2020 und 2040 gesamtschweizerisch ein Wachstum von +83% Prozent. Dabei ist der Bedarfsanstieg sowohl auf Seiten der ambulanten als auch der stationären Strukturen zu beobachten. Letzterer Anstieg lässt sich gemäss Pellegrini et al. (2022) auch mit einem Ausbau intermediärer Strukturen (z.B. Alterswohnungen oder betreutes Wohnen) nicht gänzlich eindämmen. Daraus lässt sich folgern, dass der Bedarf an allen oben beschriebenen Wohnformen für Menschen 80+ steigen wird. Auch die Stadt Bern ist von diesen demografischen Entwicklungen nicht ausgenommen. Das von der Statistik Stadt Bern prognostizierte Wachstum der 60-jährigen und älteren Bevölkerung zwischen 2015 und 2050 entspricht einer Zunahme von 30% (vgl. Gemeinderat Stadt Bern 2020), wobei die Altersklasse 80+ im Vergleich zu den jüngeren Altersklassen am stärksten zunimmt (+54%).

Approche

​Das Institut Alter der Berner Fachhochschule wird durch die TIAG und die Stadt Bern (Direktion FPI und BSS) beauftragt, einen Bericht «Wohnen im Alter im Tscharnergut» zu erstellen, der folgende Inhalte aufweist:- Schätzung des Bedarfs an ambulanter und stationärer Langzeitpflege in der Stadt Bern bis 2040;- Erstellung eines Kriterienkatalogs für die erfolgreiche Planung und Entwicklung von ambulanten, intermediären und stationären Versorgungsstrukturen für ältere Menschen im urbanen Raum;- Würdigung des vorliegenden Projektentwurfs von TIAG anhand des erarbeiteten Kriterienkatalogs.