- Tagung
6. Nationale Tagung Gesundheit & Armut Prekäre Arbeit, prekäre Gesundheit: Wege aus neuen Formen sozialer Unsicherheit
Die 6. nationale Tagung «Gesundheit & Armut» untersucht die gesundheitlichen Folgen neuer Arbeitsverhältnisse und widmet sich der Frage, wie sich soziale Ungleichheiten in der Arbeitswelt erkennen und überwinden lässt.
18.06.2026, 9.15–16.45 Uhr – Berner Fachhochschule BFH, Brückenstrasse 73, 3005 Bern
Im Mittelpunkt der Tagung stehen die Zusammenhänge zwischen neuen Arbeitsformen, Prekarität, Armut und Gesundheit. Seit den 1970er-Jahren hat sich die Arbeitswelt stark verändert. Flexibilisierung, Digitalisierung und Globalisierung haben neue, oft atypische Erwerbsformen hervorgebracht. Diese Entwicklungen beeinflussen nicht nur die sozialen und rechtlichen Verhältnisse zwischen Arbeitgeber*innen und Arbeitnehmenden, sondern wirken sich auch auf die physische und psychische Gesundheit der Betroffenen aus.
Die Tagung bietet Raum für wissenschaftliche Beiträge, gesundheits- und sozialpolitische Analysen sowie Praxisbeispiele aus Verwaltung und Zivilgesellschaft. Im Fokus stehen Fragen wie:
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Welche Formen der Erwerbsarbeit gelten heute als prekär und für wen?
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Wie beeinflussen neue Arbeitsverhältnisse den sozialen Schutz und die gesundheitliche Absicherung?
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Welche gesundheitlichen Risiken sind mit prekären Arbeitsverhältnissen verbunden und wie lassen sich diese mildern?
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Welche Handlungsmöglichkeiten bestehen auf individueller, institutioneller und politischer Ebene?
Expert*innen aus Wissenschaft, Politik, Praxis und Betroffenenselbstorganisationen beleuchten diese Fragen aus verschiedenen Perspektiven und zeigen Wege aus neuen Formen sozialer Unsicherheit auf.
Die Tagung wird zweisprachig (Deutsch/Französisch) durchgeführt.
Steckbrief
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Startdatum
18.06.2026, 9.15–16.45 Uhr
In Kalender eintragen - Ort Berner Fachhochschule BFH, Brückenstrasse 73, 3005 Bern
- Anmeldefrist 1. Juni 2026 (Die Anmeldemöglichkeit steht ab Ende Januar 2026 zur Verfügung)
- Kosten Diese Veranstaltung ist kostenpflichtig. Details finden Sie unter "Teilnahmegebühren"
Programm
Programm
| Uhrzeit | Input |
| 09.15-09.30 |
Eröffnung und Grusswort |
| 09.30-10.45 |
Keynotes zum Thema Prekäre Beschäftigungsformen und Gesundheit
Mit anschliessender Diskussion |
| 10.45-11.15 | Pause |
| 11.15-12.30 |
Keynotes zum Thema: Auswirkungen von neuen Arbeitsformen auf die Gesundheit von Personen in prekären Arbeitsverhältnissen
Mit anschliessender Diskussion |
| 12.15-13.00 | Mittagspause mit Stehlunch |
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13.00-13.30 |
Marktplatz |
| 13.30- 14.15 | Perspektive Gesundheit Input mit anschliessender Diskussion |
| 14.15- 14.45 | Pause |
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14.45- 16.15 |
Workshops |
| 16.15- 16.45 |
Zentrale Erkenntnisse und Schlusswort |
Die Keynotes werden jeweils in Deutsch oder Französisch gehalten und simultan in die andere Sprache verdolmetscht. Die Workshops finden alle parallel statt, werden nur einmal durchgeführt und nicht übersetzt.
Workshops
Beschreibung
Aufbauend auf den zentralen Beiträgen der Keynotes vertiefen fünf Workshops die Wechselwirkungen zwischen neuen Arbeitsformen, Armut und Gesundheit. Drei Workshops finden in deutscher, zwei in französischer Sprache statt; eine Übersetzung wird nicht angeboten.
Ausgehend von aktuellen Forschungs- und Praxisprojekten bieten die Workshops Raum für gemeinsame Diskussionen und den Austausch zwischen Wissenschaft, Verwaltung, Praxis und Expert*innen aus Erfahrung.
Die Workshoppräferenz kann im Anmeldeformular angegeben werden.
Workshop 1: Neue Herausforderungen von Arbeitsorganisation und Gesundheitsrisiken (DE)
Wie verändern neue Arbeitsformen die Organisation von Arbeit – etwa in Bezug auf Arbeitszeiten, Digitalisierung und Flexibilisierung? Der Workshop diskutiert die daraus entstehenden Herausforderungen, gesundheitlichen Risiken für besonders betroffene Gruppen sowie mögliche Ansätze, um diesen Entwicklungen aus Praxis, Politik und Forschung zu begegnen.
Sprache
- Deutsch
Beiträge
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Unsichtbar, ungeschützt? Bund und Kantone im Rückstand beim (Gesundheits)schutz für Sexarbeitende
Nathalie Miria Schmidhauser (ProCoRe) -
Prekarität, Gesundheit und Sozialschutz bei Reinigungsplattformen für Privathaushalte
Hélène Widmann, Berner Fachhochschule BFH, Wirtschaft, Institut New Work
Moderation
Workshop 2: Neue Anforderungen an die Arbeitsorganisation und Gesundheitsrisiken (FR)
Welche Veränderungen in der Arbeitsorganisation – etwa bei Arbeitszeiten, Digitalisierung oder Arbeitsformen – lassen sich beobachten? Der Workshop beleuchtet die damit verbundenen gesundheitlichen Aspekte und diskutiert Ansätze, wie gesundheitlichen Bedürfnissen und Herausforderungen begegnet werden kann.
Sprache
- Französisch
Beiträge
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Gemeinsame Umsetzung für einen besseren Gesundheitsschutz der Arbeitnehmer*innen? Das Beispiel der paritätischen Betriebsinspektion in Genf
Martinelli Aris, Haute école de travail social et de la santé Lausanne (HETSL | HES-SO)
Jacqueline Kalbermatter, Scuola universitaria professionale della Svizzera italiana (SUPSI)
Alessandro Pelizzari, Direktion, Haute école de travail social et de la santé Lausanne (HETSL)
Nicolas Pons-Vignon, Scuola universitaria professionale della Svizzera italiana (SUPSI) -
Im Beruf bestehen: Psychosoziale Risiken und Leidenschaft für die Arbeit bei Schweizer Lkw-Fahrern*innen
Patrick Ischer, Haute-Ecole Arc -
Gewerkschaftliche Perspektiven für Zimmermädchen und Beschäftigte im Logistikbereich im Kanton Waadt
Tamara Knezevic, Gewerkschaft Unia Waadt
Aymen Belhadj, Gewerkschaft Unia Waadt
Moderation
Workshop 3: Neue Herausforderungen für Familien und Sorgearbeit (DE)
Welche Auswirkungen haben die Transformationen des Arbeitsmarktes auf das Familienleben und insbesondere auf Sorgearbeit? Der Workshop diskutiert, wer besonders betroffen ist, welche gesundheitlichen Risiken entstehen und welche Formen des Umgangs sowie Ansätze aus Praxis, Politik und Forschung zur Bewältigung dieser Herausforderungen entwickelt werden.
Sprache
- Deutsch
Beiträge
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Wenn der Lohn nicht zum Leben reicht. Auswirkungen von Erwerbsarmut auf das Familien(er)leben
Prof. Dr. Clara Bombach, Berner Fachhochschule BFH, Soziale Arbeit
Melodie Luana Burri, Berner Fachhochschule BFH, Soziale Arbeit
Lea Schneider, Berner Fachhochschule BFH, Soziale Arbeit
Prof. Dr. Margot Vogel Campanello, Studiengangsleiterin Master, Berner Fachhochschule BFH, Soziale Arbeit -
Wege zu Resilienz und sozialer Veränderung: Die transformative Kraft der Hoffnung in unsicheren Zeiten
Prof. Dr. Nadia Baghdadi, OST – Ostschweizer Fachhochschule
Prof. Dr. Kerstin Bronner, OST – Ostschweizer Fachhochschule
Irini Papaioannou, OST – Ostschweizer Fachhochschule
Moderation
Workshop 4: Neue Hindernisse für den Berufseinstieg (FR)
Welche aktuellen Herausforderungen stellen sich für die berufliche Integration und welche Personengruppen sind besonders betroffen? Der Workshop beleuchtet gesundheitliche Risiken in einem sich wandelnden Arbeitsmarkt und diskutiert neue Formen von Unterstützungs- und Begleitangeboten sowie Akteur*innen, die zu deren Weiterentwicklung beitragen können.
Sprache
- Französisch
Beiträge
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Peer-Arbeit für von Armut betroffene oder bedrohte Menschen zur Verbesserung ihres Wohlbefindens und ihres Zugangs zu Unterstützungsangeboten
André Hebeisen, Surprise
Patrizia Moser, Berner Fachhochschule BFH, Soziale Arbeit
Ljilja-Lilly Tofilovska
Debora Turuani, Berner Fachhochschule, Soziale Arbeit
Christian Vukasovic -
Die unsichtbaren Körper des Spitzensports: Werdegang, Prekarität, Gesundheit und Möglichkeiten der sozialen Begleitung
Jonathan Mbondo, HETS-Genève -
Die Gesundheit der Empfänger von Eingliederungseinkommen im Kanton Waadt: Herausforderungen und Auswirkungen einer verschlechterten Gesundheit auf die Eingliederung
Christina Akre, Unisanté, Centre universitaire de médecine générale et santé publique à Lausanne
Clara Le Saux, Unisanté, Centre universitaire de médecine générale et santé publique à Lausanne
Mélinée Schindler, Université de Genève
Moderation
Workshop 5: Ganzheitliche Gesundheitsförderung von Arbeitnehmenden im Kontext neuer Arbeitsformen (DE)
Welche Herausforderungen stellen sich an die Förderung der Gesundheit in Zeiten neuer/prekärer Arbeitsformen und welche Gruppen sind besonders vulnerabel? Welche Formen der Selbstsorge sind unter prekären Arbeits- und Lebensbedingungen möglich? Der Workshop diskutiert sozialpolitische Verantwortung und Mobilisierungsansätze auf unterschiedlichen Ebenen sowie die Rolle von Gewerkschaften, Arbeitsorganisationen, Personalkommissionen der Arbeitgebenden und Behörden/Staat bei der Förderung von physischer und psychischer Gesundheit.
Sprache
- Deutsch
Beiträge
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Care zwischen Erschöpfung und Widerstand: Self-care-Praktiken von "systemrelevanten" Arbeiter*innen in der Schweiz
Dr. Carole Ammann, Universität Luzern
Christina Mittmasser, HES-SO
Dr. Sarah Berit Schilliger, ETH Zürich -
Aktiver Gesundheitsschutz in der neuen Arbeitswelt
Dr. Milena Sina Wütschert, Fachstelle Betrieblicher Gesundheitsschutz Zürich -
Gesundes Altern am Arbeitsplatz am Beispiel der Menopause (mit anschliessender Diskussion)
Regula Bühlmann, Leiterin der Fachstelle für Gleichstellung in Geschlechterfragen der Stadt Bern
Dr. Nathalie Bettina Neeser, Berner Fachhochschule BFH, Wirtschaft, Institut New Work
Prof. Dr. Isabelle Zinn, Berner Fachhochschule BFH, Wirtschaft, Institut New Work
Moderation
Marktplatz
Marktplatz: Organisationen / Netzwerke / Projekte
Der Marktplatz während der verlängerten Mittagspause lädt zum Austausch ein: In Posterpräsentationen geben Betroffene, zivilgesellschaftliche Organisationen sowie Fachpersonen aus Praxis und Forschung Einblick in ihre Projekte, Initiativen und Studien. Im Zentrum stehen neue Arbeitsformen, Prekarität und Gesundheit – sowie exemplarische Lösungsansätze aus Organisationen, Netzwerken und Praxis.
Organisationen / Netzwerke
- Caritas
- Surprise
- Staatssekretariat für Wirtschaft SECO
- Bundesamt für Sozialversicherungen BSV
- HETSL-Verlagsgesellschaft
Exemplarische Projekte
- Projekt: Systemrelevant! Wer hält die Stadt am Laufen?
Universität Luzern und ETH Zürich
Carole Ammann, Universität Luzern - Projekt: Arbeit oder Sorge? Beides! Wie Familien in Erwerbsarmut Arbeit, Sorge und Gesundheit (er)leben. Einblicke in erste Forschungsergebnisse
Melodie Luana Burri, Berner Fachhochschule BFH, Soziale Arbeit
Referierende
Key Note Speaker
- Koukal Anna, Dr. rer. pol., Projektleiterin Nationales Armutsmonitoring, Geschäftsfeld «Alter, Generationen und Gesellschaft», Bundesamt für Sozialversicherungen (BSV)
- Prof. Dr. Jean-Michel Bonvin, Dozent, Universität Genf, Präsident der Schweizerischen Vereinigung für Sozialpolitik und Gründungsmitglied des CESCAP
- Dr. Carolin Fischer, Leiterin Themenfeld Caring Society, Berner Fachhochschule BFH, Soziale Arbeit
- Prof. Dr. Caroline Straub, Dozentin, Institut New Work, Berner Fachhochschule BFH, Wirtschaft
Kosten
Teilnahmegebühren
Preiskategorien für die Teilnahme vor Ort:
- regulärer Preis: CHF 330
- Partnertarif: CHF 280
(gilt für Mitglieder aller Partnerorganisationen der Tagung Gesundheit und Armut, welche im Bereich Partner/Trägerschaft und Kommunikationspartner aufgeführt sind) - reduzierter Tarif: CHF 100
(gilt für Studierende und Armutsbetroffene)
In der Teilneahmegebühr sind folgende Leistungen enthalten:
Teilnahme an der Veranstaltung, Teilnahme an einem Workshop (Parallelsessions), Verpflegung (Pausen und Mittagessen).
Es gelten die AGB für Events der BFH.
Ziel und Zielpublikum
Ziel
Ziel ist es, ein gesellschaftlich drängendes, aber noch wenig breit diskutiertes Thema differenziert zu beleuchten. Die Tagung soll Wissen aus verschiedenen Disziplinen und Feldern bündeln und so Impulse für Forschung, Praxis und Politik geben. Sie schafft eine Plattform für Austausch, Reflexion und Vernetzung – mit dem Ziel, Wege aus neuen Formen sozialer Ungleichheit aufzuzeigen.
Zielpublikum
Angesprochen sind Fachpersonen und Interessierte aus:
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Politik, insbesondere aus den Bereichen Gesundheit, Soziales und Arbeitsmarkt, Wissenschaft und Forschung
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Verwaltung (Bund, Kantone, Gemeinden)
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Soziale Arbeit, Gesundheitseinrichtungen, Bildung
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NGOs, Verbände, Gewerkschaften
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Selbstorganisationen und Betroffenenvertretungen
Partner
Trägerschaft
Kommunikationspartner
- Berufsverband Soziale Arbeit Schweiz AvenirSocial
- Bundesamt für Gesundheit BAG
- Haute école de travail social et de la santé Lausanne (HETSL)
- Konferenz der kantonalen Gesundheitsdirektorinnen und -direktoren GDK
- Konferenz der kantonalen Sozialdirektorinnen und Sozialdirektoren SODK
- Public Health Schweiz
- Schweizerische Fachverband für gesundheitsbezogene Soziale Arbeit SAGES
- Schweizerische Gesellschaft für Allgemeine Innere Medizin SGAIM
- Schweizerische Gesellschaft für Psychiatrie und Psychotherapie SGPP
- Schweizerische Konferenz für Sozialhilfe SKOS
- Schweizerischer Städteverband
- Westschweizer und Tessiner Verband der Sozialhilfeinstitutionen (artias)