- Medienmitteilung
Studie zeigt: Klimaresistente Kartoffeln schmecken gut
13.10.2026 Robuste Kartoffelsorten könnten künftig häufiger im Einkaufswagen landen. Bis 2040 sollen sie 80 Prozent der Anbaufläche ausmachen. Eine Studie der Hochschule für Agrar-, Forst- und Lebensmittelwissenschaften BFH-HAFL in Zusammenarbeit der Branchenorganisation der Schweizer Kartoffeln swisspatat zeigt, dass klima- und ressourcenschonende Sorten auch schmecken. Nun folgt der Test im Detailhandel – gemeinsam mit Denner.
Mehr Widerstandskraft gegen Krankheiten, Hitze und Trockenheit, weniger Pflanzenschutzmittel: Robuste Kartoffelsorten können den Kartoffelanbau nachhaltiger machen. Aber schmecken sie auch? Dies untersuchte ein Forschungsteam der BFH-HAFL im Auftrag von swisspatat und mit Unterstützung von Denner und IP-SUISSE.
Vielversprechende Resultate
Die Auswertung der Studie zeigt: Robuste Kartoffelsorten haben Potenzial im Markt. «Insbesondere zwei der mehligkochenden Sorten wurden von den Teilnehmenden positiv bewertet», führt Gabriel Thiele vom Forschungsteam der Sensorik-Abteilung der BFH-HAFL aus, wo drei robuste Sorten mit jeweils einer etablierten Referenzsorte verglichen wurden. Informationen zu den Umweltvorteilen und zur Widerstandsfähigkeit der Sorten erhöhten die Kaufbereitschaft zusätzlich.
«Die Resultate sind sehr erfreulich. Sie zeigen, dass es robuste Kartoffelsorten gibt, die eine reale Chance auf dem Markt haben. Damit könnte der Ackerbau in der Schweiz auch bei Klimaveränderungen nachhaltig Kartoffeln produzieren», sagt Stefan Vogel, Kartoffel-Experte und wissenschaftlicher Mitarbeiter an der BFH-HAFL. Auch Christian Bucher, Geschäftsführer von swisspatat, sieht positiv in die Zukunft: «Der Hitzesommer 2026 war für die Kartoffelproduktion sehr herausfordernd und verdeutlichte die Wichtigkeit von robusten Sorten. Die Resultate des Projekts sind deshalb gute Neuigkeiten für die Branche.»
Für die Studie degustierten über 80 Testpersonen drei festkochende und drei mehligkochende Sorten im Vergleich mit einer Referenzsorte. Während zwei der mehligkochenden Sorten ein grosses Vermarktungspotenzial aufweisen, zeigten sich bei den festkochenden noch Herausforderungen bezüglich Geschmack und Textur. «Hier müssen weitere Tests mit neuen Sorten folgen», so Kartoffel-Experte Vogel.
Denner führt Praxistests durch
Nun wird getestet, ob diese Kartoffeln auch im Handel ankommen: In ausgewählten Denner Filialen erhalten Kundinnen und Kunden Anfang 2027 kostenlose Produktproben der Kartoffelsorten. Dabei wird ihre Einschätzung zu Qualität, Geschmack und Kaufbereitschaft erhoben. «Wenn sie die Kundenbedürfnisse in Bezug auf Geschmack und Qualität erfüllen sowie preislich attraktiv sind, bieten sie ein vielversprechendes Potenzial für die Weiterentwicklung unseres Sortiments. Und wir können einen Beitrag zur zukünftigen Landwirtschaft leisten», sagt René Trapp, Leiter Einkauf bei Denner.
Für BFH-HAFL-Forscher Stefan Vogel zeigt das Projekt, wie wichtig die Zusammenarbeit ist: «Wollen wir klimaresistentere Sorten erfolgreich etablieren, müssen Erkenntnisse aus der ganzen Wertschöpfungskette, vom Anbau, Vermarktung sowie Sensorik und Konsumententests zusammenfliessen.»
Zusammenarbeit vom Acker bis zum Teller
Das Forschungsprojekt der BFH-HAFL wird von Swisspatat, der Branchenorganisation der Schweizer Kartoffeln, und dem Bundesamt für Landwirtschaft (BLW) getragen. Ziel ist es, Kartoffelsorten für einen nachhaltigen und resilienten Schweizer Kartoffelanbau zu fördern – Sorten, die nicht nur auf dem Feld, sondern auch auf dem Teller überzeugen. Die Schweizer Kartoffelbranche hat sich 2024 über eine Zielvereinbarung mit dem BLW zum Ziel gesetzt, bis ins Jahr 2040 auf 80 Prozent der Anbaufläche robuste Sorten anzubauen.