HORIZON Europe Projekt zum Einfluss digitaler Technologien auf Jugendliche

20.05.2026 Ein Konsortium unter der Leitung des Instituts Digital Technology Management setzt sich gegen mehr als 70 Mitstreiter*innen aus ganz Europa durch und erhält den Zuschlag für das HORIZON Europe Projekt «Thrive». Ziel ist es, die Auswirkungen digitaler Technologien auf Jugendliche besser zu verstehen. 

Das Wichtigste in Kürze

  • Das Projekt «Thrive» untersucht die Auswirkungen der Nutzung digitaler Tools auf die Fähigkeit zum selbstregulierten Lernen und auf das Wohlbefinden von Jugendlichen. Beispiele sind die Nutzung von generativer KI oder von Smartphones.

  • Thrive ist länderübergreifend: Beteiligt sind Partner aus zehn europäischen Ländern, rund 4.000 Jugendliche (im Alter von 14 bis 16 Jahren) und rund 30 Schulen.

  • Das Projekt entwickelt konkrete Handlungsempfehlungen für Schulen, politische Entscheidungsträger*innen sowie Schülerinnen und Schüler.

Digitale Technologien und Tools wie Smartphones, generative Künstliche Intelligenz oder Social Media prägen den Alltag von Jugendlichen. Bisherige Studien darüber, wie sich diese auf die Lernfähigkeiten und das Wohlbefinden von Jugendlichen auswirken, sind lückenhaft, oft länderspezifisch und konzentrieren sich eher auf Risiken als auf entwicklungsfördernde Möglichkeiten. Das europäische Forschungsprojekt «Thrive: Thriving through Reflection on Digital Engagement for Learning and Well-being» nimmt sich deshalb einer zentralen bildungspolitischen Herausforderung an: dem besseren Verständnis des Umgangs Jugendlicher mit digitalen Technologien. «Wir wünschen uns wissenschaftlich fundierte Erkenntnisse darüber, wie digitale Praktiken, sprich die Nutzung von Social Media oder generativer KI, das Lernen und Wohlbefinden von Jugendlichen beeinflussen», sagt Sanja Tumbas, vom Institut Digital Technology Management an der BFH-Wirtschaft.

Zu Beginn des Projekts werden in einem Open-Source-KI-Tool namens «Orbita» umfassende Basisdaten erhoben – an 30 Schulen in sieben europäischen Ländern (Dänemark, Deutschland, Österreich, Schweiz, Griechenland, Zypern, Italien). Diese Daten werden von rund 4000 Jugendlichen im Alter von 14 bis 16 Jahren erfasst. Im Projektverlauf führen die Jugendlichen innerhalb von Orbita Tagebuch (journaling). Dabei werden sie durch Orbita angeleitet und in ihrer Selbstreflexion über die Nutzung von digitalen Technologien auf ihr Wohlbefinden unterstützt. Die dadurch gewonnenen Erkenntnisse fliessen einerseits in die wissenschaftliche Auswertung ein und werden andererseits genutzt, um Orbita weiterzuentwickeln. Zusätzliche Daten werden durch Befragungen von Lehrkräften und Schulleitungen erhoben.

«Auf dieser Basis entwickeln wir im weiteren Projektverlauf konkrete Handlungsempfehlungen für Schulen, Lehrpersonen, politische Entscheidungsträger*innen aber auch für Schülerinnen und Schüler», erklärt Sanja. Diese sollen daraufhin ihren Weg in die Praxis finden. Die an der Studie beteiligten Schulen sind dabei ein erster Schritt. Die Forschungsergebnisse sollen aber auch verbreitet werden via bestehende europaweite Netzwerke und Organisationen (SELFIE, DIGYMATEX, CORE), verschiedenen Events sowie einem neuen, noch zu gründenden Netzwerk für digitales Wohlbefinden an Schulen.

Im Einklang mit den Zielen von Horizon Europe zu digitaler Bildung, Wohlbefinden und Inklusion liefert Thrive belastbare wissenschaftliche Erkenntnisse und praxisnahe Werkzeuge. Damit leistet das Projekt einen wichtigen Beitrag zur Förderung digitaler Mündigkeit, metakognitiver Kompetenzen und Resilienz von Jugendlichen in europäischen Schulen.

Die Projekteingabe verantworteten Sanja Tumbas, Nikolaus Obwegeser, Thiemo Wambsganss und Roman Rietsche. In den nächsten vier Jahren werden sie am Institut Digital Technology Management das europaweite Konsortium, bestehend aus 13 Partnern, leiten.

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