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Zurück zum Suppenhuhn: Ein HAFL-Projekt gegen Food Waste
04.06.2026 Ein Studierendenprojekt der BFH-HAFL zeigt, wie «ausgediente» Legehennen besser genutzt werden können. Mit konkreten Lösungen trägt das Projekt zur Reduktion von Food Waste in der Geflügelbranche bei.
Das Wichtigste in Kürze
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Suppenhühner verschwinden zunehmend aus der Wertschöpfungskette, obwohl jährlich Millionen Tiere anfallen.
- Eine Projektarbeit von Studierenden der BFH-HAFL zeigt, dass Konsumierende verarbeitete Produkte aus Suppenhühnern gut akzeptieren.
- Ein digitaler Onlineshop kann neue Absatzmöglichkeiten schaffen und Food Waste reduzieren.
Suppenhuhn war früher ein Klassiker in der Küche – heute ist von unseren Tellern fast verschwunden. Gleichzeitig steigen die Anforderungen an Effizienz und Standardisierung in der Verarbeitung, sodass Suppenhühner zunehmend auch aus den bestehenden Wertschöpfungsketten herausfallen. Jährlich werden deshalb mehrere Millionen Legehennen als Tierfutter verwertet oder in Biogasanlagen genutzt.
Wie lässt sich diese erhebliche Menge an Food Waste reduzieren? Dieser Frage stellten sich BFH-HAFL-Studierende in einer Projektarbeit.
Hohe Akzeptanz
Vier Agronomie-Studierende entwickelten einen innovativen Ansatz zur Vermarktung von Bio-Suppenhühnern. «Im Modul Agronomieprojekt geht es darum, verschiedene Kompetenzen aus dem Studium zusammenzuführen und Fragestellungen aus Geflügelhaltung, Wirtschaftlichkeit, Kommunikation und Marketing gemeinsam zu bearbeiten», erklärt BFH-HAFL-Agronom Andreas Scheurer, der die Studierenden betreut hat.
Grundlage waren breit angelegte Umfragen unter Privatpersonen und Gastronomiebetrieben sowie Gespräche mit Branchenexpertinnen und Branchenexperten. Die Ergebnisse zeigen ein deutliches Potenzial: Ein grosser Teil der Konsumentinnen und Konsumenten ist sich der Problematik bewusst und grundsätzlich bereit, Produkte aus Suppenhühnern zu konsumieren, insbesondere wenn Nachhaltigkeit, Tierwohl und regionale Herkunft klar kommuniziert werden.
Ein zentrales Resultat ist die hohe Akzeptanz verarbeiteter Produkte. Während das klassische ganze Huhn heute nur noch eine Nischenrolle spielt, stossen Produkte wie Nuggets, Burger-Patties oder Geschnetzeltes auf deutlich grössere Nachfrage. Diese Erkenntnis bildet die Grundlage für eine marktorientierte und praxisnahe Vermarktungsstrategie.
Auch wirtschaftlich liefert das Projekt wichtige Erkenntnisse: Für Privatkundinnen und Privatkunden erscheint ein Verkaufspreis von rund 10 Franken pro Bio-Suppenhuhn realistisch. Im Gastronomiebereich zeigen sich hingegen grössere Herausforderungen. In den Umfragen werden beispielsweise zusätzliche Verarbeitungskosten genannt.
Onlineshop lanciert
Als konkretes Resultat entstand ein Prototyp einer digitalen Plattform mit integriertem Onlineshop. Über einen solchen könnten in Zukunft Produzent*innen direkt mit Konsument*innen in Kontakt treten.
Eine Website als Vertriebskanal ist in der Branche bislang noch wenig etabliert. «Die grösste Herausforderung wird sein, Konsumentinnen und Konsumenten auf die Website aufmerksam zu machen und sie zur Bestellung zu bewegen», sagt Scheurer.
Das Projekt zeigt: Innovative Vermarktungsansätze und ein stärkerer Fokus auf die Bedürfnisse der Konsument*innen können dazu beitragen, Produkte aus Legehennen besser zu vermarkten, Food Waste zu reduzieren und neue Absatzmöglichkeiten für die Schweizer Landwirtschaft zu schaffen.