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«Der BFH-Bachelor war der Grundstein für meine Karriere»
12.02.2026 Vom Elektroinstallateur zum Projektleiter: Shane Witjes (29) hat nach seiner Lehre die Berufsmaturität und danach an der BFH-TI einen Bachelor in Wirtschaftsingenieurwesen absolviert. Heute leitet er Projekte im Bereich SAP bei PricewaterhouseCoopers (PwC) und freut sich über jeden Karriereschritt.
«Etwas mit den Händen.» So antwortete Shane Witjes als Kind auf die Frage, was er später einmal tun wolle. Heute sitzt er oft am Computer, der Fokus liegt für ihn aber auf der Arbeit mit Menschen. Er arbeitet als Projektmanager und Stratege im Bereich «Digital Business Transformation & AI» beim global tätigen Wirtschaftsprüfungsunternehmen PricewaterhouseCoopers in Zürich. Zunächst war der gebürtige Burgdorfer seinem Wunsch nach einer handwerklichen Ausbildung nachgegangen. Nach der vierjährigen Lehre zum Elektroinstallateur arbeitete er etwas mehr als ein Jahr in diesem Job. Obwohl es ihm insgesamt gut gefiel, spürte er immer mehr: Ich will nicht für immer auf der Baustelle bleiben. Also absolvierte er die Berufsmaturität und suchte nach passenden Studiengängen.
Die passende Kombination
Als er vom Bachelor in Wirtschaftsingenieurwesen an der BFH-TI erfuhr, war er sofort überzeugt: Eine Kombination aus Technik, Informatik und Wirtschaft – das passt. Also meldete er sich 2018 an. «Das war eine der besten Entscheidungen meines Lebens», sagt er heute. «Ich würde diesen Studiengang jederzeit wieder wählen.» Dass die Dozierenden in engem Kontakt mit der Wirtschaft stehen und bei den Unternehmen nachfragen, was diese wirklich brauchen, findet er «genial». Dank der Abwechslung zwischen Theorie, praktischen Übungen und Projekten mit realen Unternehmen sei er während des gesamten Studiums motiviert geblieben, sagt er. Und dass er bereits Erfahrungen mit konkreten Programmen wie beispielsweise der Unternehmenssoftware SAP sammeln konnte, sei für seinen Berufseinstieg entscheidend gewesen. «Ich denke, das war beim Vorstellungsgespräch das Zünglein an der Waage.» Während eines Praktikums bei der SBB lernte er einen heutigen Kollegen von PwC kennen. Daraufhin bewarb er sich kurzerhand und erhielt zu seiner grossen Freude die Stelle.
Bei PwC ging es für ihn schnell aufwärts: Nach weniger als zwei Jahren als Technology Consultant wurde er zum Senior Technology Consultant ernannt, nur ein Jahr später zum Manager. «Nun stehe ich bereits in der Mitte der Karriereleiter dieses Unternehmens», erklärt der 29-Jährige. «Das motiviert mich enorm.» Die Strukturen mit Coaches, welche die Mitarbeitenden gezielt förderten, sei für ihn ideal. Einige hätten ihn gewarnt, in einem solchen Unternehmen könne ein grosser Konkurrenzdruck herrschen. Doch er nehme das Klima als sehr wohlwollend wahr. «Natürlich ist es fordernd – aber ich habe auch selbst grosse Ambitionen.» Humorvoll, ambitioniert und zielorientiert: Mit diesen drei Adjektiven beschreibt er sich selbst.
«Die Fächer-Kombination war ideal für meine Laufbahn.»
Effiziente und aufgeräumte Systeme
In seiner heutigen Position unterstützt Shane Witjes grosse Kunden beim Einsatz von SAP, einer ERP-Software, mit der sich alle Ressourcen eines Unternehmens planen und steuern lassen. ERP steht für «Enterprise-Resource-Planning». Der Projektmanager formuliert es so: «Diese Software ist quasi das Rückgrat des Unternehmens.» Darin werden ganze Unternehmensabläufe wie Lieferprozesse, Finanzen oder HR mit allen zugehörigen Daten abgebildet. Wenn die Software ein Update ankündigt, kann das zu bedeutenden Veränderungen in den Prozessabläufen von Firmen führen. Spätestens dann geht Witjes mit den Mitarbeitenden die Unternehmensprozesse durch und schaut, was sich verschlanken, standardisieren oder harmonieren lässt. «Ziel ist, dass man nach dem Wechsel ein System hat, das effizient, harmonisiert und aufgeräumt ist», fasst er zusammen.
Neben dem Projektmanagement beobachtet der BFH-Alumnus im Rahmen seiner Zusatzfunktion als «AI-Strategist» die Entwicklungen im Bereich KI und hält seine Kolleg*innen auf dem Laufenden – weltweit. Die Zusammenarbeit mit Menschen aus der ganzen Welt finde er enorm spannend, erzählt der Wahlzürcher. Eines der ersten Bücher im Bachelorstudium sei «The Cultural Map» von Erin Meyer gewesen, das habe ihn richtig «geflasht». Es behandelt die kulturell unterschiedlichen Leadership-Stile. Vor Meetings mit Menschen aus China, Japan oder den USA nehme er das Buch sogar ab und zu wieder zur Hand. «Wenn man die kulturellen Unterschiede kennt, kann man auch besser Brücken bauen.»
Ob beruflich oder privat: Reisen gehört zu Witjes’ Lieblingsbeschäftigungen. In den regulären fünf Wochen Ferien fliegt er auch gerne mal nach Asien, Südamerika oder in die USA. Und als Ausgleich zum 100-Prozent-Arbeitspensum betreibt er viel Sport: Früher vor allem im Fitnesscenter, neuerdings im Boxring. Generell pflegt er einen sehr aktiven Lebensstil: «Aber ich geniesse es auch sehr, am Sonntag am Zürichsee spazieren zu gehen und einen Kaffee zu trinken.» Er setze zwar momentan voll auf die Karriere, Familie und Freunde seien für ihn aber zentral.
Laufende Weiterbildung
Ob durch SAP-Updates, Change- und Digitalisierungsprozesse in den Unternehmen oderangesichts der Entwicklungen rund um KI: Sich laufend weiterzubilden ist für Shane Witjes das A und O. Deshalb hat er zusätzlich bereits ein CAS in «Digital Transformation» ab-geschlossen, ebenfalls an der BFH-TI in Biel. «Rückblickend hätte ich damit vielleicht noch etwas zuwarten können», merkt der Wirtschaftsingenieur lachend an. Er habe das CAS bereits zwei Jahre nach dem Bachelor in Angriff genommen: «In ein paar Jahren wäre der Unterschied betreffend Technologien und damit der Erkenntniswert für mich bestimmt noch etwas grösser gewesen.» Es sei aber gut zu wissen, dass die BFH offen sei für neue Themen und auch die Kontakte zu den Alumni weiterhin pflege. «Wir haben schon einmal lose andiskutiert, ob ich selber einmal einen Vortrag im Bereich KI halten könnte – vor Studierenden der kommenden Generationen.»