Gewaltfreie Kommunikation im Spital
Wie wirkt Gewaltfreie Kommunikation (GfK) im Spitalalltag? Das Projekt untersucht, wie GfK-Trainings die Gesprächskompetenz und das Stressempfinden von Assistenzärzt*innen in der pädiatrischen Versorgung beeinflussen.
Steckbrief
- Beteiligte Departemente Soziale Arbeit
- Institut(e) Institut Beratung, Mediation, Supervision
- Förderorganisation BFH
- Laufzeit (geplant) 01.04.2025 - 30.09.2026
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Projektleitung
Nicole Rüegsegger
Melanie Njoki Friedli - Partner Dr. med. Bianca Kreiter, Inselspital, Universitätsklinik für Kinderheilkunde
- Schlüsselwörter Gewaltfreie Kommunikation (GfK), Gesprächskompetenz, Kommunikation im Gesundheitswesen, Konfliktbewältigung, Deeskalation, Empathie, Stress / Stressempfinden, Emotionale Belastung
Ausgangslage
Gesundheitsfachpersonen sind im Berufsalltag regelmässig mit emotional und ethisch anspruchsvollen Situationen wie Tod, Trauer oder Trauma konfrontiert. Diese bergen ein erhöhtes Konfliktpotenzial, insbesondere im Umgang mit Patient*innen sowie deren Angehörigen. Studien zeigen, dass Konflikte im Spital häufig auf Kommunikationsprobleme mit Gesundheitsfachpersonen zurückzuführen sind. Zudem stehen über die Hälfte der psychisch bedingten Arbeitsunfähigkeiten im Zusammenhang mit Kränkungen oder Konflikten am Arbeitsplatz. Vor diesem Hintergrund gewinnt die von Marshall B. Rosenberg entwickelte Gewaltfreie Kommunikation (GfK) an Bedeutung. Sie fördert eine klare, wertschätzende und empathische Kommunikation durch aktives Zuhören sowie die Wahrnehmung eigener und fremder Gefühle sowie Bedürfnisse. Empirische Studien weisen darauf hin, dass spezifische Massnahmen wie Trainings in GfK Empathie, Kommunikations- und Konfliktkompetenz sowie die Zusammenarbeit im Team stärken und empathischen Stress reduzieren können. Trotz ihrer Anwendung ist die Evidenz der GfK im Gesundheitswesen bislang begrenzt belegbar.
Vorgehen
Das Ziel des Projektes ist es, forschungsbasierte Erkenntnisse in Bezug auf die Auswirkungen von Trainings in GfK auf die Gesprächskompetenz und das eigene Stressempfinden von Assistenzärzt*innen zu gewinnen. Dazu führt das vorliegende Projekt bei allen Assistenzärzt*innen und weiterem interessierten medizinischen Personal des Kinderspitals Bern ein eintägiges GfK-Training durch. Die wissenschaftliche Begleitung der BFH umfasst eine schriftliche Befragung der Teilnehmenden vor sowie ein beziehungsweise fünf Monate nach dem Training. Der Fokus der Befragung liegt auf der Interaktion zwischen den Assistenzärzt*innen und den Angehörigen der sich auf der Pädiatrie befindenden Kinder. Thematisch legt die Studie den Fokus sowohl auf das Stressempfinden als auch auf die Empathie und Gesprächskompetenz. Dieser Fokus wurde gewählt, da sich hier emotional besonders herausfordernde Situationen erfassen lassen. Wir gehen davon aus, dass sich in dem beschriebenen Setting die ohnehin hohen Anforderungen an Gesprächskompetenz und Stressresistenz bündeln. Ergänzend dazu werden Interviews mit Personen geführt, welche alle drei Umfragen ausgefüllt haben. Diese Interviews dienen der vertieften Exploration individueller Erfahrungen und der wahrgenommenen Effekte des GfK-Trainings im klinischen Alltag.