Dekarbonisierung von Lieferketten

Lieferkettenemissionen verursachen einen grossen Teil der unternehmerischen Treibhausgasemissionen, werden aber bislang nur von wenigen Unternehmen systematisch gemanagt. Die Studie zeigt, wie sie erfasst und reduziert werden können.

Steckbrief

  • Beteiligte Departemente Wirtschaft
  • Institut(e) Institut Public Sector Transformation (IPST)
  • Forschungseinheit(en) Data and Infrastructure
  • Strategisches Themenfeld Themenfeld Nachhaltige Entwicklung
  • Förderorganisation Andere
  • Laufzeit (geplant) 01.12.2025 - 31.12.2026
  • Projektleitung Melanie Senn
  • Projektmitarbeitende Melanie Senn
    Dr. Matthias Sahli
    Dr. Jan Bieser
  • Partner Swisscom AG
  • Schlüsselwörter Lieferkette, Emissionen, Klimaschutz, datenbasierte Ansätze

Ausgangslage

Lieferkettenemissionen entstehen bei der Herstellung und dem Transport beschaffter Güter und Dienstleistungen und machen bei vielen Unternehmen mehr als 50 % der Emissionen aus. Ihre Reduktion ist besonders anspruchsvoll, da sie ausserhalb des eigenen Unternehmens in komplexen, globalen Lieferketten entstehen. Die Studie untersucht, wie Unternehmen Lieferkettenemissionen systematisch managen, welche Reduktionsmassnahmen sie einsetzen und wie Daten dabei unterstützen können.

Vorgehen

Zur Beantwortung der Forschungsfragen kombinieren wir eine Literaturrecherche mit Fallstudien von drei Schweizer Unternehmen, die bereits über Erfahrung im Management von Lieferkettenemissionen verfügen. Dadurch können bestehende Erkenntnisse zusammengeführt sowie durch die praktischen Erfahrungen der Unternehmen konkretisiert und erweitert werden.

Ergebnisse

Zentrales Ergebnis ist ein Prozessmodell zur systematischen Erfassung und Reduktion von Lieferkettenemissionen. Die Studie identifiziert zudem 14 Reduktionsmassnahmen in vier Bereichen: Zusammenarbeit mit bestehenden Lieferanten, Erneuerung des Lieferantenportfolios, Optimierung von Produkten und Materialien sowie organisatorische Verankerung von Emissionszielen. Daten sind dabei über den gesamten Prozess hinweg eine zentrale Voraussetzung. Unternehmen benötigen Daten, um ihre Lieferketten abzubilden, Emissionen zu berechnen, Emissionsschwerpunkte zu identifizieren, Reduktionspfade zu modellieren, Massnahmen zu überwachen und Fortschritte zu berichten. Ein höherer Detaillierungsgrad erhöht jedoch auch den Aufwand für Datenerhebung und Datenmanagement. Unternehmen sollten deshalb Genauigkeit und Aufwand gegeneinander abwägen und detaillierte, lieferantenspezifische Daten sowie weiterführende Analysen insbesondere auf die grössten Emissionsschwerpunkte konzentrieren.