BIPV-EOL
Wann lohnt sich der Weiterbetrieb einer PV-Anlage, wann Repowering oder Wiederverwendung? Ein Entscheidungsmodell zeigt, welche End-of-Life-Strategie technisch, wirtschaftlich und ökologisch sinnvoll ist.
Steckbrief
- Beteiligte Departemente Technik und Informatik
- Institut(e) Institute for Data Applications and Security (IDAS)
- Forschungseinheit(en) IDAS / Management Science, Innovation, Sustainability and Entrepreneurship (MSIE)
- Strategisches Themenfeld Themenfeld Nachhaltige Entwicklung
- Förderorganisation Andere
- Laufzeit (geplant) 01.05.2026 - 30.09.2026
- Projektleitung Dr. Ässia Boukhatmi
- Partner IWB
- Schlüsselwörter Photovoltaik · BIPV · Kreislaufwirtschaft · Wiederverwendung · Recycling · Entscheidungsmodell
Ausgangslage
Photovoltaikanlagen werden zunehmend zu einem festen Bestandteil von Gebäuden und Fassaden. Mit zunehmendem Anlagenalter stellt sich jedoch die Frage, was mit den Anlagen am Ende ihrer ersten Nutzungsphase geschehen soll. Heute werden Entscheidungen über Weiterbetrieb, Stilllegung, Repowering, Wiederverwendung oder Rückbau häufig anhand einzelner technischer oder wirtschaftlicher Kriterien getroffen. Eine ganzheitliche, systematische Entscheidungsgrundlage, welche technische Sicherheit, Wirtschaftlichkeit und ökologische Auswirkungen gemeinsam berücksichtigt, fehlt bislang.
Vorgehen
Im Projekt wird ein datenbasiertes Entscheidungsmodell für End-of-Life-Entscheidungen von PV-Anlagen entwickelt. Zunächst wird geprüft, ob ein sicherer Weiterbetrieb technisch möglich ist. Dabei werden unter anderem Anlagenalter, Anlagentyp, Modultyp, Garantie und Betriebs- und Monitoringdaten berücksichtigt. Für die technisch geeigneten Optionen werden anschliessend wirtschaftliche und ökologische Kriterien bewertet. Dazu fliessen unter anderem Investitions- und Rückbaukosten, erwartete Erträge, Restlebensdauer sowie die mit den verschiedenen Optionen verbundenen CO₂-Emissionen ein. Das Modell führt diese Informationen zu einer nachvollziehbaren Empfehlung für die weitere Nutzung der Anlage zusammen.
Ergebnisse
Das Ergebnis ist ein strukturiertes Entscheidungsmodell, das verschiedene End-of-Life-Optionen systematisch miteinander vergleicht. Es zeigt auf, unter welchen Bedingungen ein Weiterbetrieb, Repowering, eine Wiederverwendung oder ein Rückbau mit anschliessendem Recycling sinnvoll ist. Damit entsteht eine Entscheidungsgrundlage, die technische Sicherheit mit wirtschaftlichen und ökologischen Kriterien verbindet und insbesondere Eigentümer, Betreiber und Investoren bei der Planung von Sanierungs- und Rückbaumassnahmen unterstützt.
Ausblick
Das Entscheidungsmodell soll künftig auf weitere PV-Anlagen und unterschiedliche Gebäudetypen übertragbar sein. Durch die Nutzung realer Betriebs- und Anlagendaten soll die Entscheidungsqualität kontinuierlich verbessert werden. Langfristig kann das Modell dazu beitragen, PV-Anlagen länger zu nutzen, funktionstüchtige Komponenten einer zweiten Nutzung zuzuführen und unnötigen Ressourcenverbrauch sowie CO₂-Emissionen zu vermeiden.