Meno-CARE: Ernährung und Bewegung in den Wechseljahren
Ein Lebensabschnitt im Wandel: Die Perimenopause kann ein wichtiger Zeitpunkt für nachhaltige Gesundheitsveränderungen sein. Eine digitale Intervention soll Frauen im Alltag situativ zu gesünderer Ernährung und mehr Bewegung unterstützen.
Steckbrief
- Beteiligte Departemente Gesundheit
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Institut(e)
Ernährung und Diätetik
Institut Alter - Forschungseinheit(en) Gesundes Altern und Wohlbefinden
- Förderorganisation SNF
- Laufzeit (geplant) 01.04.2026 - 31.03.2030
- Projektleitung Dr. Karin Haas
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Projektmitarbeitende
Anita Schürch
Justine Christen -
Partner
Urte Scholz, Universität ZH, Psychologisches Institut, Angewandte Sozial- und Gesundheitspsychologie
Walter Bierbauer, Uni ZH, Psychologisches Institut, Angewandte Sozial- und Gesundheitspsychologie
Petra Stute, Gynäkologische Endokrinologie und Menopausenzentrum, Univklinik für Frauenheilkunde BE - Schlüsselwörter Wechseljahre, Menopause, Perimenopause, Ernährungsverhalten, Bewegungsverhalten, Verhaltensänderung, Intervention Mapping, Partizipation, digitale Intervention, Just-in-Time Adaptive Interventionen
Ausgangslage
Gesunde Ernährung und regelmässige körperliche Aktivität sind zentrale Faktoren zur Prävention chronischer Erkrankungen. Für Frauen zwischen 40 und 60 Jahren gewinnen diese Verhaltensweisen an Bedeutung, da sich viele in der Perimenopause oder frühen Postmenopause befinden – einer Lebensphase mit hormonellen und physiologischen Veränderungen. In dieser Lebensphase und darüber hinaus steigt das Risiko für ungünstige metabolische Entwicklungen (z. B. eingeschränkte Glukosetoleranz, Hypertonie, Dyslipidämie) und daraus resultierenden chronischen Erkrankungen. Diese Übergangsphase kann ein günstiger Zeitpunkt für Verhaltensanpassungen sein. In dieser Lebensphase findet häufig eine stärkere Auseinandersetzung mit der eigenen körperlichen Entwicklung statt, wodurch sich Ansatzpunkte für gesundheitsförderliches Verhalten ergeben. Bisherige Interventionen zur Förderung von Ernährung und Bewegung richten sich jedoch überwiegend an postmenopausale Frauen oder fokussieren auf Symptommanagement. Zudem berücksichtigen sie situative, automatische und soziale Einflussfaktoren im Alltag oft unzureichend.
Vorgehen
Das Projekt entwickelt und evaluiert eine theorie- und evidenzbasierte digitale Intervention zur Förderung gesunder Ernährung und körperlicher Aktivität bei Frauen in der Perimenopause. Im Zentrum steht ein Just-in-Time Adaptive Intervention (JITAI)-Ansatz, der eine situationsspezifische und individualisierte Unterstützung im Alltag ermöglicht. Die Entwicklung erfolgt partizipativ entlang des Intervention-Mapping-Frameworks: Mittels quantitativer und qualitativer Methoden werden Bedürfnisse, Barrieren sowie individuelle und soziale Einflussfaktoren analysiert und in einem logischen Problem- und Veränderungsmodell systematisch zusammengeführt. Darauf aufbauend werden konkrete Verhaltens- und Veränderungsziele definiert sowie geeignete, evidenzbasierte Methoden zur gezielten Beeinflussung relevanter Determinanten ausgewählt. Die Intervention wird anschliessend technisch umgesetzt und in einer mikro-randomisierten Studie im Alltag evaluiert, um ihre Wirksamkeit differenziert zu untersuchen. Über die digitale Intervention hinaus liefert das Projekt durch die umfassende Bedarfsanalyse und die strukturierte Entwicklung von Modellen praxisrelevante Erkenntnisse und evidenzbasierte Empfehlungen zur Gesundheitsförderung und Prävention in der Perimenopause.