Vollkostenrechnungen Ackerkulturen - Vergleich von Nischen- mit Hauptkulturen

Standardisierte Modellvollkostenrechnungen schaffen eine einheitliche Datengrundlage, um die Wirtschaftlichkeit von Nischenkulturen mit etablierten Ackerkulturen vergleichbar zu bewerten.

Steckbrief

  • Beteiligte Departemente Hochschule für Agrar-, Forst- und Lebensmittelwissenschaften
  • Institut(e) Agronomie
  • Forschungseinheit(en) Agrarwirtschaft und Agrarsoziologie
  • Förderorganisation Schweizerische Eidgenossenschaft (Bundesverwaltung)
  • Laufzeit (geplant) 10.04.2026 - 31.03.2027
  • Projektleitung Dr. Beda Estermann
  • Projektmitarbeitende Dr. Beda Estermann
    Dr. Sven Grossrieder
    Thomas Blättler
  • Partner Bundesamt für Landwirtschaft BLW
  • Schlüsselwörter Nischenkulturen, Vollkostenrechnung, Wirtschaftlichkeit, menschliche Ernährung

Ausgangslage

Der Anbau von Nischenkulturen wie Quinoa, Linsen, Eiweisserbsen, Buchweizen, Soja oder Hartweizen gewinnt im Zuge der steigenden Nachfrage nach pflanzlichen Lebensmitteln, einer diversifizierten Fruchtfolge und der Anpassung an den Klimawandel zunehmend an Bedeutung. Gleichzeitig besteht Unsicherheit darüber, unter welchen Bedingungen diese Kulturen wirtschaftlich produziert werden können und wie sie im Vergleich zu etablierten Ackerkulturen abschneiden. Während für Kulturen wie Weizen, Zuckerrüben oder Kartoffeln umfangreiche betriebswirtschaftliche Grundlagen vorliegen, fehlen für viele Nischenkulturen einheitlich erhobene und vergleichbare Daten zur Wirtschaftlichkeit. Vorhandene Informationen stammen häufig aus Einzelbetrieben oder Projekten und unterscheiden sich hinsichtlich Annahmen, Kostenansätzen und Erlösgrundlagen. Ein belastbarer Vergleich zwischen den Kulturen ist dadurch nur eingeschränkt möglich. Für Produzierende, die Beratung, die Verarbeitung und die Politik fehlen somit objektive Entscheidungsgrundlagen zur Beurteilung des wirtschaftlichen Potenzials dieser Kulturen. Standardisierte Modellvollkostenrechnungen bieten die Möglichkeit, unterschiedliche Produktionsverfahren unter einheitlichen Annahmen zu bewerten und die Wirtschaftlichkeit verschiedener Kulturen transparent zu vergleichen. Damit lassen sich Stärken und Grenzen einzelner Kulturen aufzeigen und fundierte Grundlagen für betriebliche und agrarpolitische Entscheidungen schaffen.

Vorgehen

Für ausgewählte Nischenkulturen sowie etablierte Ackerkulturen werden standardisierte Modellvollkostenrechnungen erstellt. Grundlage bilden einheitlich definierte Produktionsverfahren, die eine gute landwirtschaftliche Praxis unter Schweizer Bedingungen mit durchschnittlichem Maschineneinsatz und marktüblichen Erlösen bei definierter Produktqualität abbilden. Dadurch wird eine direkte Vergleichbarkeit der Wirtschaftlichkeit zwischen den Kulturen sichergestellt. Die Modellrechnungen basieren auf bestehenden Datengrundlagen, insbesondere auf den Deckungsbeitragskatalogen zur Beschreibung der Produktionsverfahren sowie den Maschinenkostenkatalogen zur Ermittlung der Verfahrenskosten. Wo für Nischenkulturen keine ausreichenden Grundlagen vorhanden sind, werden die Produktionsverfahren in Zusammenarbeit mit Betriebsleitenden sowie Expertinnen und Experten aus Beratung, Forschung und Praxis erarbeitet und validiert. Ergänzend werden Annahmen zu Erträgen, Qualitätsanforderungen, Erlösen sowie produktspezifischen Kosten überprüft und harmonisiert. Auf Basis der Modellvollkosten wird die Wirtschaftlichkeit der einzelnen Kulturen analysiert. Die Ergebnisse werden in einer einheitlichen Form aufbereitet, sodass sowohl Vergleiche zwischen verschiedenen Nischenkulturen als auch mit etablierten Ackerkulturen möglich sind. Damit entsteht eine transparente Datengrundlage für Landwirtschaft, Beratung, Verarbeitung und Agrarpolitik.

Soja-Anbau für die menschliche Ernährung in der Schweiz hat sich etabliert
Soja-Anbau für die menschliche Ernährung in der Schweiz hat sich etabliert

Dieses Projekt leistet einen Beitrag zu den folgenden SDGs

  • 2: Kein Hunger
  • 12: Verantwortungsvoller Konsum und Produktion
  • 13: Massnahmen zum Klimaschutz