- Forschungsprojekt
FOSTREN – Fostering and Strengthening Approaches to Reducing Coercion in European Mental Health Services
Das EU-COST-Netzwerk FOSTREN fördert und stärkt Ansätze und Lösungen zur Reduktion von Zwang in europäischen psychiatrischen Diensten. Die BFH engagiert sich aktiv im interdisziplinären Netzwerk.
Steckbrief
- Institut(e) Pflege
- Forschungseinheit(en) Innovationsfeld Psychische Gesundheit und Psychiatrische Versorgung
- Förderorganisation EU
- Laufzeit (geplant) 01.01.2020 - 31.12.2024
- Projektleitung Prof. Dr. Sabine Hahn
- Projektmitarbeitende Prof. Dr. Dirk Richter
- Partner Forschende und Praktiker*innen aus 32 europäischen Ländern
Ausgangslage
Viele Menschen, die psychiatrische Dienste in Anspruch nehmen, sind Zwangsmassnahmen wie Zwangseinweisung und Einschränkungen der Bewegungsfreiheit (Fixierung, Isolation, Zwangsmedikation) ausgesetzt. Diese Praktiken stehen im Widerspruch zu den Menschenrechten und die Wirksamkeit ist umstritten. Die internationalen (gesundheits-)politischen Bestrebungen gehen dahin, Zwang in psychiatrischen Diensten so schnell und so nachhaltig wie möglich zu reduzieren und wo möglich zu eliminieren. Erfolgreiche und langfristig wirksame Initiativen für diesen Wandel erfordern nachhaltige Methoden auf verschiedenen Ebenen, die auf aktuellen Forschungsergebnissen basieren. Bewährte klinische Praktiken in diesem Bereich sind in Europa nur vereinzelt vorhanden, die Forschung zur Wirksamkeit ist fragmentiert und das Verständnis für die Hindernisse und Förderfaktoren bei einer echten Umgestaltung von psychiatrischen Diensten in der Praxis ist begrenzt. Leistungsempfänger*innen, Praktiker*innen, Manager*innen von Gesundheitsdiensten, Pädagog*innen, Forscher*innen und politische Entscheidungsträger*innen vertreten unterschiedliche Standpunkte zu diesen Themen, aber alle können einen Beitrag leisten, um Veränderungen herbeizuführen
Ziele
Das Ziel im Rahmen des EU-Projekts FOSTREN (Fostering and Strengthening Approaches to Reducing Coercion in European Mental Health Services) ist es daher, das internationale Fachwissen all dieser Interessengruppen zur Reduktion von Zwang in psychiatrischen Diensten in Europa zusammenzuführen, um eine Grundlage für eine effektive Umsetzung zu schaffen. Das Netzwerk FOSTREN ist aus der Finanzierungsorganisation European Cooperation in Science and Technology (COST) entstanden.
Vorgehen
Um die Breite des notwendigen Wissens abzudecken, arbeitet FOSTREN in fünf Arbeitsgruppen.
Arbeitsgruppe Risikofaktoren für Zwang
Die Arbeitsgruppe Risikofaktoren für Zwang untersucht die Risikofaktoren für Zwang sowohl auf der Makroebene als auch auf der individuellen Ebene.
Arbeitsgruppe Alternative Methoden
Die Arbeitsgruppe Alternative Methoden erforscht und prüft Möglichkeiten, die eine Verschiebung weg von der Anwendung von Zwang in Krankenhäusern und ambulanten Diensten erleichtern.
Arbeitsgruppe Auswirkungen von Zwang auf die Genesung
Unter Leitung der BFH untersucht die Arbeitsgruppe die Auswirkungen von Zwang auf die Genesung. Es sammelt systematisch Informationen über die Auswirkungen von Zwang auf Patient*innen und Personal in allen teilnehmenden Ländern.
Arbeitsgruppe Implementierungsforschung
Die Arbeitsgruppe Implementierungsforschung konzentriert sich auf die Prozesse, die die wirksame Umsetzung der Ergebnisse der anderen drei Arbeitsgruppen unterstützen.
Arbeitsgruppe Verbreitung und Nutzung
Die Arbeitsgruppe Verbreitung und Nutzung der neuen Erkenntnisse fokussiert auf die Verbreitung und Nutzung der Projektergebnisse. Im Rahmen dieser Arbeitsgruppe werden auch Blogs über die Eindämmung von Zwang aus verschiedenen Teilnehmerländern erstellt: fostren.eu/blogs
Weitere Informationen
Hier finden Sie weitere Informationen über das FOSTREN-Netzwerk: fostren.eu