Provenienzforschung in der Praxis

Erforschen Sie die Provenienz von Kunstwerken mit interdisziplinären Methoden, indem Sie kunstwissenschaftliche sowie kunsttechnologische Perspektiven in Ihre berufliche Praxis integrieren.

Der Studiengang: 

  • richtet sich an Fachpersonen aus den Kunst-, Geschichts-, Rechts-, Natur- und Konservierungswissenschaften und der Forensik,

  • führt in Grundlagen, Methodik und Praxis der Provenienzrecherche und der kunsttechnologischen Werkdokumentation ein,

  • vermittelt historisches Hintergrundwissen und Kenntnisse relevanter Recherchetools der Provenienzforschung,

  • ermöglicht die direkte Anwendung des Gelernten an konkreten Fallbeispielen,

  • zeigt, wie interdisziplinäre Zusammenarbeit in der Provenienzforschung gelingen kann, und unterstützt Sie dabei, Ihr eigenes fachliches Netzwerk auszubauen.

 

Stimmungsbild Provenienzforschung in der Praxis

Steckbrief

  • Titel/Abschluss Certificate of Advanced Studies (CAS)
  • Dauer Mai 2027 bis Dezember 2027
  • Unterrichtstage 21 Präsenztage
  • Anmeldefrist 31.3.2027
  • Anzahl ECTS 15 ECTS-Credits
  • Kosten Studiengebühr: CHF 6'250
    Anmeldegebühr: CHF 250
  • Unterrichtssprache Deutsch
    Fachliteratur div. Sprachen
  • Studienort Bern Fellerstrasse
    weitere Orte nach Ansage
  • Departement Hochschule der Künste Bern
  • Nächste Infoveranstaltung Do, 19.11.2026, online
    Do, 4.3.2027, online
  • Nächste Durchführung 2027

Inhalt + Aufbau

Portrait

Das CAS versteht das Kunstwerk als materielle Quelle und Träger seiner eigenen Objektgeschichte. Das modulare Programm verbindet kunstwissenschaftliche und kunsttechnologische Ansätze zu einem durchgängig praxisorientierten Studiengang und verknüpft archivalische Recherche systematisch mit objektbezogener in-situ-Analyse.

Beiträge aus den Konservierungs-, Kunst-, Natur- und Rechtswissenschaften vermitteln die vielfältigen Dimensionen der Provenienzforschung und befähigen die Teilnehmenden, diese Perspektiven in die eigene Praxis zu transferieren: Anhand einer Fallstudie erwerben sie ein methodisches Repertoire, um Herkunft und Werkbiografie fundiert zu recherchieren, die gewonnenen Erkenntnisse kritisch einzuordnen und nachvollziehbar zu dokumentieren. 

Ausbildungsziel

Mit dem erfolgreichen Abschluss erwerben Sie nachfolgende Kompetenzen:

  • systematisches Planen, Strukturieren und Durchführen von Provenienzrecherchen (unter Einbezug von Literatur, Archiven, digitalen Ressourcen),

  • gezieltes Beauftragen von materialtechnologischen Untersuchungsmethoden,

  • sichere Orientierung in relevanten rechtlichen Grundlagen (u. a. Kulturgüterschutz sowie Eigentums- und Restitutionsfragen),

  • frühzeitiges Erkennen von Risiken (z. B. Raubkunst, illegaler Handel) und entsprechend professionelles Handeln.

 

Modul 1: Warum Provenienzforschung? Grundlagen, Kontexte und Grenzen 

Das Modul vermittelt die Grundlagen der Provenienzforschung: historische Entwicklung, internationale Standards und kunsttechnologische Perspektiven. Es führt die Teilnehmenden anhand erster Fallanalysen und einer Exkursion in die interdisziplinäre Praxis ein.

Modul 2.1: Interdisziplinäre Methoden für Objektgeschichte 

Im Fokus steht die objektbasierte Untersuchung: Materialität, materielle Spuren und naturwissenschaftliche Analysemethoden werden als Grundlage für die Provenienzforschung eingeführt und an konkreten Objektgruppen aufgeziegt.

Modul 2.2: Interdisziplinäre Methoden für Objektgeschichte 

Aufbauend auf den Objektbefunden vermittelt das Modul die Logik strukturierter Provenienzrecherche, von der Erstprüfung verschiedener Quellenkategorien und Datenbanken bis zur Erstellung eines ersten Prüfberichts am eigenen Fallbeispiel.

Modul 3: Kunstwerk, Provenienz, Gesetz 

Das Modul führt in die für die Provenienzforschung relevanten Rechtsbereiche ein von NS-Rechtsrahmen und Restitutionsrecht über Kulturgüterschutz bis zu zivilrechtlichen Sorgfaltspflichten und schliesst mit einem praxisorientierten Workshop ab.

Modul 4: Dokumentation, Bewertung und Kommunikation 

Das Modul vertieft professionelle Dokumentationsstandards, Klassifizierungssysteme und die adressatengerechte Kommunikation von Provenienzbefunden und bereitet auf die Zwischenpräsentation und den schriftlichen Abschlussbericht vor.

Netzwerk

Kennenlernen wichtiger Fachexpert*innen und deren fachlicher Netzwerke.

Wissen und Kontext

Vermittlung zentraler Grundlagen, historischer Zusammenhänge und aktueller Fragestellungen der Provenienzforschung sowie kunsttechnologischer Werkuntersuchung im Kontext der Provenienzforschung.

Methoden und Anwendung

Kennenlernen etablierter Methoden der Werkdokumentation und Provenienzrecherche; Übungen und praktische Anwendung am Fallbeispiel.

Lernformen

Vorlesungen, Kurzreferate, Präsentationen, Übungen und Praxis am Fallbeispiel im multidisziplinären Team und Diskurs, Selbststudium.

Die Studienleitung begleitet die Teilnehmenden während des Studiums individuell und gibt regelmässig Feedback zu Arbeitsaufträgen.

Evaluation und Qualitätssicherung

Jedes Modul wird von der Studienleitung und den Teilnehmenden evaluiert und Anregungen der Teilnehmenden werden gerne zur Optimierung des Programms geprüft.

Die Studienleitung geht davon aus, dass alle Teilnehmenden die Bedingungen zur Zertifizierung erreichen. Dies setzt voraus:

  • Anwesenheit und aktive Beteiligung während der Kontaktstunden,
  • Erfüllen der Arbeitsaufträge während der Module inkl. Lesen der Lektüre,
  • Teilnahme an Exkursionen und öffentlichen Vorträgen,
  • Zwischenpräsentation vor einem multidisziplinären Kollegium,
  • Abgabe des Abschlussberichts.

Titel + Abschluss

Certificate of Advanced Studies (CAS) in «Provenienzforschung in der Praxis»

Dozentinnen + Dozenten

Co-Studienleitung

  • Katharina Otterbach (MA), Kunsthistorikerin und Provenienzforscherin
  • Dorothea Spitza (MA), Restauratorin/Konservatorin und Provenienzforscherin

Dozierende

  • Mag. Julia Eßl, Provenienzforscherin, Albertina Wien. 
  • Prof. Dr. Christian Fuhrmeister, Kunsthistoriker, Zentralinstitut für Kunstgeschichte, München. 
  • Dipl.-Rest. Heiner Grieb, Konservierung/Restaurierung Landessstiftung Coburg / ABK Stuttgart
  • Prof. Dr. rer. nat. habil. Oliver Hahn, Kunst- und Kulturgutanalyse, BAM Berlin
  • Dipl.-Rest. Cornelius Palmbach, M.A., Forschung IMIKUK, HKB
  • Dr. Linda Schädler, Kunsthistorikerin, Graphische Sammlung ETH, Zürich
  • Dipl.-Rest. Floria Segieth-Wuelfert, M.A./M.A, Kunsttechnologin, Provenienzforscherin, Bern
  • Dr. Jur. Sandra Sykora Dr. iur., Juristin und Kunsthistorikerin, Luzern
  • Dr. Anne Wermescher, Dipl.-Rest., Dresden
  • Dipl.-Rest. Carsten Wintermann, Restaurierung, Konservierung und Kunsttechnologie, Klassik Stiftung Weimar

Label

Empfohlen von ICOM Schweiz – Internationaler Museumsrat

Voraussetzungen + Zulassung

Fachpersonen aus den Kunst‑, Geschichts-, Rechts-, Natur-, und Konservierungswissenschaften sowie der Forensik ebenso wie interessierte Personen aus anderen (verwandten) Fachrichtungen.

Zulassungsbedingungen

Die Zulassung setzt in der Regel mindestens einen erfolgreich abgeschlossenen Bachelor (oder äquivalenten Abschluss) sowie eine Tätigkeit oder ein ausgewiesenes Interesse in einem für das Themenfeld relevanten Bereich voraus.

Ausnahmen

Die Aufnahme «sur dossier» ist in Absprache mit der Studienleitung möglich. Dieses Aufnahmeverfahren erfordert eine Evaluation der Bewerbungsunterlagen sowie ein Aufnahmegespräch.

Anmeldung

Zur Anmeldung wird ein Lebenslauf, Zeugniskopien der massgebenden Abschlüsse sowie ein Motivationsschreiben unter Angabe der derzeitigen Tätigkeit (max. 1 A4-Seite) benötigt. Über die Aufnahme entscheidet die Studienleitung auf Grundlage der eingereichten Anmeldeunterlagen und ggf. eines persönlichen Gesprächs.
Die Studienleitung behält sich vor, bei einer grossen Anzahl von Studienbewerbenden eine Auswahl zu treffen.

Sprachkenntnisse

Deutsch, einige Topics in Englisch

Organisation + Anmeldung

15 ECTS-Credits, 21 Präsenztage.
Die Weiterbildung ist berufsbegleitend.

Anmeldeschluss: 31. März 2027

Studienbeginn: 13. Mai 2027

Studiengebühr: CHF 6'250
Anmeldegebühr: CHF 250

Die Gebühren sind steuerlich absetzbar. Wir beraten Sie gerne betreffend Ratenzahlungen.

Es gelten das Weiterbildungsreglement der Berner Fachhochschule sowie die Ausführungsbestimmungen zum Weiterbildungsreglement. Änderungen bleiben vorbehalten. Im Zweifelsfall ist der Wortlaut der gesetzlichen Bestimmungen und Reglemente massgebend.

Studienort + Infrastruktur

Weitere Durchführungsorte: Museen, Sammlungen, Archive.