Werkzuschreibung und Provenienzrecherche interdisziplinär

Professionalisierung im multidisziplinären Team: Erweitern Sie Ihre Vorkenntnisse und Fähigkeiten und kombinieren Sie diese nutzbringend mit jenen anderer Spezialistinnen und Spezialisten.

Der Studiengang:

  • richtet sich an Berufsleute und Master-Studierende aus der Konservierung-Restaurierung, Kunst-, Rechts- und Naturwissenschaft, Forensik und Kunsthandel,
  • bietet kunstwissenschaftliche Perspektiven auf die Thematik Fälschung, Fake, Kopie oder Rekonstruktion,
  • führt in die praktische Provenienzrecherche und das Thema Werkverzeichnis ein,
  • vermittelt kunsttechnologische Untersuchungsverfahren und Einblicke in die Forensik,
  • zeigt, wie Sie Drucktechniken und einfache Fälschungen von Druckgraphik erkennen,
  • führt Sie in die Bereiche Kunstmarkt, Recht und Gutachten ein,
  • ermöglicht Ihnen die praktische Anwendung an eigenen Fallbeispielen.
Stimmungsbild Werkzuschreibung und Provenienzrecherche

Steckbrief

  • Titel/Abschluss Certificate of Advances Studies (CAS)
  • Dauer 2 Semester
  • Unterrichtstage 6 Module à 4 bis 5 Tage
  • Anmeldefrist Es werden noch einzelne Anmeldungen für 2019 entgegengenommen.
    Nächster CAS-Anmeldetermin: 15. September 2020
  • Anzahl ECTS 15 ECTS-Credits
  • Kosten CHF 5'650
  • Unterrichtssprache Deutsch und Englisch
  • Studienort Bern Fellerstrasse
  • Departement Hochschule der Künste Bern
  • Nächste Durchführung Herbstsemester 2020

Inhalt + Aufbau

Portrait

Die Provenienzrecherche setzt eine fundierte Identifikation von Kunstwerken oder Artefakten voraus und umgekehrt. Im multidisziplinären Team erwerben Sie theoretisches Hintergrundwissen und grundlegende Methoden der praktischen Objektidentifikation. Sie erarbeiten sich Grundlagen zur Translokations- und Provenienzforschung, kennen die relevanten Recherchetools zur Rekonstruktion von Werkbiografien und wenden Ihr Wissen am Fallbeispiel an.

Ausbildungsziel

Das Programm soll zur aktiven und qualifizierten Mitwirkung an Prozessen der Werkidentifikation und Provenienzrecherche befähigen. Mit dem erfolgreichen Abschluss erwerben Sie nachfolgende Kompetenzen:

  • Beherrschen der eingeführten Fachterminologien und deren korrektes Anwenden in der transdisziplinären Fachdiskussion
  • Selbständiges Nutzen der vorgestellten Netzwerke und Recherchemöglichkeiten
  • Wissenschaftlich nachvollziehbares Kontextualisieren auf der Basis reflektierten Hintergrundwissens, Einordnen und Bewerten interdisziplinär gewonnener Untersuchungs- und Rechercheergebnisse
  • Abwägen von Aufwand und potentiellem Nutzen naturwissenschaftlicher und forensischer Methoden bei der Untersuchung von Kunst und Kulturgut
  • Kritische Werkbeurteilung nach massgeblichen Kriterien im Rahmen zielführender und valider Strategien der Zuschreibung (kunstwissenschaftlich- / kunsttechnologisch- und Provenienz-relevant). Vermeiden prototypischer Fehler bei Werkzuschreibungen, Erkennen typischer Strategien und Muster im Fälschungsfall
  • Kenntnis rechtlicher Grundlagen und damit Entscheidungskompetenz hinsichtlich des Einbezugs staatlicher Stellen (z.B. Justiz und Polizei), „Grundregeln“ der schriftlichen Expertise
  • Angemessenes Handeln bei Verdacht auf Raubkunst / Diebstahl jeglicher Art: Recherche in Abstimmung mit den zuständigen Institutionen
  • Selbständiges Erstellen eines Berichts zur Identifikation und Provenienz eines ausgewählten Werkes

Der Studiengang ist konsekutiv-modular aufgebaut:

Modul 1: Fälschung, Fake, Kopie oder Rekonstruktion?

Differenzierte Auseinandersetzung mit den Themen Fälschung und Zuschreibung von Kunstwerken und Artefakten in Geschichte und Gegenwart. Weitere Stichworte: Kopie, Reproduktionstechniken, Rekonstruktion, «Fake» als künstlerische Strategie u.a.m.

Modul 2: Provenienz und Werkverzeichnis

Stichworte sind u.a.: Die Bedeutung von Provenienz für die Arbeit an Werkverzeichnissen, im Sammlungsbereich oder Kunsthandel; Erkennen, Dokumentieren, Kontextualisieren von Provenienzhinweisen; Provenienzforschung und Restitution von Raubkunst; «Fluchtkunst»; Recherchehilfen, Datenbanken.

Modul 3: Kunsttechnologie und Forensik

Stichworte sind u.a.: Möglichkeiten und Grenzen der Authentifizierung von Kunst und Kulturgütern; kunsttechnologische Untersuchungsverfahren von Werkprozess und Materialanalytik; Einblick in kriminaltechnische Verfahren; Netzwerk, Planung von Werk-Untersuchungen, interdisziplinäre Bewertung.

Modul 4: Drucktechnologie und Fälschung von Druckgraphik

Stichworte sind u.a.: Drucktechniken und Fälschungen im Bereich der Druckgraphik; mikroskopische Identifizierung von Drucktechniken; weitere Identifizierungsmerkmale; Arbeit mit Werkverzeichnissen; die Perspektive der ermittelnden Polizei.

Modul 5: Kunstmarkt, Recht und Gutachten

Stichworte sind u.a.: Schweizerisches und internationales Urheberrecht sowie Urhebernachfolgerecht; Kulturgütertransfergesetz, Anlaufstellen im Fall illegalen Handels mit Kulturgütern; Sorgfaltspflichten, Haftungsfragen; die Perspektive des Kunsthandels.

Modul 6: Projektwoche (Abschluss CAS)

Bewertungskriterien sind u.a.: Reflektiertes Formulieren einer individuellen Fragestellung am eigenen Fallbeispiel; selbständiges Recherchieren und Verfassen eines Arbeitsberichts; Zwischenpräsentation; korrektes Anwenden der Fachterminologie.

Öffentliche Vortragsreihe

Begleitend zu den ersten 5 Modulthemen findet je ein öffentlicher Abendvortrag statt; die Teilnahme daran wird erwartet.

Exkursionen

Im Rahmen der ersten 5 Module finden kleinere Exkursionen statt, die Teilnahme daran ist obligatorisch.

Die Module wechseln die Perspektive und reflektieren drei Faktoren des Lernens:

Netzwerk

Kennenlernen wichtiger Fachexperten und deren fachlicher Netzwerke; Einblicke in deren interdisziplinäre Zusammenarbeit.

Wissen und Kontext

Vermittlung von Fachwissen und relevanter Kontexte zum Thema der Werkidentifikation und Provenienzrecherche; Einführung in die Grundlagen als Basis für das weitere Selbststudium.

Methoden und Anwendung

Kennenlernen etablierter Methoden der Werkidentifikation und Provenienzrecherche; Übungen und praktische Anwendung am Fallbeispiel.

Lernformen

Vorlesungen, Inputs, Kurzreferate, Präsentationen von Dozierenden und Teilnehmenden, Übungen und Praxis am Fallbeispiel im multidisziplinären Team und Diskurs, Selbststudium.

Evaluation und Qualitätssicherung

Die Studienleitung bietet eine intensive Lernbegleitung und Feedback zu Arbeitsaufträgen an; den individuellen Fachkompetenzen der Teilnehmenden wird auch inhaltlich Rechnung getragen (z.B. durch die Wahl der Fallbeispiele).
Jedes Modul wird von der Studienleitung und den Teilnehmenden evaluiert und Anregungen der Teilnehmenden werden gerne zur Optimierung des Programms geprüft.

Die Studienleitung geht davon aus, dass alle Teilnehmenden die Bedingungen zur Zertifizierung CAS Werkzuschreibung und Provenienzrecherche interdisziplinär erreichen. Dies setzt voraus:

  • Anwesenheit und aktive Beteiligung während der Kontaktstunden
  • Erfüllen der Arbeitsaufträge während der Module inkl. Lesen der Pflichtlektüre
  • Teilnahme an Exkursionen und öffentlichen Vorträgen
  • Zwischenpräsentation vor einem multidisziplinären Kollegium
  • Abgabe des Abschlussberichts

Titel + Abschluss

Certificate of Advanced Studies (CAS) in «Werkzuschreibung und Provenienzrecherche interdisziplinär»

Dozentinnen + Dozenten

Studienleitung

Floria Segieth-Wuelfert: M.A. BFH in Conservation-Restoration/M.A. Uni Bern in Research on the Arts


Das Team der Dozierenden bilden Spezialisten der Hochschule der Künste Bern sowie ausgewiesene FachexpertInnen aus der Praxis.

Partner

Dieses Programm ist eine Zusammenarbeit des HKB Fachbereichs Konservierung und Restaurierung, der HKB Weiterbildung und des Kunstmuseum Bern.

Voraussetzungen + Zulassung

Das Programm ist inhaltlich multidisziplinär ausgerichtet und spricht daher neben Berufsleuten und Masterstudierenden der Konservierung-Restaurierung auch (angehende) Kunstwissenschaftlerinnen, Rechtswissenschaftler sowie Naturwissenschaftlerinnen, Forensiker oder im Kunsthandel Tätige an, die sich schwerpunktmässig in diesem Themenfeld professionalisieren wollen.

Zulassungsbedingungen

Die Zulassung setzt in der Regel mindestens einen erfolgreich abgeschlossenen Bachelor (oder äquivalenten Abschluss) in einem für das Themenfeld relevanten Bereich voraus.

Ausnahmen

Nach Prüfung durch die Studienleitung können auch Interessierte mit anderen relevanten Kompetenzen «sur dossier» aufgenommen werden, welche über keinen äquivalenten Abschluss verfügen. Dieses Aufnahmeverfahren beinhaltet ein persönliches Aufnahmegespräch.

Anmeldung

Die Studienleitung entscheidet gestützt auf die eingereichten Anmeldeunterlagen (Lebenslauf, Zeugnisse, Motivationsschreiben unter Angabe der derzeitigen Tätigkeit max. 1S A4 ) und einem persönlichen Aufnahmegespräch abschliessend über die Aufnahme. Die Studienleitung behält ich vor, bei einer grossen Anzahl von Studienbewerbern eine Auswahl zu treffen.

Sprachkenntnisse

Deutsch, einige Topics in Englisch

Allfällige Pflichtlektüre wird nach dem Aufnahmebescheid rechtzeitig auf der Blended Teaching Plattform der Berner Fachhochschule zur Verfügung gestellt.

Organisation + Anmeldung

Der CAS umfasst 15 ECTS-Credits und dauert 2 Semester. Die Ausbildung ist berufsbegleitend.

6 Module à 3 bis 5 Tage. Unterrichtszeiten sind in der Regel 09:00 Uhr bis 17:00 Uhr. Detaillierte Modulpläne finden aufgenommene Teilnehmende auf der Blended Teaching Plattform der Berner Fachhochschule. Änderungen vorbehalten. 

Die Anmeldefrist für 2019 ist vorüber, es werden jedoch noch einzelne Anmeldungen entgegengenommen. Bitte nehmen Sie direkt Kontakt mit der Studienleitung auf.

Anmeldeschluss: 15. September 2020
Studienbeginn: Herbstsemester 2020

Eine Anmeldung ist noch nicht möglich. Bitte kontaktieren Sie uns um mehr Informationen betreffend dem Studiengang zu erhalten.

Pro Semester CHF 2'700 plus eine einmalige Einschreibegebühr CHF 250. Die Gebühren sind steuerlich absetzbar.

Beratung + Veranstaltungen

Studienberatung

Studienleiterin: Floria Segieth-Wuelfert
Telefon: +41 31 848 38 92 (jeweils donnerstags)

Sekretariat: Ana Cancela
Telefon: +41 31 848 38 84

Die Studieninformationen wurden sorgfältig zusammengestellt. Trotzdem können sich Änderungen ergeben, worüber wir Sie möglichst frühzeitig informieren. Kursmaterialien, ein Informations- und Austauschforum sowie digitale Ressourcen finden aufgenommene Teilnehmende auf der Blended Teaching Plattform der BFH. Für weitere Fragen kontaktieren Sie bitte die Studienleitung oder das Sekretariat.

Studienort + Infrastruktur

Weitere Durchführungsorte: Museen, Sammlungen, Archive.