Winterstrom aus Photovoltaik

Fassaden liefern auch im Winter zuverlässig Solarstrom – und bergen grosses Potenzial. In diesem SAS lernen Sie, vertikale und gebäudeintegrierte PV-Anlagen zu bewerten, zu planen und gezielt einzusetzen.

Steckbrief

  • Titel/Abschluss Short Advanced Studies (SAS) Winterstrom aus Photovoltaik
  • Dauer 3 Tage (inkl. Fallstudie)
  • Unterrichtstage November 2026: 12./19./26.11.2026
    Januar 2027: 21./22./28.01.2027
  • Anmeldefrist bis 1 Monat vor Kursbeginn
  • Anzahl ECTS 2 ECTS
  • Kosten CHF 1’800
  • Unterrichtssprache Deutsch
  • Studienort Biel, Aarbergstrasse 46
  • Departement Technik und Informatik

Inhalt + Aufbau

Sie lernen, vertikale und gebäudeintegrierte PV-Anlagen zu bewerten, konzeptionell zu planen und geeignete Massnahmen für Gebäude, Areale oder Gemeinden abzuleiten.

Short Advanced Studies (SAS)

Short Advanced Studies (SAS) sind Kurse im Umfang von 30–160 Stunden (1–9 ECTS, anrechenbar an DAS oder MAS). Sie erhalten in kurzer Zeit fundierte, praxisorientierte Impulse und Kompetenzen zu aktuellen Themen. Studierende, die die Kompetenznachweise des SAS nicht erbringen wollen, erhalten ein Kursattest (keine ECTS).

Haben Sie noch Fragen?
Antworten finden Sie in unseren ausführlichen FAQ zu den Short Advanced Studies (SAS).

Portrait

Die Schweizer Stromversorgung soll bis 2050 weitgehend erneuerbar werden. Die Herausforderung ist die saisonale Verteilung: Photovoltaik produziert vor allem im Sommer; im Winter sinkt der Ertrag, während der Verbrauch unter anderem durch Wärmepumpen und Beleuchtung steigt.

Laut Bundesamt für Energie (BFE) beträgt das PV-Potenzial von Dächern rund 55 TWh/a, jenes von Fassaden rund 20 TWh/a. Fassaden machen damit etwa ein Viertel des Gesamtpotenzials aus. Dennoch entfallen bislang nur rund 2–3 % der neuen Solaranlagen auf vertikale Systeme (Swissolar, Pronovo).

Das SAS behandelt die Unterschiede zwischen vertikalen beziehungsweise gebäudeintegrierten Anlagen und klassischen Dachanlagen bei Ertrag, Auslegung, Wirtschaftlichkeit und Bewertung. Die Teilnehmenden lernen, Winterstrom an Fassaden, Balkonen und Geländern fundiert zu beurteilen und geeignete Lösungen zu vertreten.

Eine Winterstrom-Entscheidungsmatrix bildet den roten Faden und wird während der drei Kurstage zu einem Bewertungsraster für Gebäude, Areale und Gemeinden ergänzt. Im Praxisteil simulieren die Teilnehmenden ein eigenes Fallbeispiel.

Berufsperspektiven

Gebäudeintegrierte und vertikale Photovoltaik ist eines der am schnellsten wachsenden Segmente im Schweizer Solarmarkt. Viele Organisationen verfügen jedoch noch nicht über das spezifische Wissen, Winterstrom an Fassaden, Balkonen und Geländern realistisch zu bewerten. Mit diesem SAS positionieren Sie sich genau an diesem Punkt: Winterstromprojekte zu beurteilen, mit Alternativen zu vergleichen und fachlich zu beraten. Das SAS ergänzt eine PV-Grundausbildung durch die Spezialisierung auf Winterstrom.

Ausbildungsziele

Die Teilnehmenden können:

  • die Bedeutung des Winterstroms und die Unterschiede zwischen vertikalen, fassadenintegrierten und dachmontierten PV-Systemen erklären
  • das Winterstrompotenzial eines Standorts oder Projekts abschätzen und typische Fehlannahmen erkennen
  • Verschattung und Winterertrag mit Simulationswerkzeugen beurteilen
  • Winterstromanteil, Wirtschaftlichkeit und Einsatzgrenzen von Batteriespeichern überschlägig bewerten und Alternativen vergleichen
  • fassadenspezifische Anforderungen an Module, Bifazialität, Bautechnik, Vorschriften und Bewilligungen einordnen
  • eine Winterstrom-Entscheidungsmatrix auf Gebäude, Areale und eigene Projektfälle anwenden
  • Grundlagen, Komponenten, Gestaltung und Vorschriften
  • Auslegung, Berechnung, Wirtschaftlichkeit und Speicher
  • Energiemanagement, Betrieb und Praxisteil (Simulation)

Grundlagen, Komponenten, Gestaltung und Vorschriften

  • Bedeutung des Winterstroms: saisonale PV-Erzeugung und Rolle vertikaler Anlagen
  • Einfluss von Einstrahlung, Temperatur, Ausrichtung und Verschattung bei tiefem Sonnenstand; Jahres- und Winterertragsprofile
  • Systemarchitektur und Modultechnologien für Fassaden, Balkone und Geländer
  • Bifaziale Systeme: Albedo, Schwachlichtverhalten und Grenzen; kurzer Exkurs zu alpinen Anlagen
  • Bauphysik und Gestaltung: Befestigung, Lasten, Hinterlüftung, Wärmebrücken, Brandschutz und Gebäudeintegration
  • Vorschriften und Bewilligungen: Melde- und Bewilligungspflichten, Netzanschluss, Blendung und Denkmalschutz

Auslegung, Berechnung, Wirtschaftlichkeit und Speicher

  • Potenzialabschätzung: Fassade und Dach im Vergleich, Standortdaten und typische Fehlannahmen
  • Ertragsberechnung: spezifischer Ertrag, Systemverluste, Performance Ratio, Winterstromanteil und Eigenverbrauchsprofil
  • Vergleich verschiedener Ausrichtungen und Handrechnungen zur Plausibilisierung
  • Stringplanung und Wechselrichterauslegung mit Fokus auf die Unterschiede zu Dach-PV
  • Wirtschaftlichkeit: Kosten, Vergütung, Amortisation und Sensitivitäten
  • Batteriespeicher: Tages- und Saisonverschiebung, Einsatzmöglichkeiten und Grenzen im Winter

Energiemanagement, Betrieb und Praxisteil (Simulation)

  • Home Energy Management System (HEMS): Eigenverbrauchsoptimierung, Smart Meter, Einbindung von Wärmepumpe, Boiler, E-Mobilität und Batterie, Prioritätenlogik und dynamische Tarife
  • Betrieb und Monitoring im Winter: Soll-Ist-Vergleich, Ertragsabweichungen, Verschattung und Schnee
  • Praxisteil mit frei verfügbaren Werkzeugen: Simulation von Verschattung und Winterertrag vertikaler Anlagen am eigenen Projekt
  • Vergleich von Ausrichtung, Neigung und Standort sowie der Wirkung von Verschattung und Albedo
  • Abschluss und Transfer: Checkliste und Entscheidungsmatrix für Dach, Fassade, Balkon, Geländer und Speicher

Im Praxisteil analysieren die Teilnehmenden in Gruppen ein konkretes, möglichst eigenes Objekt und simulieren Verschattung und Winterertrag. Simulation und Kurzbesprechung bilden den Kompetenznachweis; eine zusätzliche Arbeit nach dem Kurs ist nicht erforderlich.

Teilnehmende ohne Kompetenznachweis erhalten ein Kursattest.

Titel + Abschluss

Short Advanced Studies (SAS) «Winterstrom aus Photovoltaik»

Voraussetzungen + Zulassung

Erfahren Sie, für welche Fachpersonen dieser Kurs konzipiert ist und welche Voraussetzungen Sie mitbringen sollten.

Ihre Voraussetzungen

Grundkenntnisse der Photovoltaik werden vorausgesetzt; die wichtigsten Begriffe werden zu Beginn kurz aufgefrischt. Eine eigene Fragestellung aus dem beruflichen Umfeld ist hilfreich.

Zielpublikum

Das SAS richtet sich an Fachpersonen, die Winterstrompotenziale vertikaler und fassadenintegrierter Anlagen beurteilen und Umsetzungspfade für Gebäude, Areale, Gemeinden oder Kund*innen entwickeln:

  • Planer*innen, Solarteur*innen und Projektleiter*innen für Auslegung und Umsetzung vertikaler und fassadenintegrierter Anlagen
  • Architekt*innen und Fachplaner*innen für Gebäudehüllen
  • Energieberater*innen und Mitarbeitende von Energieversorgern
  • Fachspezialist*innen in öffentlichen Institutionen und Verwaltungen
  • Immobilienverwaltungen und Betreiber*innen grösserer Gebäudebestände

Beratung

Sie haben Fragen zur Weiterbildung? Wir beantworten Ihre Fragen gerne.

Die Wahl einer Aus- oder Weiterbildung ist eine wichtige Entscheidung bei der Planung der Berufskarriere. Im Rahmen eines individuellen Beratungsgesprächs beantworten wir gerne Ihre Fragen und klären mit Ihnen die persönlichen Voraussetzungen für das gewünschte Bildungsangebot.

Studienort + Infrastruktur

Der Studienort für den Unterricht ist an der Aarbergstrasse 46 im Switzerland Innovation Park Biel/Bienne (SIPBB).

Switzerland Innovation Park Biel/Bienne (SIPBB)

Vielseitige Standortvorteile
 

  • Unterrichtsräume in zwei Minuten Gehdistanz vom Bahnhof Biel/Bienne
  • Ideale Zugsverbindungen im 15-Minuten-Takt ab Hauptbahnhof Bern und im 30-Minuten-Takt ab Bern Wankdorf (neue Linie Thun-Biel)
  • Modernste Infrastruktur im SIPBB-Neubau
  • Vielseitige Verpflegungsmöglichkeiten in unmittelbarer Nähe
  • Innovative Events und Networkinganlässe

Und noch dies…
 

  • Innovations-Hotspot Biel/Bienne
  • Hochschulstadt Biel/Bienne
  • Industrie- und Dienstleistungsstadt mit zahlreichen Leadern in den Bereichen der Uhren-, Maschinen-, Präzisions- und Medizinaltechnikindustrie sowie Vertretern der Kommunikations- und Telekommunikationsbranche
  • Unmittelbare Nähe zum Bielersee mit vielseitigem Sport- und Freizeitangebot
  • Gelebte Zweisprachigkeit
  • Kulturleben in allen Facetten

Biel Aarbergstrasse 46 (Switzerland Innovation Park Biel/Bienne)

Biel, Aarbergstrasse 46

Berner Fachhochschule

Technik und Informatik
Switzerland Innovation Park Biel/Bienne
Aarbergstrasse 46
CH 2503 Biel

Berner Fachhochschule

Technik und Informatik
Switzerland Innovation Park Biel/Bienne
Aarbergstrasse 46
CH 2503 Biel