Salutogenese in komplexen geburtshilflichen Situationen

Das Konzept der Salutogenese ermöglicht es Hebammen, in komplexen Betreuungssituationen die individuellen Ressourcen einer Frau in den Fokus zu stellen und die gesunden Anteile zu fördern. In diesem SAS vertiefen Sie die Prinzipien der Salutogenese auf unterschiedlichen Ebenen und machen diese für verschiedene Praxissettings umsetzbar.

Im SAS

  • kennen und analysieren das Modell der Salutogenese, vergleichen es mit der Pathogenese und erkennen die Implikationen der jeweiligen Paradigmen auf die Hebammentätigkeit in Praxis, Lehre und Forschung.

  • sind vertraut mit der Komplexitätswissenschaft und verstehen Phänomene ganzheitlich und dynamisch

  • vertiefen ihr Verständnis der Salutophysiologie

  • entwickeln ihr eigenes Kohärenzgefühl, ihren Sinn für Kohärenz und sind in der Lage das Kohärenzgefühl der Klientin gezielt zu stärken (Intentionale SOC-Modifikation)

  • handeln und kommunizieren in komplexen Situationen nach den Prinzipien der Salutogenese auf der Klient*innen-, Team- und Systemebene

  • analysieren und reflektieren die aktuelle Praxis, gängige Leitlinien und Versorgungsmodelle nach dem Modell der Salutogenese und entwickeln innovative salutogenetisch ausgerichtete Betreuungsangebote, Rollen und Konzepte

Symbolbild Salutogenese

Steckbrief

  • Titel/Abschluss Short Advanced Studies (SAS)
  • Dauer 8 Studientage
  • Unterrichtstage Mittwoch, Donnerstag, Freitag
  • Anmeldefrist 1. September 2026
  • Anzahl ECTS 5 ECTS-Credits
  • Kosten CHF 2'400
  • Unterrichtssprache Deutsch
  • Studienort Bern
  • Departement Gesundheit
  • Nächste Durchführung Oktober bis Dezember 2026

Inhalt + Aufbau

Porträt

Eine Schwangerschaft erfordert von einer Frau und ihrem Umfeld eine physische, emotionale und soziale Neuorientierung. Kommen Stressoren wie chronische Erkrankungen, vorangegangene Traumatisierungen oder psychosoziale Mehrfachbelastungen hinzu, sind Hebammen mit komplexen Betreuungssituationen konfrontiert. Die aktuelle geburtshilfliche Praxis basiert auf der Pathogenese und ist von einer Risikoorientierung geprägt. Demgegenüber ermöglicht die Salutogenese, die individuellen Ressourcen trotz Stressoren in den Mittelpunkt zu stellen und die gesunden Anteile weiter zu fördern.

Sie erarbeiten sich die Grundlagen der Salutogenese, erwerben Kenntnisse der aktuellen Evidenzlage und setzen diese in Bezug zu Ihrem jeweiligen Arbeitskontext. Sie setzen sich sowohl theoretisch als auch praktisch mit dem Ansatz der Salutophysiologie auseinander und erfahren diesen selbst in der Körperarbeit. Zudem tauschen Sie sich mit Expert*innen aus der Praxis und Forschung über deren Erfahrungen bei der Implementierung von innovativen, an der Salutogenese orientierten Praxis- und Forschungsprojekten aus. Die Arbeit mit realen Fallsituationen unterstützt die Reflexion und den Transfer in die Praxis. Durch das Kommunikationstraining werden Sie befähigt, die Prinzipien der Salutogenese in der bindungsbasierten Interaktion mit Klient*innen oder im interdisziplinären Team anzuwenden.

Ausbildungsziel

Nach Abschluss des SAS haben Sie das nötige Fachwissen zur Salutogenese im Gesundheitswesen erworben:

  • Grundlagen der Salutogenese, Vergleich Pathogenese und Risikoorientierung sowie Implikationen der jeweiligen Paradigmen auf Mikro-, Meso- und Makroebene
  • Komplexität in der Hebammenarbeit: Herausforderung und Strategien
  • Kohärenzgefühl, Sinn für Kohärenz und Intentionale SOC-Modifikation
  • Salutophysiologie, salutogenetisches Betreuungsmodell
  • Körperarbeit: gezielte Körperwahrnehmung, gerichtete Aufmerksamkeit, Selbstanbindung, Resilienz, Spiegelneuronen, vegetatives Nervensystem, Bedeutung von Körperarbeit für salutogenetische Arbeitsweise
  • Chronische Erkrankungen und ihre Bedeutung für die klientinzentrierte Betreuung, die interdisziplinäre Zusammenarbeit und die Ausrichtung geburtshilflicher Betreuungsangebote
  • Kommunikation in komplexen Situationen
  • Zwang unter der Geburt und Gewalt
  • Bindung, Trauma, Bindungsförderung und bindungsbasierte Begleitung 

  • Salutogenetic Leadership, Rollen und Interdisziplinarität 

  • Analyse und Reflexion von realen Fallsituationen, aktueller Praxis und Versorgungsmodellen  

  • Entwicklung innovativer salutogenetisch ausgerichteter Betreuungsangebote, Rollen, Konzepte und Forschungsschwerpunkte 

Das SAS ist identisch mit dem Modul «Salutogenese in komplexen geburtshilflichen Situationen» des konsekutiven Master-Studiums Hebamme.

Downloads

«Salutogenese» – neues Master-Modul an der Berner Fachhochschule

«Nicht ich bestimme, was bedeutsam ist, sondern die Klientin»

Als praktizierende Hebamme begleitet Carole Lüscher-Gysi tagtäglich werdende Eltern während der Schwangerschaft, einer der wohl grössten Veränderungen im Leben. Welch entscheidenden Beitrag Salutogenese zur erfolgreichen Bewältigung dieser Herausforderung leistet, erklärt sie im Interview.

  • Interaktive Vorlesung

  • Seminar

  • Fachdiskussion

  • Körperarbeit

  • Fallanalyse

  • Selbststudium

  • Workshop

  • Transfer-Coaching

Der Kompetenznachweis beinhaltet eine Analyse nach Prinzipien der Salutogenese in Einzelarbeit.

Titel + Abschluss

Short Advanced Studies (SAS) der Berner Fachhochschule in «Salutogenese in komplexen geburtshilflichen Situationen»

e-log-Label SHV

Dozierende

Die Dozierenden des SAS sind ausgewiesene Expert*innen.

  • Dr. Evelyne Aubry, Wissenschaftliche Mitarbeiterin, Berner Fachhochschule

  • Selina Franca Brunner, Psychotherapeutin, ZSB Zentrum für Systemische Beratung und Psychotherapie Bern

  • Prof. Dr. med. DrPH, Georg Bauer, Leiter Abteilung Public & Organizational Health, Center for Salutogenesis Institut für Epidemiologie, Biostatistik und Prävention, Universität Zürich

  • Romy Hartmann, MSc, Hebamme, Stationsleiterin Kreisssaal, Helios Klinikum Pforzheim

  • Katrin Krähenbühl, MSc, Hebamme, Dozentin, Modulverantwortliche, Berner Fachhochschule, Leitung zentrum b

  • Carole Lüscher-Gysi, Msc, HebammeProf. Dr. Claudia Meier Magistretti, Forschungsleiterin und Dozentin, Mitglied der Global Working Group of Salutogenesis der IUHPE, Institut für Sozialpädagogik und Bildung der Hochschule Luzern

  • Prof. Marianne Nieuwenhuijze, RM PhD MPH, Professor of Midwifery, Research Centre for Midwifery Science Care and Public Health Research Institute, Maastricht University

  • Dr. Phil. Stefan Ölhafen, Dozent Stv Leiter aF&E, Berner Fachhochschule

  • Mewes-Toumi Fanny, MSc, Hebamme, Geschäftsleitung Geburtshaus Petit Prince, Wissenschaftliche Mitarbeiterin, Berner Fachhochschule

Voraussetzungen + Zulassung

  • Hebammen
  • Pflegefachpersonal mit Wochenbetterfahrung

Es gelten die allgemeinen Zulassungsbedingungen, die Sie im folgenden Dokument finden:

Schulische Voraussetzungen

Das SAS richtet sich an ein Fachpublikum.

Sprachkenntnisse

Gute Englischkenntnisse zum Lesen und Bearbeiten englischer Literatur und Verstehen von Videos.

Organisation + Anmeldung

8 Studientage, Oktober bis Dezember 2026
Für 4 ECTS-Credits rechnen wir mit einem Workload von 120 Stunden (inkl. der Studientage).
Unterrichtszeiten: in der Regel von 9.15 bis 17.15 Uhr

  • Mittwoch, 14. Oktober 2026
  • Donnerstag, 15. Oktober 2026
  • Montag, 26. Oktober 2026
  • Donnerstag, 12. November 2026
  • Freitag, 27. November 2026
  • Donnerstag, 3. Dezember 2026
  • Donnerstag, 17. Dezember 2026
  • Freitag, 18. Dezember 2026

Änderungen vorbehalten

Anmeldefrist

1. September 2026

Im Rahmen des Online-Anmeldeprozesses benötigen wir von Ihnen folgende Dokumente:

  • Kopien Ihrer Bildungsabschlüsse (im PDF-Format, max. 1 MB pro Dokument)
  • Passfoto (JPEG)

Bitte laden Sie diese Dokumente auch dann hoch, wenn Sie diese bereits im Rahmen einer anderen Anmeldung eingereicht haben. Wenn Sie Fragen oder Probleme bei der Online-Anmeldung haben, stehen wir Ihnen gerne zur Verfügung.

Geschäftsbedingungen

Es gelten die Allgemeinen Geschäftsbedingungen. Änderungen bleiben vorbehalten. Im Zweifelsfall ist der Wortlaut der gesetzlichen Bestimmungen und Reglemente massgebend.

Rückzugsregelung: Gemäss Weiterbildungsreglement ist ein Rückzug ohne Kostenfolge bis zum Ablauf der Anmeldefrist möglich. Nach diesem Zeitpunkt sind bei einer Abmeldung vor Beginn der Weiterbildung 50% des zu verrechnenden Betrages geschuldet.

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