Magic Piano – Geisterhände neu belebt

Vermittlungsprojekt zu Klavierrollen als Interpretationszeugnisse von Komponisten und Pianist*innen der vorletzten Jahrhundertwende, die an der HKB in den letzten 12 Jahren breit erforscht wurden.

Fiche signalétique

  • Département responsable Haute école des arts de Berne
  • Institut Institut Interprétation
  • Unité de recherche Interprétation et pratiques d'exécution
  • Centre BFH Centre BFH Arts in Context
  • Organisation d'encouragement FNS
  • Durée (prévue) 01.04.2020 - 30.09.2022
  • Responsable du projet Thomas Gartmann
  • Direction du projet Thomas Gartmann
  • Équipe du projet Sebastian Bausch
    Manuel Bärtsch
    Simon Gertschen
    Claudio Bacciagaluppi
  • Partenaire Agentur Webbear
    Conservatorio della Svizzera Italiana Lugano
    Schweizer Radio und Fernsehen
    Festival Musiksommer am Zürichsee
    Gymnasium Hofwil
    Konservatorium Bern
    Künstlerhaus Boswil
    Museum für Musikautomaten - Sammlung Dr. h.c. H. Weiss-Stauffacher
    Neidhart Grafik
    Precollege
    Schweizerischer Nationalfonds SNF

Situation

Dank der um 1900 verbreiteten Klavierrollen lassen sich auch heute Klaviere «wie von Geisterhand» spielen, von Pianist*innen und Komponisten, deren Interpretationen vor über 100 Jahren in Papier gestanzt wurden. Eine Reihe von fünf Forschungsprojekten an der HKB hat die Quellen und ihre technischen wie musikalischen Voraussetzungen untersucht, moderne Digitalisierungsversuche unternommen und die Interpretationen mit neuesten Methoden analysiert.

Approche

Die Vermittlung der Forschungserkenntisse erfolgt über drei Teilprojekte: 1) Phaenomen Zeitreise fördert das aktive Hören und umfasst Präsentationen im Rahmen von Musikfestivals. Ergänzt wird das Format durch eine Sendung der Reihe «Diskothek» des Schweizer Radios. Salon richtet sich an alle mit Freude am Entdecken und Diskutieren von Aufnahmen in einer informelleren Umgebung. 2) Keys for all richtet sich mit Workshops an Jugendliche und Hobbypianist*innen: Im Museum für Musikautomaten Seewen wird spielerisch in die Welt historischer Musikautomaten eingeführt. An digital gesteuerten Selbstspielklavieren (Yamaha Disklavier) kann man mit einem Gamecontroller selbst zur Interpretin/zum Interpreten werden. 3) Beethoven Revisited versammelt als interaktive Website Materialien – Aufnahmen, Ausgaben, Bibliografie, Blog, Kataloge, Filmmaterial. Hier soll auch der ganze Beethoven auf Welte (157 Rollen) zu finden sein. In einem Blind Test kann man sich per Blog zu verschiedenen Beethoven-Aufnahmen äussern und dazu Fragen stellen – oder online selbst auf die Wiedergabe Einfluss nehmen.

Résultat

Die Fragen und Erkenntnisse aus den Forschungsprojekten werden auch einem breiteren Publikum bekannt gemacht. Hauptziele sind dabei die Vermittlung von bewussterem Hören und freierem Spiel, kurz: das Entdecken von Interpretation als eigener Disziplin.