Modellierung Wald-Tageseinstände Rothirsch Solothurn

Modellierung von Rothirsch-Tageseinständen mittels GPS-Daten besenderter Tiere und Fernerkundungsdaten für Wälder im Solothurner Mittelland

Fiche signalétique

  • Départements participants Haute école des sciences agronomiques, forestières et alimentaires
  • Institut(s) Gestion multifonctionnelle des forêts
  • Unité(s) de recherche Écosystème forestier et gestion
  • Organisation d'encouragement Autres
  • Durée (prévue) 01.12.2024 - 30.06.2026
  • Direction du projet Prof. Dr. Christian Willisch
  • Équipe du projet Prof. Dr. Christian Willisch
    Dr. Nelson Marreros
    Michael Grüter
  • Partenaire Amt für Wald Jagd und Fischerei Kanton Solothurn
  • Mots-clés Rothirsch, Tageseinstände, Wald, Modellierung, GIS, LiDAR, maschinelles Lernen

Situation

Durch die GPS-Besenderung von Rothirschen in der Grenzregion zwischen Bern, Solothurn und Aargau konnten wichtige Grundlagen zum Raumverhalten, der Habitatnutzung aber auch zur Konnektivität des Mittelland-Lebensraums gewonnen werden, welche für das Management der Rothirsche von Bedeutung sind. Dabei zeigte sich, dass den Wäldern bei der Einstandswahl der Rothirsche am Tag eine zentrale Rolle zukommt. Welche kleinräumigen Habitateigenschaften innerhalb der Wälder aber entscheidend sind, damit sie von Rothirschen genutzt werden, ist jedoch nicht abschliessend geklärt. Vermutet wird, dass Sichtschutz durch Bäume und Sträucher in Bodennähe ein zentraler Faktor ist. Somit ist bis anhin auch nicht klar, welche Wälder überhaupt geeignete Tageseinstände für Rothirsche aufweisen, wie gross der Flächenanteil dieser Standorte an der Gesamtwaldfläche ist, oder wie ihre räumliche Verteilung aussieht. Aus Sicht des räumlichen Rothirsch-Managements sind solche Informationen jedoch zentral. Die Studie hat zum Ziel die Habitatfaktoren zu indentifizieren, welche bestimmend dafür sind, dass ein Standort im Wald als Tageseinstand von Rothirschen genutzt wird. Basierend darauf werden für die Mittelland-Wälder des Kantons Solothurn geeignete Waldstandorte modelliert.

Approche

Für die Studie werden bereits vorhandene GPS-Daten besenderter Rothirsche im zentralen Schweizer Mittelland herangezogen. In einem ersten Schritt werden diese mittels raum-statistischer Verfahren (einer so genannten Habitatanalyse) analysiert. Dabei weden Fernerkundungsdaten genutzt, wie die Bodenbedeckung, Abstände zu Siedlungen, Verkehrsträgern und Wanderwegen, als auch LiDAR-Daten. Mittels maschinellem Lernen werden anschliessend die Hauptfaktoren identifiziert und dann ein Modell erstellt, das die Bestimmung poetnzieller Tageseinstände auf der gesamten Solothurner Waldfläche im Mittelland erlaubt.

Résultat

Wir haben mittells maschinellem Lernen die Hauptfaktoren identifizeirt, welche aussschalggebend dafür sind, das Rothirsche Standorte im Wald tagsüber als Aufenthaltsort wählen. Besonders wichtige Faktoren sind der Abstand zu Waldwegen, sowie die Vegetationsdichte in der Strauchschicht, die den Rothirschen als Sichtschutz dient. Basierend auf diesen Analysen konnten die potenziellen Tageseinstände von Rothirschen für die Gesamtheit der Mittelland-Wälder des Kantons Solothurn erstellt werden. Das Modell dient den kantonalen Behörden zur Identifizierung wichtiger Kernlebensräume der Rothirsche im Wald. Es stellt eine wichtige Grundlage für das räumliche Rothirsch-Management dar.

Modellierung Wald-Tageseinstände Rothirsch in Solothurn (Copyright BFH-HAFL)
Modellierung Wald-Tageseinstände Rothirsch in Solothurn (Copyright BFH-HAFL)

Ce projet contribue aux objectifs de développement durable suivants

  • 15: Protection de la faune et de la flore terrestres