RePTusule - Intergenerationelles Lernen

Die Pilotstudie hat untersucht, wie begleitetes Selbststudium den Lernerfolg von Studierenden beeinflusst und welche Effekte die Tutortätigkeit pensionierter Physiotherapeut*innen auf deren Leistungsfähigkeit sowie auf die Altersbilder hat.

Fiche signalétique

Situation

Evaluation eines begleiteten Selbststudiums durch pensionierte Physiotherapeuten auf den Lernerfolg und Altersbilder von Physiotherapiestudierende und altersbedingte Funktionsverluste pensionierter Physiotherapeuten.

Approche

Diese Pilotstudie untersucht ob sich der Lernerfolg von Studierenden mit begleitetem Selbststudium (bSST) vom Lernerfolg von Studierenden mit freiem SST unterscheidet. Weiter wird die Auswirkungen die Tutortätigkeit der pensionierten Physioterapeut*innen (PT) auf ihre physische und kognitive Leistungsfähigkeit im Vergleich zu nicht teilnehmenden gleichaltrigen, pensionierten PTen erhoben. Zudem wird die Auswirkung der Tutortätigkeit auf die Altersbilder der Studierenden evaluiert.

Résultat

Das Forschungsvorhaben zeigt, dass der Einbezug pensionierter Physiotherapeutinnen und Physiotherapeuten als Tutorinnen und Tutoren im begleiteten Selbststudium machbar ist und positive Effekte auf den Lernerfolg haben kann. Zehn pensionierte Fachpersonen wurden interviewt, fünf sagten zu, vier waren im ersten Semester aktiv eingebunden. Eine weitere Person plante einen späteren Einstieg. Nach dem ersten Semester musste die Studie aufgrund der COVID‑19‑Pandemie abgebrochen werden. Der Lernerfolg im ersten Semester zeigte klare Vorteile für die Interventionsgruppe. Die Analyse der praktischen Modulendprüfung (OSCE) ergab signifikante Unterschiede zwischen Interventions- und Kontrollgruppe mit einem p‑Wert unter 0.0001. Dies weist darauf hin, dass begleitetes Selbststudium, auch durch pensionierte Fachpersonen angeleitet, praktisch klinische Kompetenzen verbessern kann. Alle sechs Einheiten konnten planmässig durchgeführt werden. Die Teilnahme hing jedoch stark von der Arbeitsbelastung im Semester ab. In frühen, weniger intensiven Wochen lag sie über 88 Prozent, später sank sie deutlich. Nur 32 Prozent erreichten die Zielteilnahme von fünf Einheiten. Für die Tutorinnen und Tutoren waren Messungen zu Mobilität, kognitiven Funktionen und Lebensqualität vorgesehen, konnten aber pandemiebedingt nicht abgeschlossen werden. Ergänzende Befragungen zeigten bei Studierenden eine Mischung aus ressourcenorientierten und defizitorientierten Altersbildern.

Perspectives

Insgesamt deutet das Projekt darauf hin, dass intergenerationelles Lernen den Kompetenzaufbau unterstützt und differenziertere Altersbilder fördern kann, wenn es sinnvoll ins Curriculum integriert ist.