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Mehr Grün für lebenswerte Städte

18.09.2026 Nach einem extrem heissen Sommer stellt sich die Frage dringender denn je: Wie bleiben Städte lebenswert? Am Kongress «Green the City – Grow the Future» diskutieren Fachleute über Lösungen. Jerylee Wilkes-Allemann, Professorin für Wald- und Umweltpolitik an der BFH-HAFL, erklärt die Rolle von Bäumen und Grünräumen.

Jerylee Wilkes-Allemann, ein Rekordsommer geht zu Ende. Was zeigt uns dieser über die Herausforderungen der Städte im Klimawandel?

Jerylee Wilkes-Allemann: Der Rekordsommer macht sichtbar, dass Hitze in den Städten längst kein Zukunftsszenario mehr ist. Schweizer Städte fordern einen nationalen Hitze-Aktionsplan für die Anpassung an den Klimawandel. Es braucht Massnahmen wie Entsiegelung, Fassaden- und Dachbegrünung und mehr Grünräume. Aber hierzu ist eine gemeinsame Diskussion wichtig: Wie können und wollen wir die Transformation zu grüneren, lebenswerteren und zukunftsfähigeren Städten angehen? Letztendlich werden nicht wir, sondern künftige Generationen mit dem leben, was wir jetzt planen.

Welche Rolle spielen Bäume und Grünräume für die Städte von morgen?

Wir wissen, dass Bäume ausserhalb des Waldes und stadtnahe Wälder aus verschiedenen Gründen wichtig sind. Sie reduzieren etwa das CO2 und produzieren Sauerstoff, sie geben uns Schatten und bieten Raum für Erholung. Es ist erwiesen, dass regelmässige Aufenthalte in Wäldern, oder schon nur der Blick ins Grüne, das Wohlbefinden steigern. Und die Temperatur unter einem Baum ist viel angenehmer als auf der Strasse.

Für lebenswerte Städte braucht es Grünräume.
Bäume und stadtnahe Wälder produzieren Sauerstoff, geben uns Schatten und bieten Raum für Erholung.

Heisst das, wir müssen einfach mehr Bäume pflanzen?

Bäume sind eine kostengünstige Variante für die Begrünung der Stadt. Aber das ist einfacher gesagt als getan. Unsere Städte sind stark versiegelt, für Bäume hat es wenig Platz. Das hat historische Gründe: Hier in der Schweiz gab es nie wirklich eine Bourgeoisie, und dadurch stehen nur wenige Schlösser in unseren Städten. So fehlen auch die grossen Pärke, wie sie etwa in England oder Frankreich die Städte prägen. Es ist deshalb besonders wichtig, nebst dem Erhalt und der Pflege bestehender Grünräume auch neue zu entwickeln.

Was können die Teilnehmenden an «Green the City» erleben, das ihnen kein Fachartikel oder Webinar bieten kann?

Der Kongress ist ein neues Format, bei dem der Dialog nicht nur auf theoretischer Ebene stattfindet, sondern wirklich auch mit der Praxis.

Die Transformation unserer Städte zu resilienten Lebensräumen wird nur möglich, wenn alle ihren Beitrag leisten.

  • Jerylee Wilkes-Allemann Dozentin Wald- und Umweltpolitik

An wen richtet sich der Anlass?

Wir hoffen auf die Teilnahme einer ganzen Palette von Berufsgruppen: Stadt- und Raumplanerinnen, Architekten und Landschaftsarchitektinnen, Personen aus der Verwaltung auf kommunaler, kantonaler und nationaler Ebene, Unternehmen im Bereich nachhaltiger Stadtentwicklung und Grünraumplanung, Baumpflegerinnen, Personen aus dem Umwelt- und Waldbereich, Forschende und Politikerinnen. Kurz, alle, die an dieser Schnittstelle zwischen Wald und Stadt arbeiten. Und ein breites Publikum ist natürlich auch willkommen. Denn die Transformation unserer Städte zu resilienten Lebensräumen wird nur möglich, wenn alle ihren Beitrag leisten.

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Fachgebiet: Agronomie + Wald