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«Durch die Weiterbildungen gehen für mich viele Türen auf.»
02.09.2026 Wer ins Schweizer Paraplegiker-Zentrum kommt, braucht oft nicht nur körperliche Rehabilitation. Marvin Kälin begleitet Patient*innen auch psychisch – und hat sich mit Weiterbildungen an der BFH gezielt darauf spezialisiert.
Das Wichtigste in Kürze
- Marvin Kälin begleitet am Schweizer Paraplegiker-Zentrum Patient*innen mit psychischen Belastungen und verbindet dabei psychiatrische mit somatischer Pflege.
- Der CAS Psychiatrische Pflege an der BFH hat ihm Fachwissen und wissenschaftliche Grundlagen vermittelt, die er direkt in seiner Arbeit einsetzen kann.
- Mit dem MAS Integrierte Pflege: Mental Health entwickelt er sich weiter und schafft sich neue berufliche Perspektiven.
Beim Schweizer Paraplegiker-Zentrum denkt man zunächst an körperliche Verletzungen und Rehabilitation. Was macht dort ein Pflegefachmann mit Spezialisierung Mental Health?
Menschen kommen aus ganz unterschiedlichen Gründen zu uns – etwa nach einem Auto- oder Arbeitsunfall, aber auch nach einem Suizidversuch. Meine Aufgabe ist es, die Patient*innen in diesem Rehabilitationsprozess psychologisch und psychiatrisch zu begleiten. Zudem leite ich Fallbesprechungen, führe Fallsupervisionen durch und gebe Kurzinputs rund um das Thema psychische Gesundheit.
Was gefällt Ihnen an dieser Arbeit?
Gerade in der Akutphase ist die Arbeit sehr anspruchsvoll. Gleichzeitig kann man eine enorme Beziehung zu den Patient*innen aufbauen. Manche bleiben sieben oder acht Monate bei uns. Dadurch sieht man von Tag zu Tag die Fortschritte, die sie machen. Das finde ich sehr schön.
Sie haben Ihre Ausbildung in einer psychiatrischen Klinik gemacht. Wie sind Sie ins Schweizer Paraplegiker-Zentrum gekommen?
Ich habe ursprünglich diplomierter Pflegefachmann HF mit Fachrichtung Psychiatrie gelernt. Dabei habe ich festgestellt, dass mir der somatische Anteil fehlte. Deshalb habe ich mich im Schweizer Paraplegiker-Zentrum für die Fachspezialisierung Mental Health beworben. Voraussetzung für die Stelle war, dass ich berufsbegleitend den CAS Psychiatrische Pflege an der BFH absolviere.
Was haben Sie aus dieser Weiterbildung mitgenommen?
Das CAS hat mir unter anderem Evidence-based Practice vermittelt – also wissenschaftliches Arbeiten, Statistik und Pflegequalität auf wissenschaftlichem Niveau. Das hat mir in meiner Ausbildung gefehlt. Daneben ging es um verschiedene psychologische Theorien, Gesprächsführung sowie den Umgang mit Krisen und Suizidalität. Vieles davon konnte ich direkt in der Praxis umsetzen.
Heute absolvieren Sie den MAS Integrierte Pflege: Mental Health. Warum möchten Sie sich noch weiterqualifizieren?
Durch die Weiterbildungen gehen für mich viele Türen auf. Ich kann mich neu orientieren oder mich in einem Fachgebiet weiter spezialisieren.
Welche Möglichkeiten eröffnen sich dadurch?
Ich könnte beispielsweise in die Berufsbildung gehen, an einer Schule unterrichten oder in der Forschung arbeiten. Gleichzeitig kann ich auch weiterhin im direkten Patientenkontakt tätig sein.
Wie sieht Ihre berufliche Zukunft aus?
Wenn ich den MAS abgeschlossen habe, möchte ich einen Master of Science in Pflege machen – mit der Fachvertiefung Psychiatric Mental Health Nurse Practitioner.