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Transparente Forschung bringt mehr Wirkung
19.10.2026 Mitte Oktober begehen Hochschulen weltweit die Open Access Week 2026. Wie der offene Umgang mit Daten und Ergebnissen die Wirkung der Forschung steigert, zeigt die Hochschulallianz PIONEER.
Das Wichtigste in Kürze
- Open Science (OS) steht für frei zugängliche Forschungsergebnisse, Daten und Methoden sowie Unterrichtsmaterialien.
- OS zielt darauf, die Wirkung der Forschung zu steigern.
- Die Hochschulallianz PIONEER nutzt OS gezielt, um die Zusammenarbeit der Hochschulen und ihrer Partner*innen zu erleichtern.
Forschungsergebnisse frei und kostenlos zugänglich im Internet statt in zahlungspflichtigen Zeitschriften und Datenbanken – dieser Gedanke steht hinter Open Access. Beginnend Anfang der 2000er-Jahre findet dieses Prinzip immer mehr Anwendung in der Wissenschaft, insbesondere in den vergangenen zehn Jahren wurden die Anstrengungen europaweit intensiviert. Der Gedanke dahinter ist einfach: Forschungsergebnisse, die mit öffentlichen Geldern entstanden sind, sollen auch allen zur Verfügung stehen – ohne Barrieren wie teure Zeitschriftenabos, die die Budgets von Bibliotheken und Universitäten stark belasten.
Zur Person: Gernot Pruschak
Gernot Pruschak ist Professor für Applied Data Science am Institut Applied Data Science & Finance des Departements Wirtschaft der Berner Fachhochschule. Er schloss im Februar 2021 sein Doktoratsstudium in Wirtschafts- und Sozialwissenschaften an der RWTH Aachen ab. Zuvor studierte er Betriebswirtschaftslehre an der Universität Wien.
Seine Forschungsschwerpunkte liegen an der Schnittstelle von Open Innovation, Leadership und Hochschulmanagement. Darüber hinaus setzt er sich stark für integre und ethische Forschung sowie Open Science ein.
In der Lehre konzentriert er sich insbesondere auf wissenschaftliche Methoden sowie auf Business- und Datenanalyse.
«In der Zwischenzeit ist nicht mehr nur von Open Access die Rede, sondern von Open Science», erklärt Gernot Pruschak, Professor für Applied Data Science an der Berner Fachhochschule. In diesem weiteren Verständnis sollen nicht nur Forschungsergebnisse offen zugänglich sein, sondern auch die zugrundeliegenden Daten und Methoden sowie Unterrichtsmaterialien. «Open Science ist eine wichtige Voraussetzung für die wirkungsvolle und effiziente Zusammenarbeit zwischen Hochschulen», ergänzt der promovierte Wirtschaftswissenschaftler.
Open-Science-Erhebung in Hochschulallianz
Genau mit diesem Ziel, der hochschulübergreifenden Zusammenarbeit, ist die BFH seit 2022 in der europäischen Hochschulallianz PIONEER engagiert. Diese vereint 10 europäische Hochschulen, die sich für die Entwicklung nachhaltiger, sicherer und resilienter Städte einsetzen. Bestandteil der Allianz sind hochschulübergreifende Forschungsprojekte zu Stadtplanung, Mobilität und Energie, auch in Zusammenarbeit mit lokalen Behörden und Unternehmen. «Solche Partner haben oft keinen Zugriff auf wissenschaftliche Bibliotheken und teure Verlagsdatenbanken. Umso wichtiger ist, dass unsere Publikationen in öffentlich zugänglichen Repositorien auffindbar sind», so Gernot Pruschak.
Wie stark Open Science in der PIONEER Allianz verbreitet ist, hat er nun gemeinsam mit zwei weiteren BFH-Forschenden, Christian Hopp und Xiangrui Zeng, untersucht. Die Forschenden werteten die Anzahl von Open-Access-Publikationen aus, führten Interviews mit den Open-Science-Verantwortlichen an allen zehn Hochschulen und analysierten die dazugehörigen Konzepte der Hochschulen. Ziel der Analyse: best practices und Wissensträger*innen identifizieren, um verstärkt voneinander zu lernen und Open Science allianzweit noch stärker voranzubringen.
BFH belegt guten Platz
Die Berichtsergebnisse sind noch nicht final, doch so viel kann Gernot Pruschak schon verraten: «Wir haben unter den PIONEER Hochschulen einige echte Vorreiter bezüglich Open Science. Die BFH belegt einen guten Platz im vorderen Mittelfeld.» Vorbildlich ist bei der BFH demnach die Unterstützung der Mitarbeitenden durch ein eigenes Open Science Office sowie die Infrastruktur mit speziellen Repositorien für Publikationen und Daten. Wenn es darum geht, Open Science in den Köpfen der Mitarbeitenden zu verankern und Open Science verbunden in Lehre und Forschung zu betrachten, kann die BFH hingegen von anderen PIONEER-Hochschulen noch etwas lernen, so der Befund.
Gernot Pruschak ist überzeugt, dass Open Science PIONEER helfen wird, gemeinsam mit öffentlichen Institutionen, NGOs und Unternehmen einen wichtigen Beitrag zu nachhaltigeren, resilienteren und lebenswerteren Städten zu liefern. Seine Untersuchung sieht er als einen wichtigen Schritt dazu. «Meines Wissens nach ist unsere Erhebung die erste zu Open Science in einer europäischen Hochschulallianz. Ich kann dieses Vorgehen allen anderen Allianzen nur empfehlen.»
PIONEER-Allianz
Die Hochschulallianz PIONEER besteht aus zehn europäischen Hochschulen und wird im Rahmen der «European Universities»-Initiative von der Europäischen Union via Erasmus+ gefördert. Schweizer Hochschulen erhalten jedoch keine Mittel aus Erasmus+, sondern ihre Teilnahme wird von Movetia finanziell unterstützt. PIONEER verfolgt das Ziel, gemeinsam innovative Lösungen für nachhaltige, resiliente und lebenswerte Städte zu entwickeln (SDG-11). Im Zentrum stehen Themen wie Mobilität, Energie, Digitalisierung, Gesundheit sowie soziale Inklusion.