Künstlerische Selbstkonzeptionen

Dieses Forschungsfeld des Forschungsschwerpunktes Interpretation stellt insbesondere performative und körperbezogene Darstellungsformen ins Zentrum und erforscht dabei medienübergreifend erzeugte Selbstkonzeptionen.

Die Projekte fördern sowohl in historischem Rückblick als auch vor dem Hintergrund post-moderner prozessualer und performativ-konstruierter Identitätsauffassungen Selbstkonzeptionen von Künstler*innen und Autor*innen zutage.

Punktuelle Untersuchungen operieren an der Schnittstelle von Geistes- und Sozialwissenschaften sowie künstlerischer Forschung. Im Forschungsfeld werden sich verändernde Strategien künstlerischer Selbstdarstellung von Autorschaft sowie Selbst- und Fremdzuschreibungen kritisch hinterfragt und zugleich offengelegt.

Laufende Projekte

Schreiben im Zwiegespräch - Das literarische Mentorat als Autorinstanz

Das Forschungsprojekt untersucht begleitete Schreibprozesse und ihre Auswirkungen auf das Autor/innenselbstverständnis. Als kollaborative Schreibszene ist das Mentorat in der literarischen Praxis an Hochschulen und in Verlagen zwar längst etabliert. Dennoch geht mit ihm weiterhin eine genieästhetisch bedingte Tendenz zur Tabuisierung einher. Mit dem vorliegenden Projekt soll es nun in Autorschafts- und Schreibprozesstheorien einbezogen werden. Die gewonnenen Erkenntnisse über gemeinschaftliche Manuskriptarbeit und fiktive Entwürfe von Mentorfiguren in Romanen des 20. Jahrhunderts zeigen dabei auf, wie das Mentorat als eine von mehreren Autorinstanzen begriffen werden kann.

Die Kunstfigur als performativ ästhetisches Gesamtkunstwerk

Bei Kunstfiguren handelt es sich um ein gesellschaftlich und medial weitverbreitetes Phänomen, das auf so unterschiedliche Erscheinungen wie Lady Gaga, Conchita Wurst, Borat, Charlie Chaplin oder den Harlekin angewendet werden kann. Eine klare Definition, was eine Kunstfigur ist und inwiefern sie sich von anderen Begriffen wie Alter Ego, Star oder Image abgrenzen lässt, gibt es bislang nicht. Das Forschungsprojekt möchte sich – mit einem Fokus auf zeitgenössische Kunstfiguren – diesem Phänomen annähern und dabei Methoden ausloten, wie Definition und Analyse vorangebracht werden können.

Imaginierte Figurenkörper im zeitgenössischen Musiktheater

Die Dissertation ist ein Teilprojekt des vom SNF seit 2017 geförderten Forschungsverbundes an der Uni Bern und HKB „Offene Manipulation als Movens für Figurentheater im zeitgenössischen Theater“. Der Schwerpunkt dieses Projektes ist die Erforschung von neuen Wahrnehmungsperspektiven des zeitgenössischen Musiktheaters.

Durch zeitliche Überlagerung der Erzählebenen und räumliche Fragmentierungen des Bühnenraums wird im Figurentheater mit live singenden und gleichzeitig live animierten Figuren die Wahrnehmung der Zuschauenden besonders stimuliert. Eine linear-chronologische Aufführungsanalyse reicht nicht mehr aus, um dem Phänomen der kombinierten Genres gerecht zu werden. Daher wird eine neue Methode entwickelt, die sich neurowissenschaftlicher Erkenntnisse des episodischen Erinnerns sowie des projizierenden Erlebens für die theaterwissenschaftliche Aufführungsanalyse zunutze macht. Drei Genrekombinationen stehen dabei im Fokus: Musiktheater mit gleichwertig eingesetztem Puppentheater, Musiktheater durch reduzierte puppenhafte Ästhetik, sowie musikalisches Figurentheater, in dem Puppen durch Musikalisierung im Vordergrund stehen.

Kontakt

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Forschung
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Sekretariat: Daniela Wüthrich
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