Musikinstrumente

Herkunft, Geschichte, Bauweise, Konservierung und Weiterentwicklung historischer sowie Entwicklung neuer Musikinstrumente sind nur einige unserer Forschungsthemen.

Wir arbeiten national und international mit historisch und naturwissenschaftlich ausgerichteten Forschungsinstitutionen und Interessenverbänden zusammen. Demzufolge sind unsere Methoden zwingend multidisziplinär und bringen führende Spezialist/innen etwa der naturwissenschaftlichen Analytik, der Technologie im Instrumentenbau und der Quellenkunde an einen Tisch.

Ein Schwerpunkt liegt in den Blasinstrumenten des 19. und frühen 20. Jahrhunderts. Dies auch dank der engen Zusammenarbeit mit der Klingenden Sammlung in Bern, die mit ihren über 1'000 Blasinstrumenten der ehemaligen Instrumentensammlung Burri sowie HKB-eigenen Instrumenten eine einzigartige Basis für Forschung und Anspielversuche bereithält. Fragen nach den Interfaces wie Mundstücken und Rohrblättern sind für uns ebenso zentral wie für die angewandte Interpretationsforschung.

Kernkompetenzen

  • Grundlagenforschung zu Materialität und Akustik historischer Musikinstrumente
  • Weiterentwicklungen im Instrumentenbau
  • Forschung zu präventiver Konservierung und Nutzung historischer Blasinstrumente
  • Zusammenstellen passender Instrumentensätze zuhanden der historisch informierten Aufführungspraxis
  • Repertoireforschung zu bestimmten Instrumenten und Edition zentraler Werke in Faksimile und kritischer Ausgabe

Laufende Projekte

The Sound of Brass

Materialität, Akustik und Geschichte der Blechblasinstrumente am Beispiel des historisch informierten Nachbaus deutscher Posaunen

Wie und woraus wurden früher Blechblasinstrumente gebaut? Welche Auswirkungen auf das Spielverhalten und letztlich auf den Klang hat es, wenn wir deren Nachbauten heute wieder in historischer Weise fertigen? Und lässt sich dies messen?
Die Firma Egger in Basel ist führend in der Herstellung von Nachbauten historischer Blechblasinstrumente. Analog zur historisch informierten Aufführungspraxis und im Hinblick auf diese arbeitet Egger seinerseits historisch informiert. Viele Fragen zu Materialität und Fertigungstechnik der Originale sind jedoch noch unbeantwortet. Am Beispiel der legendären deutschen Posaunen des 19. und frühen 20. Jahrhunderts (u.a. von Sattler, Penzel, Kruspe und Heckel) sollen Fragen etwa der Legierungszusammensetzung, der Blechbearbeitung, der Fügetechnik und der Details der Konstruktion untersucht werden.
Den Einfluss solcher historisch informierter Fertigung auf Spielverhalten und Klang der Instrumente erforschen derweil die Akustiker der Empa um Armin Zemp. Zentral hierbei ist der Bau einer Anregeeinheit (eines «künstlichen Bläsers»), die objektive und vergleichbare Messungen überhaupt erst möglich macht. Dank dieser Innovationen wird schliesslich verlorenes handwerkliches Wissen zurückgewonnen, was wiederum die Zukunft des Instrumentenbaus stärkt.
Ausgerüstet mit diesem Wissen und passenden Ausgangsblechen baut Egger in Zusammenarbeit mit Prof. Ian Bousfield (HKB) deutsche Alt-, Tenor- und Tenorbassposaunen. Zu guter Letzt werden diese im Konzert vom Sinfonie Orchester Biel Solothurn getestet und vorgestellt.

Hörner der Mozartzeit

Welche Art von Horn verwendeten die Musiker zur Zeit Wolfgang Amadeus Mozarts und Joseph Haydns? Zwischen dem barocken Horntypus und jenem aus dem 19. Jahrhundert wurde das Instrument für das heute meistgespielte Repertoire in Oper und Konzert von Forschung und Praxis bisher weitgehend ausgespart. Grund dafür ist zum einen die relativ geringe Anzahl erhaltener Instrumente, darüberhinaus ist der heutige Blick auf das «klassische» Naturhorn verschleiert von Fehleinschätzungen und -datierungen, die dringender Korrektur bedürfen. Das Projekt widmet sich nun diesem Instrument und versucht, unter den bekannten Exemplaren in Museen und Sammlungen ein Modell zu lokalisieren, das den Anforderungen der heutigen Praxis entspricht und sich für einen historisch informierten Nachbau eignet. Ergänzende Recherchen beleuchten zu diesem Zweck zudem den Instrumentenbau und die Handwerkstechnik der Zeit.

Kontakt

Nehmen Sie Kontakt mit uns auf! Wir informieren Sie gern über weitere Projekte aus dem Forschungsfeld und beantworten Ihre Fragen.

Hochschule der Künste Bern HKB
Forschung
FSP Interpretation
Betriebsassistenz: Sabine Jud
Fellerstrasse 11
CH-3027 Bern