Geldschein- Zur visuellen Rhetorik des Geldes

Massenmediale Bilder beeinflussen unseren Umgang mit Geld - und somit das Geld selbst. Das Projekt untersucht, welche Vorstellungen über Geld mit Bildern kommuniziert werden und mit welchen visuellen Mitteln dies geschieht.

Steckbrief

  • Lead-Departement Hochschule der Künste Bern
  • Institut Institute of Design Research
  • Forschungseinheit Design and Rhetoric
  • BFH-Zentrum Arts-co - BFH-Zentrum Arts in Context
  • Förderorganisation SNF
  • Laufzeit (geplant) 01.01.2017 - 30.04.2021
  • Projektverantwortung Arne Scheuermann
  • Projektleitung Simon Renato Küffer
  • Schlüsselwörter Geld, Visuelle Rhetorik, Kommunikation, Grafikdesign, Bild, Wirtschaft, Finanzwirtschaft

Ausgangslage

Es hat sich spätestens mit der Forschung zu «Visual Cultures» etabliert, Bilder auf ihre herrschaftlichen Diskurse zu befragen: So leuchtet unmittelbar ein, dass beispielsweise ein H&M-Poster bestimmte Geschlechterrollen reproduziert oder ein Musikvideo ein postkoloniales Erbe fortsetzt. Das Projekt versucht die ökonomischen Erzählungen zu beleuchten, mittels deren ökonomische Verhältnisse konstituiert werden, und damit die visuelle Rhetorik dieses Instrumentes: das Geld. Was wird auf einem bestimmten Bild über Geld erzählt oder von Geld behauptet? Geld kann und bedeutet zu verschiedenen historischen Zeitpunkten Unterschiedliches und dieses Unterschiedliche hängt von Gesetz, Verwendung, Ethik und Diskurs ab. Daher werden Bilder und die damit kommunizierten Vorstellungen – so die Arbeitsthese – einen Einfluss auf die Konstitution des Geldes haben. Eine sexistische Werbung behauptet beispielsweise nicht nur, dass die Frau ein käufliches Objekt sei, sondern auch und vor allem, dass ‘die Frau’ bzw. ihre Sexualität in den Machtbereich des Geldes fallen. Das Projekt fragt, welche Erzählungen über Geld auf massenmedialen Bildern kommuniziert werden und mit welchen visuell-rhetorischen Mitteln dies geschieht.

Vorgehen

Untersucht werden vier Bildgruppen unterschiedlicher Akteure: die Werbung wichtiger Finanzinstitute, Titelblätter des Spiegels und des Beobachters, Covers von Musikalben, die alten und neuen Schweizer Banknoten. Das Projekt bedient sich hierzu verschiedener Methoden, die sich in drei Gruppen unterteilen lassen: 1. Methoden der visuellen Rhetorik, wie sie in den letzten Jahren in der HKB-Forschung entwickelt wurden: Hierbei wird visuelle Kommunikation generell als wirkungsintentional verstanden, wobei die gewünschten Wirkungen mittels regelhafter Anwendung von ästhetischen Techniken hervorgerufen werden können (wie es der klassischen Rhetorik entspricht). 2. Methoden der visuell-verbalen Rhetorik, die sich vor allem in den 1960er-Jahren im Kontext der Semiotik entwickelt haben: Hierbei werden Bilder aus zeichentheoretischer Perspektive untersucht, wobei vor allem das Verhältnis zwischen Denotation (‘Was wird gezeigt?’) und Konnotation (‘Was bedeutet das Gezeigte?’) eine Rolle spielt. 3. In einem experimentellen Block (Research Through Design) kommen Methoden der qualitativen und quantitativen Befragung zur Anwendung: Die analysierten Bilder werden durch eigene Alternativentwürfe ergänzt und Testpersonen zur Befragung vorgelegt.

Ergebnisse

Die Resultate werden in einer Dissertation im Rahmen der Graduate School of the Arts Bern publiziert.