Nationales Qualitätsentwicklungsprogramm in der ambulanten Physiotherapie
Ein nationales Programm stärkt die Qualität in der ambulanten Physiotherapie: Gemeinsam mit Partnern entwickelt die BFH evidenzbasierte Indikatoren und ein lernendes System für bessere Patientenergebnisse und nachhaltige Versorgung.
Steckbrief
- Beteiligte Departemente Gesundheit
- Institut(e) Physiotherapie
- Forschungseinheit(en) Public Health und physiotherapiebezogene Gesundheitsökonomie
- Förderorganisation Andere
- Laufzeit (geplant) 01.04.2026 - 31.12.2028
- Projektleitung Prof. Dr. Nathanael Lutz
- Projektmitarbeitende Dr. Marina Paula Bruderer
- Partner Physioswiss
- Schlüsselwörter Qualitätsentwicklung, ambulante Physiotherapie, Patientensicherheit, Outcome-Indikatoren, evidenzbasierte Versorgung, lernendes System, Gesundheitsversorgung Schweiz, Implementierungsforschung, Monito
Ausgangslage
Die ambulante Physiotherapie leistet in der Schweiz bereits heute einen wichtigen Beitrag zu einer qualitativ hochstehenden Gesundheitsversorgung. Dennoch besteht Bedarf, die Versorgungsqualität systematisch, messbar und nachhaltig weiterzuentwickeln. Vor diesem Hintergrund hat der Schweizer Physiotherapieverband Physioswiss im Auftrag der Eidgenössischen Qualitätskommission (EQK) ein nationales Qualitätsentwicklungsprogramm lanciert. Dieses zielt darauf ab, Patientensicherheit, Wirksamkeit und die langfristige Sicherung der physiotherapeutischen Versorgung zu stärken und die Profession nachhaltig im Gesundheitssystem zu verankern. Das auf rund zehn Jahre angelegte Programm verfolgt den Aufbau eines evidenz- und datenbasierten, lernenden Systems zur kontinuierlichen Qualitätsverbesserung. Dabei wird Qualität nicht nur sichtbar gemacht, sondern gezielt weiterentwickelt. Die Berner Fachhochschule (BFH) beteiligt sich als Partnerin im Netzwerk von Fachhochschulen mit Physiotherapie-Studiengängen an der Entwicklung dieses Programms und bringt ihre Expertise in angewandter Forschung und Praxisintegration ein. Gemeinsam mit weiteren wissenschaftlichen und praxisorientierten Akteur*innen wird eine breit abgestützte und national verankerte Qualitätsentwicklung angestrebt.
Vorgehen
Das Projekt verfolgt einen mehrstufigen, partizipativen Ansatz. Zu Beginn wird im Rahmen einer Kontextanalyse systematisch erhoben, welche bestehenden Initiativen und Ansätze zur Qualitätsentwicklung in der ambulanten Physiotherapie bereits vorhanden sind. Darauf aufbauend werden Versorgungsbereiche mit besonderem Handlungsbedarf identifiziert und priorisiert. In enger Zusammenarbeit zwischen Physioswiss, wissenschaftlichen Partnern (u. a. ZHAW/WIG, Universität Bern/SwissRDL), weiteren Fachhochschulen sowie Praxisakteur*innen werden evidenzbasierte Qualitätsindikatoren und -massnahmen entwickelt. Diese orientieren sich entlang des Patientenpfads und sollen praxistauglich, anschlussfähig und in bestehende Abläufe integrierbar sein. Ziel ist die Etablierung eines Qualitätsentwicklungs- und Monitoringsystems, das kontinuierliche Verbesserungsprozesse unterstützt. Die BFH bringt sich insbesondere in die wissenschaftliche Fundierung und die praxisnahe Entwicklung ein. Am Ende des Programms ist eine umfassende Wirkungsevaluation vorgesehen, die auf patientenrelevanten Outcome-Indikatoren basiert und die erzielten Verbesserungen bewertet.
Ergebnisse
Erwartet werden praxisnahe, wissenschaftlich fundierte Qualitätsindikatoren sowie ein implementierbares Qualitätsentwicklungssystem für die ambulante Physiotherapie. Dieses ermöglicht es, Versorgungsqualität systematisch zu erfassen, zu vergleichen und gezielt weiterzuentwickeln. Langfristig wird ein national abgestütztes Monitoring der Versorgungsqualität aufgebaut. Die erarbeiteten Indikatoren können nach Projektabschluss in die nationale Qualitätsplattform der EQK integriert werden. Damit trägt das Projekt wesentlich zur Weiterentwicklung eines effizienten, qualitativ hochstehenden und patientenorientierten Gesundheitssystems bei.
Ausblick
Nach Abschluss des Programms wird angestrebt, die entwickelten Qualitätsindikatoren und das Monitoringsystem dauerhaft im Schweizer Gesundheitswesen zu verankern. Die Integration in nationale Plattformen ermöglicht eine langfristige Beobachtung und Steuerung der Versorgungsqualität. Das etablierte lernende System bildet die Grundlage für eine kontinuierliche, datenbasierte Qualitätsentwicklung auch über die Projektlaufzeit hinaus. Für die Physiotherapiepraxen entsteht ein nachhaltiger Mehrwert durch verbesserte Behandlungsqualität, erhöhte Transparenz und stärkere Orientierung an patientenrelevanten Outcomes. Die Beteiligung der BFH und weiterer Fachhochschulen schafft zudem eine enge Verbindung zwischen Forschung, Lehre und Praxis. Dies fördert den Wissenstransfer sowie die Weiterentwicklung zukünftiger Fachkräfte und stärkt die Rolle der Physiotherapie im Gesundheitswesen langfristig.