Projekt «Grossholz»

Michèle Keller
Simon Richli

Themen

Wohnen
Areal
Städtebau

Standort

Ostermundigen

Studiengang

Bachelor Architektur

Modul

Atelier 4 BBS FS 22
Nachhaltigkeit, regeneratives Bauen

Projektbeschrieb
 

Situation

Das Projekt befindet sich am südlichen Ende der bebauten Fläche von Ostermundigen und grenzt an den bewaldeten Ostermundigeberg. Prägende Merkmale in nahen Umfeld bilden die Sandsteinbrüche und steigende Topografie des Bergfusses.

Im näheren Umkreis sind vorwiegend Wohnbauten anzutreffen. Gegen den Steinbruch in südlicher Richtung befinden sich geschützte Arbeiterhäuser aus der Gründungszeit des Steinbruchs. Das Projekt grenzt dreiseitig an Mehrfamilienhaustrukturen aus den letzten 50 Jahren. Die Bauten sind zwei bis dreigeschossig ausgeführt. Der Parzellenrücken grenzt an den Wald und bildet die Grenze von dem Wohnquartier zum Ostermundigeberg.

Setzung

Das Projekt setzt sich aus acht Baukörpern zusammen. Die Baukörper sind in Zeilenform angeordnet und nehmen mit Versätzen Bezug auf den Aussenraum. Die Körper werden feingliedrig durch eine vor- und rückspringende Schottenstruktur ausgebildet und eine facettenreiche Siedlung entsteht daraus. Die Schottenstruktur mit der springenden Grundrisskubatur orientiert sich an bewährten Beispielen von Reiheneinfamilenhaustypologien aus dem Raum Bern.

Wohnung

Die Wohnungsgrundrisse reihen sich in die Schottenstruktur in Form von Studio- oder Duplexwohnungen ein. Die Wohnungen werden ebenerdig und über einen Laubengang erschlossen. Jede Wohnung, abgesehen der Studios, weist so einen direkt zugeordneten Aussenraum, Gartenseitig oder auf dem Dach, auf. Sämtlichen Bewohnern ist der Zugang zu den gemeinschaftlichen Dachterrassen mit Gemüsegarten möglich. 

Erschliessung und Aussenraumgestaltung

Der Aussenraum gliedert sich in eine öffentliche Haupterschliessungsachse mit direktem Anschluss an Gemeinschaftsräume, Werkstatt und Kindertagesstätte. Dieser Raum dient zugleich als Begegnungszone wie Quartierplatz. An die Haupterschliessungsachse sind direkt halböffentliche Treppenerschliessungen und ebenerdige Erschliessungsgassen angegliedert.

Um die Siedlung werden Wege angeordnet um das Quartier mit den umliegenden Bauten wie dem Wald zu verbinden. Eine Verbindungsachse zu der Waldstrasse wird vorgeschlagen.

 

Konstruktion und Fassadengestaltung

Die Baukörper treten monolithisch mit einer ergänzenden Balkon- und Erschliessungsschicht in Holz in Erscheinung. Die Konstruktion steht auf einem auf Beton fixierten Sandsteinfundament und besteht aus einem Holzständerbau mit dazwischenliegenden Strohballen als Wärmedämmung. Die Ständerkonstruktion wird aussen mit einem Kalkputz und innen mit einem weissen Lehmputz verputzt. Die Innenwände bestehen bei Wohntrennwänden aus mit Lehmbausteinen ausgefachten Holzständerwänden oder mit Lehmbauplatten bekleideten Leichtbauwänden innerhalb der Wohnung.

Nachhaltigkeit und Kreislaufwirtschaft

Bei der Konstruktion werden vorwiegend lokale, nachwachsende Rohstoffe wie Fichten-, Tannen- und Eichenholz verwendet. Die Dämmung aus Strohballen und Fundation aus Sandstein kann direkt in Ostermundigen beim Steinbruch und lokalen Landwirten eingekauft werden. Die Schilfputztäger wie restlichen Bauteile werden möglichst aus einem Radius von unter 100 km bezogen. Beim Rückbau oder einer Anpassung des Projekts können die Holzteile (Normquerschnitte) als Baustoff für neue Bauteile wie beispielsweise Holzelemente verwendet werden. Die Strohdämmung kann kompostiert werden und wird so zu neuem Boden. Die ungebrannten Lehmbauteile können in neue Lehmbauteile verarbeitet werden. Die Verbindungen werden in geschraubter oder verzapfter Art ausgeführt, damit die Bauteile ohne grossen Aufwand wieder voneinander getrennt werden können.