Projekt «Stadt Vogelsang»

Michael Ruflin

Themen

Wohnen

Standort

Spitalareal Biel/Bienne

Studiengang

Master Architektur

Modul

Atelier Holz HS22/23
Spitalareal Biel, GRAUe Energie - BUNTe Vielfalt

Projekt «Eine Vision»

Stadt Vogelsang, Spitalareal, Gebäude 7

Luft und Tageslicht schaffen Orientierung und Bezüge ins funktionale Chaos der Spitalstruktur

Mit der Metapher der Kernstadt wird die Transformation der funktionalen Spitalstruktur zur Nachbarschaft beschrieben, der Stadt Vogelsang. Das faszinierende Spitalbauten-Konglomerat birgt viele Qualitäten und Potenziale, die genutzt werden können. Mit der Methode der Subtraktion werden diese aus der enorm dichten Struktur ausgearbeitet. Auf dem städtebaulichen Massstab werden zwei Elemente geschaffen, eine Nord-Süd-und eine Ost-West-Verbindung durch die Stadt. Der Schnittpunkt der beiden Achsen liegt im Herzen des Konglomerats, dem heutige Notfallhof und dem Stadtplatz von Morgen. Dieser Punkt liegt auf der mittleren Höhenlage und ist somit auch der Knotenpunkt in der vertikalen Verknüpfung. Das Gebäude N°7 spielt mit der Nord-Süd Passage eine wichtige Rolle als Bindeglied. Ein wichtiges Merkmal dieses neuen, eingeschnittenen Raums ist das Tageslicht, dieses schafft Orientierung und fungiert als Wegweiser. Südseitig wird dieser neue Zugang einem kleinen Nebenbau eingeleitet, der öffentlichen Sauna an der Hangkante. An diesen frequentierten und öffentlichen Orten des Stadtplatzes, Stadtparks und der Passage kommen auch alle gemeinschaftlichen und lebendigen Nutzungen zu liegen. Als eine Art «Wolkenbügel» fungiert das Dach der Gebäudes N°7, diese beherbergt die gemeinschaftliche Dachterrasse mit Weitblick und verknüpft die beiden vertikalen Erschliessungen. Um ins Wohnen einzutauchen zweigen viele Wege und Höfe von der Passage ab und es öffnen sich immer wieder halb-private Wohnhöfe, die Nachbarschaften bilden. Zur Passage erfolgt die Adressierung der Nachbarschaften, doch gleichwohl sind viele informelle Nebenerschliessungen und Short-Cuts möglich. Diese Höfe bilden jeweils immer die sekundäre Belichtungsfassade der Wohnungen, sodass diese tiefen Grundrisse eine zweiseitige Belichtung gewährt ist. Die «Schaufenster» zu dieser Hof- & Laubenerschliessungen bilden das Bindeglied zwischen den Wohnungen und den Nachbarn. Sie adressieren die Wohnung, können die nachbarschaftliche Beziehung stärken und somit auch diese Wohnhöfe beleben. Die Vielfalt an Wohnungen baut auf der bestehenden Raustruktur des Spitals und kann in drei Prinzip-Wohnungstypen zusammengefasst werden: die mittelgrosse Geschosswohnung mit Aussicht, die mittelgrosse Geschosswohnung mit überhohen Belichtungsräumen und die Atrium-Grosswohnform. Die Wohnungen sollen unterschiedlichste Bewohner ansprechen und generieren mit ihrer flexiblen Nutzung eine Diversität im Quartier. Jede Wohnung verfügt über eine private Seite mit einem Aussenbereich, entweder kleine Loggia, Gartensitzplatz oder Dachgarten. Dieser begrenzte Aussenraum wird mit unterschiedlichen Gemeinschaftsbereichen ergänzt und bereichert, wie die Dachterrasse für Sonnenuntergänge auf der Ebene C, Wohnhöfe zum Spielen oder die Gemeinschaftsräume für Feste. Ebenfalls ist das Quartierleben direkt vor der Tür, was den begrenzten Platzbedarf in der Wohnung optimal ergänzt. Ganz im Sinne des «Orientierung schaffen» wird auch auf der materiellen Ebene mit einem konzeptuellen Ansatz gearbeitet. Durch die Subtraktion der Höfe und der Fassade entstehen neue Innere Fassadenabwicklungen, welche durch die Materialisierung und Gestaltung Indikator für die Orientierung sind. So entstehen insgesamt drei Fassaden: Außen (Bestand), Passage und Wohnhof. Dass das Gebäude nicht zerfällt und einen sanften Kontrast zwischen Innen und Außen entsteht, werden die neuen inneren Fassaden an die bestehende Bandgliederung und Lisenen Tektonik der Bestandsfassade angeglichen. Ergänzend wird im Ausdruck der neuen Fassaden mit Re-Use Material aus dem Bestand gearbeitet, die abgehängten Metalldecken werden als Verkleidung einges