Herausragende Projekte 2025

Als engagierte Hochschule setzen wir uns aktiv für die Lösung gesellschaftlicher Herausforderungen ein. Im Mittelpunkt steht der partnerschaftliche Austausch mit der Praxis und der Öffentlichkeit.

Virtual Reality gegen Stigmatisierung 

Viele schwangere Frauen mit Adipositas erleben im Gesundheitssystem Stigmatisierung, was ihr Wohlbefinden und die geburtshilfliche Versorgung beeinträchtigt. Das BFH-Forschungsprojekt RESET setzt auf Trainings mit Virtual Reality, um Fachpersonen für stigmabewusste Kommunikation zu sensibilisieren und eine respektvolle Versorgung zu fördern.

Armutserfahrene beteiligen

Der neue Rat für Armutsfragen will die Perspektive von Menschen mit Armutserfahrung direkt in politische Entscheidungsprozesse einbringen. Er ermöglicht politischen Entscheidungsträger*innen, sich von armutserfahrenen Menschen beraten zu lassen. Das in einem BFH-Forschungsprojekt partizipativ erarbeitete Konzept bildet die Grundlage für die praktische Umsetzung des Rats.

Hilfe statt Tabus

Psychische Erkrankungen sind oft ein Tabu – insbesondere auf dem Land, wo jede jeden kennt. Viele Menschen wissen auch nicht, an wen sie sich bei psychischen Belastungen wenden können. Mit einem Walk-in, einer digitalen Plattform und weiteren regional verankerten, partizipativ entwickelten Angeboten will der Verein emMENTAL dies ändern. Die BFH begleitet das Projekt beratend und evaluiert die Wirksamkeit.

Menschen sitzen in einem Gemeindesaal gemeinsam an mehreren Tischen
Das Projekt emMENTAL setzt auf Partizipation, um Mental-Health-Angebote im Emmental zu verankern.

Robotik be-greifen

Von der Produktion über den Bau bis hin zur Pflege – Roboter versprechen viel Nutzen für die Menschen. Entscheidend ist, wie beide zusammenarbeiten. Die Wanderausstellung «Hello Robot» zeigte auf spielerische Weise, wie sich Robotik anfühlt, die für Menschen gemacht ist. Kinder und interessierte Erwachsene erfuhren mit Tablets, grafischen Programmierblöcken und direkter Interaktion, wie einfach und flexibel der Umgang mit Robotern sein kann.

Eintreten für Barrierefreiheit

Konzertiertes Engagement: Als Gründungsmitglied der Allianz Digitale Inklusion Schweiz (ADIS) engagiert sich die BFH für digitale Barrierefreiheit. Rechtzeitig zur strenger werdenden Regulierung verstärken wir die Unterstützung für Unternehmen und Organisationen mit Weiterbildung und Beratung. Der Ansatz: Von gut umgesetzter Barrierefreiheit profitieren nicht nur die Nutzenden, sondern auch die Anbieter*innen.

Privatsphäre und Datenschutz bei der E-ID

Im zweiten Anlauf nahm das Stimmvolk im September 2025 die E-ID an der Urne an. Im Mittelpunkt der Diskussion standen die Privatsphäre und die Speicherung sensibler Daten. Als Mitglied des Technical Advisory Circle des Bundes unterstützte die BFH die federführenden Bundesämter für Justiz (BJ) und Polizei (fedpol) bei Fragen wie dem sparsamen Umgang mit Daten und dem konsequenten Schutz der Privatsphäre bei der E-ID.

Grafik, die Symbole der Gebärdensprache zeigt
Automatische Übersetzung in Gebärdensprache ist derzeit noch nicht marktreif, könnte aber dereinst Teil einer Lösung hin zu mehr digitaler Barrierefreiheit sein.

Kreislaufwirtschaft für Lithium-Ionen-Akkus

Die Elektromobilität nimmt zu, doch was tun mit ausgedienten Batterien? Unter Leitung der BFH erarbeitete das Projekt CircuBAT innovative Lösungen für ein zirkuläres Wirtschaftsmodell. Dazu gehören die Verlängerung der Nutzungsdauer in Fahrzeugen, die Zweitnutzung als stationäre Speicher sowie die effiziente Rückgewinnung wertvoller Rohstoffe. Einige der Ansätze stehen kurz vor Markteinführung oder werden in Start-ups weiterverfolgt. 

Mehr Miteinander dank partizipativer Interventionen

Menschen begegnen sich, fassen Vertrauen in ihre Nachbar*innen, Gemeinschaft entsteht. Mit überraschenden, künstlerischen Aktionen hat die BFH zu mehr Miteinander in Bern West beigetragen. Die ansprechenden und niederschwelligen Methoden ermöglichten auch jenen Beteiligung, die sonst oft ausgeschlossen sind, zum Beispiel wegen Sprachbarrieren.

CO₂ dort nutzen, wo es entsteht

Während die Atmosphäre zu viel CO₂ aufweist, kommt es in der Getränkeindustrie immer wieder zu CO₂ -Engpässen. Eine Lösung bietet das aus der BFH hervorgegangene Start-up Circea: In Weinkellereien oder Brauereien wird das bei der Fermentation entstehende Kohlendioxid abgefangen und unter anderem als Kohlensäure in Getränken genutzt – statt in die Luft zu entweichen. 

Foto des Platzes rund um das Glockenspiel im Tscharnergut, man sieht Menschen gemeinsam an Festbänken sitzen.
Das Glockenspiel im Tscharnergut nahm neben traditionellen Schweizer Melodien zusätzlich internationale Klänge in sein Repertoire auf.

Von der Idee zum nachhaltigen Produkt

Das Netzwerk AgroFoodPark bietet Start-ups und KMU im Raum Bern modulare Unterstützung in Infrastruktur, Forschung, Produktion und Vernetzung. Ein solches Beispiel ist Vif4: Das Start-up stellte seine neuartigen Dumplings aus fermentierten Hülsenfrüchten an der BEA 2025 erfolgreich vor und wird zudem vom Entrepreneurship Office der BFH sowie der Standortförderung Bern begleitet.

Mehr Sicherheit bei der Netzhautbehandlung

Das an der BFH entwickelte Gerät «Spectralis Centaurus» eröffnet neue Perspektiven für die Behandlung von Netzhauterkrankungen: die Kombination von Diagnose und gleichzeitiger Behandlung mit einem einzigen Gerät. Dazu wurde ein etabliertes ophthalmologisches Diagnosegerät mit einem Behandlungslaser erweitert. Die Kooperation mit dem Inselspital und zwei Industriepartnern wurde vom Schweizerischen Nationalfonds gefördert.

Von der HKB zur Marktreife

Mittels Piktogramm-Karten den Musikunterricht strukturieren, Wahlmöglichkeiten zeigen und Lernfortschritt dokumentieren: Diese Idee aus ihrem Studium der Musikpädagogik hat eine HKB-Studentin mit einem Team zum marktfertigen Produkt entwickelt: Die You «C» Cards unterstützen einen inklusiven Musikunterricht und fördern Selbstwirksamkeit sowie Motivation. Dies kommt insbesondere neurodivergenten Schüler*innen zugute.

Hand, die mit dem Zeigefinger auf eine Spielkarte zeigt, auf der ein Saxophon zu sehen ist und der Text "Musik erleben"
Vom Studium auf den Markt: Die You «C» Cards entstanden im Rahmen des Musikpädagogikstudiums und können im Unterricht eingesetzt werden.

Lifelong learning auf Hochschul-Niveau

Flexibler, schneller, individualisierter – die Anforderungen der Arbeitswelt ändern sich. Arbeitnehmende wie Arbeitgebende verlangen zunehmend nach kompakteren, praxisnahen Weiterbildungen. Die BFH lancierte deshalb Short Advanced Studies (SAS). Diese modular aufgebauten Kurse fördern gezielt Kompetenzen, die aktuell am Arbeitsmarkt gefragt sind und erhöhen die Employability. Sie sind auf Programme wie CAS, DAS, MAS oder EMBA anrechenbar.

Innovative Angebote für Bern und darüber hinaus

Die BFH greift fortlaufend aktuelle gesellschaftliche Bedürfnisse auf und trägt durch innovative Bachelor- und Masterangebote dazu bei, dem Fachkräftemangel entgegenzuwirken. Jüngste Beispiele sind die Studiengänge BA Landschaftsarchitektur und BA Transformation Design sowie MSc Digital Government und MSc Entrepreneurship & Business Innovation. Ausserdem stärkt die BFH ihre Brückenfunktion im Jurabogen durch eine Kooperation mit der HE-Arc.

Nahaufnahme von Studierenden, die gebannt zuhören
Mit neuen, innovativen Studienangeboten wirkt die BFH dem Fachkräftemangel entgegen.

Neurowissenschaft nutzen und erleben

Warum können manche Menschen Gesichter kaum auseinanderhalten, während andere sie nach Jahrzehnten mühelos identifizieren? Haben so genannte «Super-Recognizer» einen Vorteil beim Erkennen von KI-generierten Deepfakes? Fragen wie diese erforscht die BFH und stellt den Sicherheitsbehörden ihr Know-how zur Verfügung. Für die Öffentlichkeit macht sie diese spannenden Aspekte der Neurowissenschaft mit Public-Engagement-Anlässen erlebbar.

Doppelt prämiert

Grosse Ehre für Dorothee Elmiger: Die Absolventin des Schweizerischen Literaturinstituts und heutige HKB-Dozentin erhielt neben dem Deutschen auch den Schweizerischen Literaturpreis. «Die Holländerinnen» ist eine literarische Reise in den Dschungel und lotet die Grenzen des Erzählbaren aus. Nach Kim de l’Horizon 2022 schon der zweite Doppelerfolg für Alumni des Schweizerischen Literaturinstituts in jüngster Zeit.

Symbolbild, übereinandergelgte Gesichter im Profil
Die Forschung zu Super-Recognizern stellt die BFH Sicherheitsbehörden zu Verfügung und macht sie der Öffentlichkeit mit Veranstaltungen erlebbar.