Transformatives Führen im Gesundheitswesen: Macht, Reflexion und Feminist Leadership

Reflektieren Sie Ihr Führungsverständnis im Spannungsfeld von Macht, (Selbst-)Fürsorge und sozialer Gerechtigkeit und entwickeln Sie wegweisende Kompetenzen, um Führung im Gesundheits- und Sozialwesen inklusiv, machtsensibel und transformativ mitzugestalten.

  • Das Angebot richtet sich an Fachpersonen und (angehende) Führungskräfte, die komplexe Strukturen neu denken und transformative Leadership-Ansätze in ihren Arbeitsalltag integrieren wollen.

  • Sie verknüpfen dabei theoretische Grundlagen des Feminist-Leadership-Ansatzes mit praktischer Selbst- und Teamführung, um Ihr Wirken innerhalb des Systems gezielt weiterzuentwickeln.

  • Sie lernen, Bias und Privilegien kritisch zu hinterfragen, kollektives Empowerment zu fördern und eine Organisationskultur zu etablieren, die strukturelle Verantwortung und Diversität als Basis für eine sozial gerechte Medizin begreift.

Steckbrief

  • Titel/Abschluss Short Advanced Studies (SAS)
  • Dauer 3 Studientage
  • Unterrichtstage Donnerstag, Freitag, Montag
  • Anmeldefrist 31. Januar 2027
  • Anzahl ECTS 2 ECTS-Credits
  • Kosten CHF 1250
  • Unterrichtssprache Deutsch
  • Studienort Bern
  • Departement Gesundheit
  • Nächste Durchführung 18. + 19. März 2027, 26. April 2027

Inhalt + Aufbau

Porträt

Das Gesundheits- und Sozialwesen ist von strukturellen Ungleichheiten geprägt. Diskriminierung von Patient*innen und Mitarbeitenden u. a. aufgrund Gender, Herkunft, Klasse, Behinderung oder Alter sowie die Unterrepräsentation in Machtpositionen sind systemische Herausforderungen, die besonders im Umgang mit vulnerablen Gruppen relevant sind.

Führung als eine wichtige Grösse beeinflusst direkt Teamgesundheit, Patient*innensicherheit und Versorgungsqualität. Vor dem Hintergrund gesellschaftlichen Wandels braucht es daher zeitgemässe, diskriminierungskritische und sozialgerechte Führungsansätze.

Die Weiterbildung vermittelt Feminist Leadership als transformativen Ansatz. Sie verbindet theoretische Grundlagen mit reflexiver Selbstführung und konkreter Anwendung im beruflichen Alltag. Im Zentrum stehen die Auseinandersetzung mit Machtverhältnissen, Bias und Privilegien sowie der Transfer in die Praxis anhand eigener Fallbeispiele und geeigneter Tools. So werden Sie befähigt, kollektives Empowerment zu stärken und Versorgungsstrukturen zukunftsorientiert mitzugestalten.

Ausbildungsziel

Das Ziel ist es, kollektives Empowerment als treibende Kraft für Veränderungen erfahrbar zu machen. Sie entwickeln einen inklusiven und machtsensiblen Blick auf Strukturen und fördern ein tieferes Verständnis für die Voraussetzungen sozial gerechter Medizin. Die theoretischen Prinzipien werden dabei durch Räume für Self-Leadership ebenso wie kooperative Formate und die Arbeit an der eigenen Haltung unmittelbar in die Anwendung überführt.

Was Sie konkret erwartet:

  • Systemische Machtstrukturen identifizieren: Sie analysieren kritisch den gesellschaftlichen Ist-Zustand sowie Macht- und Diskriminierungskategorien (Intersektionalität, Bias) im Gesundheits- und Sozialwesen und setzen diese in Bezug zur Versorgungsqualität.

  • Reflexives Self-Leadership: Sie nutzen «Inner Work» als Voraussetzung für transformatives Handeln. Dabei entwickeln Sie ein neues Führungsverständnis durch Erarbeitung einer neuen Perspektive auf die eigenen Bias, Privilegien und Wertereflexion.

  • Transformative Führung gestalten: Ihr neues Führungsverständnis nutzen Sie für den Übergang von hierarchischer Kontrolle («Power Over») zu einem authentischen, transformativen und empowernden Leadership («Power Within»).

  • Transfer und Empowerment: Sie entwickeln Feminist-Leadership-Prinzipien, Frameworks und Kommunikationstools mittels Best-Practice Analysen und Bearbeitung eigener Fallbeispiele für die eigene Arbeit und Organisation.

Die Weiterbildung ist in drei inhaltliche Säulen gegliedert, die theoretische Fundierung und praktische Anwendung verknüpfen:

  • Theoretische Basis: Erarbeitung des Feminist-Leadership-Ansatzes sowie dessen Abgrenzung zu weiteren Führungsmodellen. Kennenlernen der Prinzipien von Feminist Leadership und relevanter Vordenker*innen. Fokus auf intersektionale und systemische Analysen des Ist-Zustands im medizinischen Sektor. Hier werden sowohl Fallbeispiele, wissenschaftliche Paper als auch Perspektiven auf die eigenen Strukturen, Teams und bisherigen Erfahrungen im Gesundheitswesen beleuchtet.

  • Reflexives Self-Leadership: Vertiefte Auseinandersetzung mit der eigenen Rolle und Haltung als Führungsperson. Fokus auf Wertearbeit, das Erkennen von Bias und die gezielte Stärkung der persönlichen Führungskompetenz durch «Inner Work». Ein Hinterfragen der eigenen Privilegien, Machterfahrungen und Werte gehört hier genauso dazu, wie der Blick auf (Selbst-)Fürsorge und eigene Haltung.

  • Healthcare-Transfer und Empowerment: Praxisorientierte Anwendung von Feminist Leadership-Frameworks. Durch die Analyse von Best-Practice-Beispielen und die Bearbeitung eigener Fälle entwickeln Sie konkrete Werkzeuge für die Kommunikation und Führung in Ihrem klinischen bzw. organisationalen Alltag.

Die Methodik basiert auf drei aufeinander abgestimmten Säulen:

  • Self-Leadership: Im Zentrum steht die Auseinandersetzung mit der eigenen Haltung und dem persönlichen Führungsverständnis. In Reflexionsräumen, durch Körperarbeit und mittels Journaling erhalten Sie die Möglichkeit, die eigene Führungspraxis bewusst wahrzunehmen und weiterzuentwickeln.

  • Hintergrund und theoretische Einbettung: Ergänzend dazu vermitteln Inputs zu Ursprung, Entwicklung und Theorie zentrale Grundlagen. Leitfragenbasierte Lektüre sowie die gemeinsame Erarbeitung wissenschaftlicher Papers unterstützen das vertiefte Verständnis und den Transfer in die Praxis.

  • Machtsensible Führung und Feminist Leadership im Gesundheits- und Sozialwesen: Ein weiterer Schwerpunkt liegt auf Führung in aktuellen Gesundheits- und Sozialkontexten. Sie erwartet ein Input zum Ist- Zustand, um bisherige Erfahrungen in bestehenden Team- und Organisationsstrukturen kritisch zu reflektieren. Zur Vertiefung werden gemeinsam medizinische Case-Studies (multimedial) und praxistaugliche Ansätze erarbeitet. Ziel ist die Entwicklung einer eigenen Toolbox für das eigene Team oder die jeweilige Struktur, etwa mit Kommunikationsansätzen, Prinzipien und passenden Frameworks.

Angaben folgen

Titel + Abschluss

Short Advanced Studies (SAS) in «Transformatives Führen im Gesundheitswesen: Macht, Reflexion und Feminist Leadership»

Dozierende

Dr. med. Johanna Ellensohn – Ärztin, Prozessbegleiterin und Coachin, Körpertherapeutin & systemische Psychotherapeutin in Ausbildung, Beirätin Futur F e.V.

Porträt Johanna Ellensohn

Voraussetzungen + Zulassung

Das Angebot richtet sich an Gesundheits- und Sozialfachpersonen, die kollektive Führung sowie machtsensible und systemisch gedachte Ansätze des Leaderships erfahren und vertiefen möchten. Bisherige Führungsverantwortung wird nicht vorausgesetzt. Eine offene Haltung sowie die Bereitschaft, sich selbstreflexiv mit dem eigenen Führungsverständnis auseinanderzusetzen, sind wichtig.

Angesprochen sind zudem Personen aus angrenzenden Bereichen des Gesundheits- und Sozialwesens, wie beispielsweise Mitarbeitende und Verantwortliche aus Organisationen, Bildungsinstitutionen, Stiftungen oder weiteren Institutionen.

Die Weiterbildung könnte für Sie interessant sein, wenn Sie beispielsweise in folgenden Rollen arbeiten oder dies künftig anstreben:

  • Kaderpersonen im Pflege-, Therapie- oder medizinischen Bereich, sowie Sozialfachpersonen

  • Team-, Stations- oder Projektleitende im Gesundheits- oder Sozialwesen

  • Fachpersonen, die in eine Leitungsfunktion einsteigen möchten und ihr Führungsverständnis reflektiert, machtsensibel, feministisch und zukunftsorientiert weiterentwickeln wollen

  • Mitarbeitende aus Bildungs-, Forschungs- oder anderen Institutionen im Bereich Gesundheits- oder Sozialwesen

Es gelten die allgemeinen Zulassungsbedingungen, die Sie im folgenden Dokument finden:

Organisation + Anmeldung

3 Studientage
Für 2 ECTS-Credits rechnen wir mit einem Workload von 60 Stunden (inkl. Studientage). Die Unterrichtszeiten sind in der Regel von 8.30 bis 16.30 Uhr.

  • Donnerstag, 18. März 2027
  • Freitag, 19. März 2027
  • Montag, 26. April 2027

Anmeldefrist

31. Januar 2027

Im Rahmen des Online-Anmeldeprozesses benötigen wir von Ihnen folgende Dokumente:

  • Kopien Ihrer Bildungsabschlüsse (im PDF-Format, max. 1 MB pro Dokument)
  • Passfoto (JPEG)

Bitte laden Sie diese Dokumente auch dann hoch, wenn Sie diese bereits im Rahmen einer anderen Anmeldung eingereicht haben. Wenn Sie Fragen oder Probleme bei der Online-Anmeldung haben, stehen wir Ihnen gerne zur Verfügung.

Geschäftsbedingungen

Es gelten die Allgemeinen Geschäftsbedingungen. Änderungen bleiben vorbehalten. Im Zweifelsfall ist der Wortlaut der gesetzlichen Bestimmungen und Reglemente massgebend.

Rückzugsregelung: Gemäss Weiterbildungsreglement ist ein Rückzug ohne Kostenfolge bis zum Ablauf der Anmeldefrist möglich. Nach diesem Zeitpunkt sind bei einer Abmeldung vor Beginn der Weiterbildung 50% des zu verrechnenden Betrages geschuldet.

Alle Weiterbildungsangebote am Departement Gesundheit

Haben Sie noch mehr Wissenshunger? Stillen Sie ihn mit einer praxisorientierten Weiterbildung an der Berner Fachhochschule Gesundheit.