Gemeinschaftswerke und heutige Herausforderungen

Die digitale Entwicklung hat die Gesellschaft individualisiert und Freiwilligenarbeit ist unter Druck geraten. Gleichzeitig wächst das Interesse an sinnstiftendem, gemeinschaftlichem Engagement. Das Podium beleuchtet Chancen und Herausforderungen von Gemein(schafts)werken in der heutigen Zeit.

12.03.2026, 18.30–20.00 Uhr – Kornhausforum Bern

Steckbrief

Gemeinschaftswerke und heutige Herausforderungen

Unsere Gesellschaft hat sich in den letzten Jahrzehnten und nicht zuletzt durch die zunehmende Digitalisierung stark individualisiert. Diese Tendenz führte unter anderem auch dazu, dass das Engagement und die Freiwilligenarbeit in traditionellen Gemeinwerken unter Druck geriet. In den urbanen Gebieten – aber auch zunehmend wieder in ländlichen – ist mittlerweile eine Kehrwende spürbar, viele Menschen engagieren sich und wollen freiwillig sinnstiftende Arbeit leisten. Auf dem Podium sollen Herausforderungen, mit denen sich gemeinnützige Organisationen und Engagierte selbst konfrontiert sehen herausgeschält, aber auch die Chancen des gemeinnützigen Engagements erläutert werden.

Zudem stellt auch der schnell fortschreitende Klimawandel die traditionellen Gemeinwerke vor neue Herausforderungen: neue Ansprüche werden an sie gestellt, während die bereits bestehenden Pflegeaufgaben arbeitsintensiver werden. Gleichzeitig gibt es das Bedürfnis nach neuen Formen von Gemeinwerken sowie Arten von Engagements.

Welche Herausforderungen gilt es in den neu ausgerichteten und gegründeten Gemeinwerken zu meistern und was haben Gemeinwerke heute noch - oder wieder - für einen Mehrwert für unsere Gesellschaft? Das Thema wird von vier Akteur*innen in unterschiedlichen Funktionen und aus verschiedenen Perspektiven erläutert.

Themen

Neue Gemeinwerke (Liechti / Heimberg)

Gemeinwerke dienten und dienen unter anderem auch dazu, durch Landschaftspflege natürliche Ressourcen nicht nur zu bewirtschaften sondern auch zu erhalten. Neu werden sie auch dazu eingesetzt, die Biodiversität zu erhöhen, oder um beispielsweise die historische Bausubstanz im Weiler Weissenried oberhalb des verschütteten Walliser Dorfes Blatten gemeinschaftlich Instand zu stellen, um den Ort wieder lebenswert zu machen. 
Karina Liechti und Urs Heimberg zeigen auf, wie gemeinnützige Organisationen zusammen mit Freiwilligen Qualitäten erhalten, schaffen und wiederherstellen.

Neue Allmenden (Flotron / Huber)

Wer eine neue Allmende als selbstverwaltete Einheit mit Regeln schaffen will, sieht sich unter Umständen nicht nur mit Skepsis von Anrainer*innen konfrontiert, sondern auch mit einer Vielzahl von Behördenvorgaben und nicht zuletzt viel unbezahlter Arbeit.

Marianne Flotron, Co-Studiengangsleiterin BA Fine Arts und Joachim Huber, Professor für Architektur, beide Berner Fachhochschule, haben beide Allmend-Projekte initiiert und berichten von ihren Erfahrungen mit dem Widerstand, den Herausforderungen sowie dem künstlerischen Umgang damit.

Programm

18:30     Begrüssung
18:35   Vorstellungsrunde Teilnehmer*innen und ihre Projekte
18:50  

Podiumsgespräch
 

  • Karina Liechti, Projekt Neues Gemeinwerk, Stiftung Landschaftsschutz Schweiz
  • Marianne Flotron, Initiatorin einer neuen Allmende, CO-Studiengangsleiterin BA Fine Arts BFH
  • Joachim Huber, Mit-Initiator Projekt Wellrock, Aarau, Professor für Architektur BFH
  • Urs Heimberg, Präsident Stiftung Blatten, Professor für Raumplanung und Städtebau BFH
Moderation: Boris Szélpal, Professor für Architektur und Planung BFH
19:45   Fragen & Antworten
20:00   Apéro

 

Die Veranstaltung findet im Rahmen der Ausstellung «Almenden – Gemeinschaftlich handeln» statt.