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«An der BFH habe ich mir ein wertvolles Netzwerk aufgebaut»

10.09.2026 Vom Informatiker zum Manager: Nach seiner Lehre hat Pablo Di Lione (36) die HF Wirtschaftsinformatik und danach einen Executive MBA in General Management an der BFH-TI absolviert. Heute leitet er ein 200-köpfiges Team im Geschäftskundenbereich von Swisscom.

Pablo Di Lione
Der EMBA an der BFH-TI als Sprungbrett: Seit letztem Sommer arbeitet Pablo Di Lione als Head of Design, Delivery und Operations bei Swisscom. (Foto: zVg)

«Ich bin der praktische Typ», sagt Pablo Di Lione über sich selbst. Das spiegelt sich auch in seinem Werdegang wider. Als Kind wollte der gebürtige Bieler Forscher werden – egal, für was – oder Tennisprofi. Als Teenager interessierte er sich für Computer und machte eine Lehre zum Informatiker. Danach war er bei Rolotec (heute SIX Group) als Projektleiter angestellt. «Dabei habe ich realisiert, wie gerne ich Verantwortung übernehme und mit Menschen zusammenarbeite», sagt er. Von da an arbeitete er auf eine Führungsposition hin. Dieses Ziel hat er erreicht: Heute ist er Head of Design, Delivery und Operations im Geschäftskundenbereich von Swisscom.

Verbindung von Theorie und Praxis

Der Weg dahin führte für Di Lione über Weiterbildungen, stets berufsbegleitend. «Mir war wichtig, das Gelernte direkt anwenden zu können», betont er. Als erstes absolvierte er an der HF WISS eine Ausbildung zum Wirtschaftsinformatiker – quasi als Passerelle: Mit dem HF-Abschluss stand ihm nun die Tür zu Fachhochschulen offen.

Zunächst sammelte er aber weitere berufliche Erfahrungen. Er arbeitete als Projektmanager bei der Justiz-, Gemeinde- und Kirchendirektion (heute Direktion für Inneres und Justiz) des Kantons Bern, bevor er 2016 von einer Stelle als Revenue Assurance Consultant bei Swisscom hörte. Beim Kanton war er für die Umsetzung der elektronischen Geschäftsverwaltung (GEVER) der Direktion zuständig und brachte dadurch ein fundiertes Prozessverständnis mit. «Das war mein Türöffner zu Swisscom», ist er überzeugt.

«Die BFH war sehr flexibel. Sie hat mir die bestehenden CAS angerechnet.»

  • Pablo di Lione Head of Design, Delivery und Operations bei Swisscom

Erfolgreiche Talentförderung

Bei Swisscom begann er als Consultant im Bereich Revenue Assurance und war für das finanziell-technische Risikomanagement entlang der gesamten Wertschöpfungskette verantwortlich, in den letzten sechs Jahren in leitender Funktion. In seinem zweiten Jahr wurde er in ein internes Talentprogramm aufgenommen: Dort entwickelte er seine Führungsqualitäten weiter und schloss an der ZHAW ein CAS in Führung ab. Das war der Startschuss für den Executive MBA (EMBA) in General Management. Da Di Lione zuvor bereits ein CAS in IT-Management an der Kalaidos FH abgeschlossen hatte, fehlten ihm für den Master noch zwei weitere CAS sowie die Masterarbeit. Er suchte nach einer Hochschule, die einen EMBA anbietet, und stiess auf die BFH. «Die BFH war sehr flexibel», sagt er. «Sie hat mir die bestehenden CAS angerechnet und mit mir geschaut, welche CAS für meine Karriere Sinn ergeben.»

Eines seiner Highlights des Studiums an der BFH-TI war ein zweitägiges Retreat im Schloss Thun im CAS in Innovation. Tagsüber arbeiteten die Studierenden an ihren Fallstudien, abends gingen sie gemeinsam essen. «So konnten wir den Zusammenhalt der Klasse stärken, das war super.»

Im gleichen CAS beteiligte er sich an der Entwicklung von Ogurion, einem Projekt im Bereich der optischen Beschichtungen. Forschende der BFH arbeiteten an einem Sensor, der die Verunreinigung durch unerwünschte Partikel frühzeitig erkennt. Di Lione hatte keinerlei Erfahrung in diesem Bereich, konnte aber seine Business- und Marketing-Fähigkeiten einbringen: «Ich habe mit meinen Kollegen eine Strategie entwickelt, um das Produkt erfolgreich an die Kundschaft zu bringen. Es war eine grossartige Zusammenarbeit.» Das Projekt erhielt einen Förderbeitrag von Innosuisse und wird aktuell umgesetzt.

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Pablo Di Lione, Head of Design, Delivery und Operations bei Swisscom (Foto: zVg)

Solarpanels auf Swisscom-Dächern

In seiner Masterarbeit an der BFH-TI beschäftigte er sich mit Photovoltaik. Er entwickelte ein Konzept, um die Dächer der Swisscom-Gebäude und jene ihrer Geschäftskunden zur Energiegewinnung zu nutzen. Die Idee: Swisscom finanziert Solaranlagen auf den Dächern von Geschäftskunden, die dafür günstiger Strom beziehen. «So könnten wir zur grössten Solarenergie-Produzentin der Schweiz werden», sagt er. Umgesetzt wurde das Projekt jedoch nicht. Zum einen aus Kostengründen. Zum anderen, weil es über eine Tochterfirma hätte laufen müssen, da Swisscom selbst nicht als Energieproduzentin am Markt auftreten darf. «Aber ich finde die Idee immer noch super», fügt er lachend hinzu.

Von seinem Studium an der BFH-TI habe er nebst dem fachlichen Know-how vor allem vom Netzwerk profitiert. «Die Menschen, die ich kennengelernt habe, sind für mich der grösste Gewinn dieser Weiterbildungen.»

«Für mich ist es zentral, zu wissen, was meine Mitarbeitenden beschäftigt.»

  • Pablo di Lione Head of Design, Delivery und Operations bei Swisscom

Nahe an den Mitarbeitenden

Seit letztem Sommer ist Pablo Di Lione am Swisscom-Hauptsitz in Worblaufen als Head of Design, Delivery und Operations zuständig für die Geschäftskunden des Unternehmens. Er leitet ein Team von 200 Personen. Seine Hauptaufgabe besteht darin, gute Rahmenbedingungen zu schaffen, damit sein Team effizient arbeiten kann. Dazu gehören Strategieentwicklung, Ressourcenplanung sowie die Abstimmung auf Führungsebene.

Besonders wichtig ist ihm dabei der persönliche Austausch mit seinen Mitarbeitenden. Bei einem Team, das über die ganze Schweiz verteilt ist, kein leichtes Unterfangen. «Trotzdem versuche ich, so nah wie möglich dranzubleiben», sagt er. «Für mich ist es zentral, zu wissen, was meine Mitarbeitenden beschäftigt.»

Doktorieren ohne Uniabschluss

Weiterbilden möchte er sich auch in Zukunft, etwa im Bereich Künstliche Intelligenz. Gerade in der IT-Branche, in der sich vieles rasch verändere, seien Weiterbildungen eine grosse Chance. «Natürlich kann man sich auch im Job weiterentwickeln», sagt er. «Aber externe Impulse sind genauso wichtig.»

Besonders interessiert ihn ein sogenanntes Professional Doctorate – ein praxisorientiertes Doktorat für Berufstätige, das keinen Uniabschluss voraussetzt –, etwa in Business Administration. In Grossbritannien ist dieses Modell bereits verbreitet, in der Schweiz fasst es zunehmend Fuss. Er hofft, dass künftig auch die BFH ein solches Modell einführt. Doch das hat Zeit: Vorerst will er sich ganz auf seinen neuen Job konzentrieren und seine noch junge Politkarriere schrittweise ausbauen.

Privat verbringt er am liebsten Zeit mit seiner Frau und seinen beiden Söhnen und treibt gerne Sport – zwar nicht mehr Tennis, dafür aber Fussball, Unihockey und Skifahren. Ausserdem mag er handwerkliche Projekte im und ums Haus. «Das ist ein guter Ausgleich zum fordernden Berufsalltag», so der 36-Jährige.

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