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«Professionelle und alltagsnahe Unterstützung zu Hause ist das A und O»

15.10.2026 Ann-Lara Bamberger hat mit ihrer Kollegin Kristina Milosavljevic ein ambulantes Angebot mit Spezialisierung auf Dialektisch-Behaviorale Therapie (DBT) und Borderline-Persönlichkeitsstörung gegründet. Mit Sana-Mente begleiten sie Menschen mit komplexen psychischen Erkrankungen zu Hause.

Das Wichtigste in Kürze

  • Sana-Mente begleitet Kinder, Jugendliche und Erwachsene mit psychischen Erkrankungen ambulant zu Hause.
  • Das Team ist auf Dialektisch-Behaviorale Therapie (DBT) spezialisiert und entsprechend für die Begleitung von Menschen mit Borderline ausgebildet.
  • Die Begleitung setzt beim Übergang von der stationären Behandlung zurück in den Alltag an.
Ann-Lara Bamberger, Kristina Milosavlejevic
Ann-Lara Bamberger (links) ist Pflegefachfrau BSc, und hat mit Kristina Milosavljevic Sana-Mente gegründet. Bild: zVg.

Unser Angebot

Sana-Mente unterstützt Kinder, Jugendliche und Erwachsene mit psychischen Erkrankungen ambulant zu Hause. Das Angebot umfasst die Begleitung im Alltag, Unterstützung in Krisen und die Zusammenarbeit mit Angehörigen und Fachpersonen. Das Team ist auf DBT (Dialektisch-Behaviorale Therapie) spezialisiert und entsprechend ausgebildet, insbesondere für die Begleitung von Menschen mit einer Borderline-Persönlichkeitsstörung.

Mein Warum

Seit 2013 arbeite ich auf akutpsychiatrischen Akutstationen und habe immer wieder festgestellt, dass die Aufgleisung einer ambulanten Nachbetreuung zunehmend schwieriger wird. Gerade Patient*innen, die mit selbstverletzendem Verhalten oder Suizidalität zu kämpfen haben, finden kaum passende Angebote.

Auch stationär waren diese beiden Phänomene häufig die grössten Herausforderungen, denen meine Geschäftspartnerin und ich durch konkrete Weiterbildungen im Bereich DBT/Borderline begegnet sind. So entstand die Idee, diese Lücke zu füllen und unsere Spezialisierung im ambulanten Setting zu nutzen.

Wir sind überzeugt, dass ein tragfähiges ambulantes Netz viele stationäre Hospitalisationen vorbeugen oder gar verhindern kann.

  • Ann-Lara Bamberger

Darum schlägt mein Herz für die ambulante Arbeit

Der anspruchsvollste und wichtigste Teil der Behandlung findet oft im ambulanten Setting statt und ist für die Genesung und Stabilität elementar. Beim Übergang vom relativ geschützten stationären Setting zurück in die Realität benötigen die Patient*innen häufig Unterstützung. Die Arbeit im ambulanten Setting ist für uns unglaublich erfüllend, da wir systemisch arbeiten können, unsere Arbeit sehr geschätzt wird und wir mehr Handlungsspielraum und Ressourcen haben und nutzen können als im stationären Setting.

Mein «Genau deshalb mache ich das»-Moment

Sowohl ich als auch Kristina hatten im Februar 2024 unsere ersten Patient*innen. Anfangs wussten wir nicht, ob wir genügend Anmeldungen erhalten würden. Mittlerweile betreuen wir gemeinsam über 90 Patient*innen und bekommen laufend Anfragen und Anmeldungen. Wir konnten unser Angebot bereits in verschiedenen Kliniken vorstellen und haben oft gehört, dass sie sich sehr über unser Angebot freuen.

Dank Rückmeldungen von Therapeut*innen sowie Feedback von Patient*innen und ihren Angehörigen wissen wir, dass wir am richtigen Ort sind und unser Angebot unbedingt ausgeweitet werden muss.

Zur Person

Ann-Lara Bamberger

Ann-Lara Bamberger

Seit 2019 arbeitet Ann-Lara Bamberger auf einer Akutstation der Luzerner Psychiatrie. Zuvor war sie auf verschiedenen akutpsychiatrischen Stationen tätig und absolvierte ihre Ausbildung zur Pflegefachfrau HF. Seit 2021 ist sie zudem als Berufsbildnerin tätig und leitet seit 2023 Workshops zu Borderline-Persönlichkeitsstörung und Dialektisch-Behavioraler Therapie (DBT). 2024 schloss sie ihr BSc-Studium in Pflege an der Berner Fachhochschule ab und gründete zusammen mit Kristina Milosavljevic Sana-Mente.

Wenn ich etwas verändern könnte, würde ich...

… am liebsten den Tagen mehr Stunden geben, um keine Anfragen ablehnen zu müssen und um noch mehr Patient*innen professionell zu unterstützen. Wir planen bereits, unser Angebot auszubauen und streben an, dies 2027 zu realisieren.

Das sollten mehr Menschen über unsere Arbeit wissen

Die «Psychiatrie-Spitex» oder «Psycho-Spitex», wie sie von einigen genannt wird, kann weitaus mehr bewirken, als viele glauben. Professionelle und alltagsnahe Unterstützung zu Hause ist das A und O, wenn es um psychische Gesundheit geht. Wir sind überzeugt, dass ein tragfähiges ambulantes Netz viele stationäre Hospitalisationen vorbeugen oder gar verhindern kann. Dies wiederum kann den stetig steigenden Gesundheitskosten und sämtlichen damit verbundenen Folgen (Überbelegung, Personalmangel etc.) effektiv entgegenwirken.

Ambulante Versorgung

Ambulante Versorgung verändert das Gesundheitswesen. Immer mehr Leistungen werden dort erbracht, wo Patient*innen leben und ihren Alltag verbringen. Das eröffnet Möglichkeiten, stellt Fachpersonen und Institutionen aber auch vor Herausforderungen. In unserer Serie zeigen wir, wie sich die ambulante Versorgung entwickelt und was es braucht, damit sie wirksam, koordiniert und nachhaltig ist. Wir geben zudem Einblick in Modelle, welche die BFH gemeinsam mit Praxispartnerschaften und mit Hilfe des Swiss Center for Care@Home (SCC) pilotiert, implementiert und evaluiert.

Von der Idee zum eigenen Angebot

In der Schweiz gewinnt die ambulante Versorgung zunehmend an Bedeutung, gleichzeitig entstehen neue Bedürfnisse und Versorgungsformen. Gesundheitsfachpersonen erleben diese Entwicklungen täglich und erkennen oft als Erste, wo Lücken bestehen. Die 11 Porträtierten geben Einblick, wie sie mit eigenen Ideen und Angeboten die ambulante Versorgung mitgestalten. Die BFH unterstützt Unternehmer*innen in allen Stadien, unter anderem mit dem Innovation PulseLab, bei der Entwicklung von Dienstleistungen und Geschäftsfeldern. Ein Netzwerk aus Fachpersonen und Forschenden hilft dabei, umsetzbare Lösungen für die Gesundheitsversorgung zu entwickeln oder diese wissenschaftlich zu begleiten.

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