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«Wir möchten als Grundversorgerinnen sichtbarer werden»

15.10.2026 Die Stadtkinder-Hebammen verstehen sich als Grundversorgerinnen und «Case-Managerinnen» für Schwangere. Sie begleiten Frauen und Familien von der Schwangerschaft bis ins Wochenbett und koordinieren bei Bedarf die Zusammenarbeit mit weiteren Fachpersonen.

Das Wichtigste in Kürze

  • Die Stadtkinder-Hebammen begleiten Familien von der Schwangerschaft bis ins Wochenbett und bieten ein breites ambulantes Angebot.
  • Sie übernehmen Schwangerschaftskontrollen, Geburtsvorbereitung, Geburtsbegleitung und Wochenbettbetreuung.
  • Die Hebammen verstehen sich als Grundversorgerinnen und möchten ihre Rolle in der Schwangerschaftsvorsorge sichtbarer machen.
Stadtkinder-Hebammen
Rahel Schenk (links) und Nina Bretscher sind Hebammen BSc und gründeten die Praxis «Stadtkinder-Hebammen». Bild: BFH

Unser Angebot

Die Stadtkinder-Hebammen bieten umfassende Betreuung rund um Schwangerschaft, Geburt und Wochenbett, in ihrer Praxis und unterwegs. Dazu gehören Schwangerschaftskontrollen, Beleggeburten, Wochenbettbetreuung, individuelle Geburtsvorbereitung, Stillberatung, Trageberatung, manuelle Therapie und Akupunktur.

Unser Warum

Wir haben uns im Jahr 2019 selbstständig gemacht, um als Beleghebammen den ganzen Betreuungsbogen von der frühen Schwangerschaft bis zum Abschluss des Wochenbetts aus einer Hand anzubieten. Für uns macht die Kontinuität der Betreuung den Schlüssel zur Qualität aus. Statt viele verschiedene Fachpersonen kann sich die Schwangere auf uns als «Case-Managerinnen» verlassen und so einfacher informierte Entscheidungen treffen.

Für uns macht die Kontinuität der Betreuung den Schlüssel zur Qualität aus.

  • Rahel Schenk und Nina Bretscher

Darum schlägt unser Herz für die ambulante Arbeit

Ganz klar die Selbstständigkeit. Wir sehen uns als Grundversorgerinnen, die zusammen mit den Frauen fachlich fundierte Entscheidungen treffen, zwischen anderen involvierten Fachpersonen vermitteln und wenn nötig alternative Wege aufzeigen. Im Wochenbett finden wir es auch sehr spannend, in verschiedene Familiensysteme Einblick zu bekommen.

Unser «Genau deshalb machen wir das»-Moment

Prägende Momente gibt es immer wieder: in der Schwangerschaft wenn wir einem Paar bei einer Entscheidung helfen können, oder wenn wir merken, dass wir Klarheit in eine konfuse Situation bringen können. Im Wochenbett, wenn wir einer frischen Familie ein Leuchtturm sein können, an dem sie sich orientieren. In all den kleinen Momenten, in denen wir merken, dass wir mit unserer Arbeit wirklich etwas bewirken.

Zur Person

Nina Bretscher ist diplomierte Pflegefachfrau und schloss 2014 ihr Hebammenstudium ab. Nach mehreren Jahren auf der Geburtsstation gründete sie 2019 gemeinsam mit Rahel Schenk die Praxis «Stadtkinder-Hebammen».

Rahel Schenk schloss 2015 ihr Hebammenstudium ab und arbeitete anschliessend auf der Geburtsstation der Frauenklinik. 2019 gründete sie mit Nina Bretscher die Praxis «Stadtkinder-Hebammen» und nimmt ab Oktober 2026 ihre Tätigkeit als Beleghebamme wieder auf.

Wenn wir etwas verändern könnten, würden wir...

… als Grundversorgerinnen gerne etwas sichtbarer werden. Häufig haben wir das Gefühl, dass die Schwangeren für das «Wichtige» zum Gynäkologen / zur Gynäkologin gehen und «für das gute Gefühl» noch zu uns als Hebammen. Vielen ist nicht bekannt, dass wir ausser der Ultraschalluntersuchung alle anderen Vorsorgeuntersuchungen in unserer Praxis durchführen können.

Unser persönlicher Energielieferant im Alltag

Unsere eigenen Familien und Freund*innen. Als selbstständige Hebammen müssen wir uns manchmal bewusst abgrenzen, damit unsere Arbeit nicht zu stark unser Privatleben beeinflusst. Die richtige Balance zwischen «da sein» für die Frauen und professioneller Distanz zu finden, ist ein Prozess, der uns wahrscheinlich noch unser ganzes Berufsleben begleiten wird.

Das sollten mehr Menschen über unsere Arbeit wissen

Die Arbeit als Hebamme in eigener fachlicher Verantwortung ist äusserst vielfältig: Wir begleiten physiologische Schwangerschaften ebenso wie Risikoschwangerschaften von Beginn an bis zur Geburt, inklusive Vorsorgetermine und Geburtsvorbereitung. Als Beleghebammen sind wir vom Einsetzen der Wehen bis zur Geburt des Kindes involviert, schätzen Verläufe ein, ziehen bei Bedarf Fachpersonen hinzu, coachen und unterstützen die Gebärende sowie ihre Bezugspersonen. Im Wochenbett begleiten wir die Familien in der sehr sensiblen Phase des Zusammenfindens, beurteilen die Rückbildungsprozesse der Wöchnerin und schätzen den Gesundheitszustand des Säuglings ein. In unseren Augen gibt es kaum einen Beruf, der mehr zu bieten hat, und wir sind mit ganzem Herzen dabei!

Ambulante Versorgung

Ambulante Versorgung verändert das Gesundheitswesen. Immer mehr Leistungen werden dort erbracht, wo Patient*innen leben und ihren Alltag verbringen. Das eröffnet Möglichkeiten, stellt Fachpersonen und Institutionen aber auch vor Herausforderungen. In unserer Serie zeigen wir, wie sich die ambulante Versorgung entwickelt und was es braucht, damit sie wirksam, koordiniert und nachhaltig ist. Wir geben zudem Einblick in Modelle, welche die BFH gemeinsam mit Praxispartnerschaften und mit Hilfe des Swiss Center for Care@Home (SCC) pilotiert, implementiert und evaluiert.

Von der Idee zum eigenen Angebot

In der Schweiz gewinnt die ambulante Versorgung zunehmend an Bedeutung, gleichzeitig entstehen neue Bedürfnisse und Versorgungsformen. Gesundheitsfachpersonen erleben diese Entwicklungen täglich und erkennen oft als Erste, wo Lücken bestehen. Die 11 Porträtierten geben Einblick, wie sie mit eigenen Ideen und Angeboten die ambulante Versorgung mitgestalten. Die BFH unterstützt Unternehmer*innen in allen Stadien, unter anderem mit dem Innovation PulseLab, bei der Entwicklung von Dienstleistungen und Geschäftsfeldern. Ein Netzwerk aus Fachpersonen und Forschenden hilft dabei, umsetzbare Lösungen für die Gesundheitsversorgung zu entwickeln oder diese wissenschaftlich zu begleiten.

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