Partizipation älterer Migrantinnen und Migranten in der Schweiz (PartMi)

Das Projekt erörtert subjektive Vorstellung des Älterwerdens von pensionierten Migrantinnen und Migranten in prekären Lebenslagen, damit sie vor der Pensionierung zielführend unterstützt werden und sie ihr Älterwerden mitgestalten können.

Steckbrief

Ausgangslage

Die gegenwärtige demografischen Entwicklung hat auch einen Einfluss auf die Schweizer Migrationsbevölkerung. Eine besondere Herausforderung stellt sich den Menschen, die einst als junge Migrantinnen und Migranten zum Arbeiten in die Schweiz kamen und ihr Leben mehrheitlich hier verbracht haben. Sie sind heimisch geworden, haben oft eine Familie gegründet und sind trotz geplanter Rückkehr in die frühere Heimat schliesslich aus verschiedenen Gründen hiergeblieben. Nicht wenige der heute pensionierten, älteren Migrantinnen und Migranten verbringen einen Teil des Jahres in der Schweiz, den anderen im Herkunftsland. Ihre gesundheitliche und ökonomische Situation ist individuell verschieden, häufig aber aufgrund belastender Arbeitstätigkeit, frühzeitigem Ausscheiden aus dem Erwerbsleben und tieferer Renten schlechter als jene der gleichaltrigen Schweizer*innen. Ähnliche Situationen erleben Menschen, die in der Schweiz Asyl erhalten haben oder aus humanitären Gründen vorläufig aufgenommen wurden. Sie bleiben oft aufgrund der politischen Lage in ihrem Herkunftsland doch länger oder für immer hier. Neben der prekären Lebenslage stellt sich diesen Personengruppen die Herausforderung im Alter, an welchen biographischen und kulturellen Kontexten sich ihre Vorstellungen über das Älterwerden orientieren. Dazu fehlen bislang Wissensbeständen, die aber besonders wichtig wären, damit zielführend innovative und partizipative Präventions- und Interventionsprogrammen angeknüpft werden können.

Vorgehen

Das Forschungsprojekt «PartMi» geht mit einem qualitativen Forschungszugang der Frage nach, welche subjektive Vorstellungen vom Älterwerden Menschen mit Migrationsintergrund haben und welche Möglichkeiten sich in diesen identifizieren lassen, damit sie ihr Älterwerden vermehrt mitgestalten können. Hierzu eignen sich, die in der Schweiz am dritt stärksten vertretene Migrationsgruppe, Portugiesinnen und Portugiesen (BFS 2020), mit halbstrukturierten Leitfadeninterviews zu befragen. Die Befunde lassen sich bezüglich der südländischen Kultur und Sprache mit der bereits stärker beforschten Migrationsbevölkerung aus Italien (grösste Migrationsgruppe) und Spanien vergleichen und deren Relevanz für zukünftige Projekte mit Praxis- und Forschungspartnern (Begleitgruppe) diskutieren. ​

Dieses Projekt leistet einen Beitrag zu den folgenden SDGs

  • Gender equality
  • Decent work and economic growth
  • Reduced inequalities